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Der Wurm von Lagarfljót
The dark waters of Lagarfljót stretch endlessly under a foreboding sky, its mist-covered mountains standing as silent witnesses to an ancient legend. Beneath the rippling surface, a forgotten terror stirs.

Über die Geschichte: Der Wurm von Lagarfljót ist ein Legend aus iceland, der im Medieval spielt. Diese Dramatic Erzählung erforscht Themen wie Courage und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Cultural Einblicke. Ein verfluchter See, ein uraltes Ungeheuer und ein Fischer, der in einen Kampf zwischen Mythos und Realität gefangen ist.

In gewissen Nächten, wenn der Mond schwer über den Fjorden hing, regte sich das Wasser, und diejenigen, die es wagten zu schauen, schworen, sie hätten einen Schatten gesehen, der sich knapp unter der Oberfläche bewegte. Und manchmal, wenn die Stille zu tief wurde, schien die Erde selbst für einen Moment zu erzittern—als ob etwas Gewaltiges in seinem Schlaf verschob.

Dies war die Geschichte, mit der Einar aufgewachsen war, aber er hatte nie wirklich daran geglaubt. Zumindest nicht bis zu der Nacht, in der er es mit eigenen Augen sah.

Das Schicksal eines Fischers

Einar hatte sein ganzes Leben in Egilsstaðir verbracht, dem kleinen Dorf, das eingebettet im Tal nahe dem See lag. Er war von Beruf Fischer, genau wie sein Vater zuvor, obwohl der See nicht der Ort war, an dem er seinen Lebensunterhalt verdiente—nur wenige wagten es, in seinen tückischen Gewässern zu fischen. Stattdessen fuhr er mit seinem Boot flussabwärts aufs Meer, wo die Fische reichlich und die Risiken berechenbarer waren.

An diesem Abend, als er entlang des Ufers von Lagarfljót spazierte, trug der Wind einen seltsamen Duft—etwas Erdiges und Altes, wie verrottendes Holz gemischt mit Salz. Das Wasser, normalerweise dunkel und ruhig, hatte unter dem schwindenden Licht ein unheimliches Leuchten. Er hielt inne und beobachtete, wie eine unnatürliche Welle die Oberfläche störte. Zuerst dachte er, es sei nur der Wind. Aber dann bewegte sich etwas Großes unter den Wellen.

Sein Atem stockte.

Ein Schatten, lang und geschwungen, wand sich unter dem Wasser, bevor er genauso schnell verschwand, wie er erschienen war.

Einar trat einen Schritt zurück, sein Herz hämmerte gegen seine Rippen. War es eine Illusion? Ein Spiel des Lichts? Er hatte die Geschichten gehört, aber als er dort am Ufer des Sees stand, spürte er etwas Urzeitliches in seinem Bauch—etwas, das von Gefahr flüsterte.

In dieser Nacht lag er wach und konnte das Bild nicht aus seinem Kopf verbannen.

Ein junger isländischer Fischer, Einar, steht am Ufer des Lagarfljót und beobachtet die unheimlichen Wellen im dunklen Wasser des Dämmerlichts.
Einar, ein entschlossener junger Fischer, steht am Ufer des Lagarfljót und starrt in die Tiefe des Sees, während ein unheimliches Wellenspiel die Oberfläche stört. Die Sonne sinkt hinter ihm, wirft lange Schatten über die nebligen Wassern.

Die Warnung

Am nächsten Morgen suchte er seine Großmutter auf, die älteste Frau im Dorf. Wenn jemand die Wahrheit über Lagarfljót kannte, dann sie.

„Du hast es gesehen, nicht wahr?“ sagte sie, bevor er überhaupt sprechen konnte.

Einar zögerte. „Ich—ich bin nicht sicher. Es könnte gewesen sein—“

Sie schüttelte den Kopf. „Nein. Der Wurm ist erwacht. Er zeigt sich nur, wenn etwas nicht stimmt.“

Sein Hals zog sich zusammen. „Was meinst du mit ‚nicht stimmt‘?“

Seine Großmutter seufzte und blickte zum See hinüber. „Er war schon früher unruhig. Als die Siedler zuerst kamen, versuchten sie, das Land zu zähmen, fällten Wälder und bauten ihre Häuser. Der Wurm nahm das nicht gut auf. Stürme kamen. Ernten fielen aus. Menschen verschwanden. Dann, Jahre später, als die Menschen gierig wurden und zu tief in die Hügel gruben, stieg der See an und verschlang das Land.”

Sie drehte sich zu ihm um, ihre Augen scharf wie Feuerstein. „Etwas hat ihn gestört, Einar. Und wenn du es gesehen hast, dann hat er dich auch gesehen.“

Der Abstieg in die Dunkelheit

Entschlossen, die Wahrheit herauszufinden, machte sich Einar am folgenden Abend auf zum See, diesmal mit seinem Fischboot. Die Luft war dicht mit Nebel, als er zur Mitte ruderte, der See breitete sich aus wie ein endloser Abgrund.

Als er die Mitte erreichte, wurde das Wasser unnatürlich still. Die Stille drückte auf ihn, schwer und erstickend. Dann, ohne Vorwarnung, brach die Oberfläche auf.

Eine massive Gestalt stieg empor, ihr gerippte Rückgrat schnitt durch das Wasser wie ein Berg, der aus der Tiefe auftauchte.

Einar erstarrte, seine Ruder glitten aus seiner Hand.

Der Körper des Wurms war gewaltig, wölbte sich wie eine Schlange, während er höher stieg. Seine Schuppen hatten die Farbe von altem Silber, glänzten mit dem nassen Schimmer eines Wesens, das seit Jahrhunderten ungesehen lebte. Und seine Augen—kalt, uralt, intelligent—sahen ihn mit einer unnatürlichen Intensität an.

Einar konnte sich nicht bewegen. Er konnte nicht atmen.

Dann gab das Wesen ein Geräusch von sich—ein tiefes, kehliges Geräusch, das durch das Mark seiner Knochen vibrierte.

Das Boot schüttelte sich heftig, als Wellen dagegen krachten. Einar versuchte, die Ruder zu greifen, aber bevor er reagieren konnte, schlug der Wurm zu.

Der Wächter des Sees

Das Boot zerbrach unter ihm, und er stürzte in die eisigen Tiefen.

Einen Moment lang herrschte Chaos—Wasser füllte seine Lungen, die eisige Kälte schockierte sein System. Er trat, kämpfte darum, die Oberfläche zu erreichen, aber etwas bewegte sich unter ihm, schneller, als irgendetwas so Großes sein sollte.

Und dann, gerade als er das Gefühl hatte zu sinken, packte ihn etwas.

Starke Hände zogen ihn nach oben, und er schnappte nach Luft, während er an den Strand gezogen wurde. Heftig hustend blickte er auf und sah eine Frau über sich stehen. Sie war groß, in einen dunklen Umhang gehüllt, ihr langes Haar wehte wild im Wind. In ihrer Hand hielt sie einen Stab, der vor einer Energie zu summen schien, die er nicht benennen konnte.

„Du hast Glück, am Leben zu sein,“ sagte sie.

Einar starrte sie an, sein Verstand wirkte noch benebelt. „Wer—wer bist du?“

Sie neigte den Kopf. „Ich bin Freyja. Und wenn du leben willst, musst du mir zuhören.“

Eine geheimnisvolle Frau, Freyja, steht in einem nebligen isländischen Wald neben einem Feuer. Sie hält einen leuchtenden Stab und lüftet uralte Geheimnisse.
Freyja, die rätselhafte Hüterin von Lagarfljót, steht nahe einem prasselnden Feuer, einen leuchtenden Stab in der Hand, und enthüllt die Geheimnisse der Vergangenheit des Sees.

Die Wahrheit des Wurms

Freyja führte ihn zu einem abgelegenen Teil des Ufers, wo ein kleines Feuer gegen die Kälte knisterte. Sie sprach in ruhigen, gemessenen Tönen und erzählte ihm von der Vergangenheit des Wurms—wie er durch einen alten Fluch an den See gebunden war, wie er sowohl Beschützer als auch Zerstörer gewesen war, wie er jahrelang schlummerte.

„Aber etwas hat ihn gestört,“ sagte sie. „Etwas tief in der Erde hat sich verschoben, und der Wurm ist nicht länger zufrieden zu schlafen.“

Einar schluckte schwer. „Was will er?“

Freyjas Blick verdüsterte sich. „Freiheit.“

Er fröstelte, nicht vor der Kälte, sondern wegen der Gewissheit in ihrer Stimme.

Das letzte Abrechnen

In den nächsten Tagen bereiteten sich Einar und Freyja vor. Wenn sie nichts unternahmen, würde der Wurm vollständig aufstehen, und das Land selbst würde leiden. Es gab nur eine Wahl—ihn wieder in seinen Schlummer zu versetzen, bevor es zu spät war.

In der Nacht des Vollmonds kehrten sie zum See zurück und standen am Ufer, wo das Wasser mit einem unheimlichen Licht glühte.

Freyja hob ihren Stab und sprach Worte, die schienen, den Wind selbst zu ihr zu ziehen. Der See brüllte als Antwort, und der Wurm erschien, sein massiver Körper wand sich, seine Augen voller Wut.

Einar hielt den Atem an, als der Kampf der Willensstärke begann.

Würden sie erfolgreich sein? Oder würden der See und alle, die in seiner Nähe lebten, für immer dem Untergang geweiht sein?

Ein stürmischer isländischer See bei Nacht, umhüllt von leuchtendem Nebel. Am Ufer formt eine mystische Gestalt ein geheimnisvolles Gesang, während ein uraltes Ritual entfaltet wird.
An den Ufern des Lagarfljót tobt der See in einem Wirbelsturm, während ein uraltes Ritual abläuft, das darauf abzielt, den Wyrm in seinen Schlaf zurückzuführen, bevor es zu spät ist.

Epilog: Der See schläft wieder

Was in jener Nacht geschah, wird im Dorf Egilsstaðir noch immer mit gedämpften Stimmen geflüstert. Manche sagen, Einar sei nie zurückgekehrt. Andere behaupten, er habe die Geschichte überlebt, aber nie wieder davon gesprochen.

Alles, was bekannt ist, ist dies—der See ist jetzt ruhig.

Wie lange das so bleibt, weiß niemand.

Aber an manchen Nächten, wenn der Wind still ist und der Mond hoch steht, kann man es hören, wenn man genau hinhört:

Atmen.

Warten.

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