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Über die Geschichte: Die Geschichte von Anubis und der Wägung des Herzens ist ein Myth aus egypt, der im Ancient spielt. Diese Dramatic Erzählung erforscht Themen wie Justice und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Cultural Einblicke. Die Reise einer Seele durch die Duat, um ewigen Frieden im alten Ägypten zu erlangen.
Im alten Land Kemet, wo der Sonnengott Ra täglich den Himmel durchsegelte und der Nil den Feldern Leben einhauchte, glaubte man, dass der Tod nicht das Ende, sondern ein Übergang sei. Die Ägypter wussten, dass sie nach dem Verlassen dieser Welt eine Reise durch die Unterwelt antreten würden, einen Ort der Geheimnisse, bekannt als die Duat. Im Mittelpunkt dieser Reise stand ein entscheidender Moment – ein Augenblick, in dem die Seele gerichtet und das ewige Schicksal bestimmt wurde. Dieser heilige Prozess war das „Wiegen des Herzens“, überwacht vom schakalköpfigen Gott Anubis, dem Führer der Toten und Beschützer der Gräber.
Die Geschichte beginnt mit der Seele eines Mannes namens Akhen, der ein erfülltes Leben in der lebhaften Stadt Theben geführt hatte. Er war Schreiber gewesen, die Ereignisse der Pharaonen und Adligen aufgezeichnet und ihre Geschichten für die Ewigkeit festgehalten. Doch nun war seine Zeit unter den Lebenden zu Ende. Während sein Körper in feinem Leinentuch im Dunkeln seines Grabes lag, erwachte seine Seele, das *ka*, zu einer neuen Existenz. In diesem Reich der Schatten und Geister fand sich Akhen in der Gegenwart eines Wesens wieder, das er bisher nur in Tempelreliefs und heiligen Texten gesehen hatte – Anubis, der Gott mit dem Kopf eines schwarzen Schakals. Seine Augen leuchteten mit einem schwachen, übernatürlichen Licht, während er in einer Hand einen goldenen Stab hielt. „Du wirst gerufen“, sagte Anubis mit seiner tiefen, resonanten Stimme, die wie ein Echo durch die Luft zu hallen schien. „Das Wiegen des Herzens erwartet dich.“ Akhen verspürte eine Mischung aus Angst und Ehrfurcht. Er wusste, dass dieser Moment kommen würde, wie es für jeden Ägypter bestimmt war, aber nun, da er vor dem Torwächter des Jenseits stand, lastete die Schwere des Augenblicks auf ihm. Sein Herz schlug gleichmäßig in seiner Brust, doch bald würde es gegen die Feder der Ma’at, der Göttin der Wahrheit und Gerechtigkeit, gewogen werden. Sollte sein Herz schwerer als die Feder sein, würde seine Seele vom monströsen Ammit verschlungen und er für immer aufhören zu existieren. Still führte Anubis Akhen entlang eines gewundenen Pfades, der in Schatten gehüllt war, tiefer in die Duat. Der Boden unter ihnen verschob sich wie weicher Sand, und seltsame Flüstern erfüllten die Luft, während die Geister der Toten an ihnen vorbeizogen. Als sie sich einer großen Halle näherten, deren hohe Säulen von einem schwachen, goldenen Glanz beleuchtet wurden, konnte Akhen die Waage der Gerechtigkeit vor sich sehen. In der Mitte der Halle stand eine massive Waage, perfekt ausbalanciert und im schummrigen Licht glänzend. An einem Ende der Waage lag die heilige Feder der Ma’at, rein und schwerelos. Am anderen Ende, so wusste Akhen, würde bald sein Herz platziert werden. Akhens Atem stockte, als er die versammelten Götter in der Halle der Zwei Wahrheiten erblickte. Osiris, Herr der Unterwelt, saß auf einem majestätischen Thron, sein grünhäutiges Wesen in königliche Gewänder gehüllt. In seinen Händen hielt er den Krummstab und die Geißel, Symbole der Königsherrschaft und des Urteils. An seiner Seite standen die Göttin Isis mit ihren schützenden Flügeln und Nephthys, ihre Schwester, die ehrfürchtig Unterstützung bot. Thoth, der ibisbeköpfte Gott der Weisheit, stand bereit mit einer Schriftrolle in der Hand, vorbereitet, das Urteil aufzuschreiben. Die Szene war überwältigend, und Akhens Herz pochte nervös vor Erwartung. Er kniete vor den Göttern, den Kopf tief gesenkt vor Ehrfurcht. „Akhen aus Theben“, sprach Osiris mit ruhiger, aber bestimmter Stimme. „Du hast dein Leben gelebt und stehst nun vor uns, um Gericht zu erfahren. Dein Herz, der Sitz deiner Absichten, deiner Taten und deiner Wahrheit, wird gegen die Feder der Ma’at gewogen.“ Akhen nickte, zu überwältigt zum Sprechen, während Anubis mit einer sanften, aber festen Hand auf seine Schulter trat. Der Gott hielt eine kleine goldene Klinge, und damit griff er vorsichtig in Akhens Brust, entnahm sein Herz ohne Schmerz oder Blut. Das Herz, das noch sanft schlug, ruhte in Anubis’ Händen, während er es zur Waage trug. Der Moment der Wahrheit war gekommen. Als das Herz auf eine Seite der Waage gelegt wurde, blieb die Feder der Ma’at auf der anderen Seite schwerelos. Die Zeit schien sich unendlich zu dehnen, während Akhen zusah und still zu den Göttern betete, dass sein Herz das Gleichgewicht nicht ins Leere ziehen würde. {{{_02}}} Die Waage schwankte einen Moment lang leicht. Die Spannung in der Halle war greifbar, als alle Augen auf die Bewegung gerichtet waren. Thoth, stets wachsam, begann, auf seiner Schriftrolle Notizen zu machen, seine Feder kratzte leicht über das Pergament. Anubis’ Ausdruck blieb undurchschaubar, und Akhen wagte es nicht, sich zu bewegen, während die Götter das Urteil abwägten. Die Taten seines Lebens, sowohl gute als auch schlechte, lasteten auf der Waage in einem zarten Gleichgewicht. Er dachte an die Momente der Freundlichkeit, die er anderen gezeigt hatte, die Zeiten, in denen er seinen Mitschreibern Weisheit vermittelt hatte, und die Aufzeichnungen, die er sorgfältig bewahrt hatte. Aber er dachte auch an seine Versäumnisse – die Momente des Egoismus, die Fehler, die er gemacht hatte, und die Zeiten, in denen seine eigenen Ambitionen sein Urteil trübten. Plötzlich kam die Waage zum Stillstand, perfekt ausbalanciert. Osiris erhob sich, seine königliche Gestalt erhob sich über die Versammlung. „Akhen aus Theben, dein Herz wurde als wahr befunden. Du hast ein Leben im Einklang mit den Prinzipien der Ma’at geführt. Dir wird der Eintritt ins Feld der Schilfgründe gewährt, das ewige Paradies, wo du in Frieden wohnen wirst.“ Akhen spürte eine Welle der Erleichterung über sich hinwegspülen. Er hatte den Test bestanden. Seine Seele würde nicht ins Nichts geworfen werden. Stattdessen würde er sich den Rechtschaffenen im Paradies anschließen, wo er mit seinen Vorfahren wiedervereint würde und in ewiger Glückseligkeit leben würde. Doch bevor er die Freude über sein Urteil vollständig auskosten konnte, hob Anubis eine Hand, seine Augen ernst. „Bevor du gehst, gibt es etwas, das du verstehen musst.“ Akhen wandte sich zum Gott um, Verwirrung blitzte in seinem Gesicht auf. „Was ist es, Herr Anubis?“ „Deine Reise ist noch nicht beendet“, antwortete Anubis. „Um das Feld der Schilfgründe zu erreichen, musst du die Zwölf Tore der Duat überqueren. Jedes Tor wird von mächtigen Gottheiten bewacht, die deine Stärke, Weisheit und Tugend ein letztes Mal prüfen werden.“ Akhen nickte, wissend, dass seine Prüfungen noch nicht vorbei waren. Anubis führte Akhen erneut, diesmal durch die gewundenen, schattigen Pfade, die ihn zu den Zwölf Toren bringen sollten. Jedes Tor war ein Portal des Lichts, bewacht von einer wilden Gottheit oder einem Geist, der jede nahende Seele herausfordern wollte. Am ersten Tor stand die Göttin Serqet, ihre Skorpionkrone glänzte im schwachen Licht. Sie musterte Akhen misstrauisch und fragte mit scharfem Ton: „Was hast du aus dem Land der Lebenden mitgebracht? Zeige mir deinen Wert.“ Akhen dachte sorgfältig nach und suchte in seinem Geist nach der Antwort, die die Göttin zufriedenzustellen würde. „Ich bringe das Wissen, das ich durch meine Lebensarbeit gesammelt habe“, antwortete er. „Ich habe die Taten der Menschen und die Geschichten der Götter niedergeschrieben und sie für die Ewigkeit bewahrt.“ Serqet nickte zufrieden mit seiner Antwort und trat zur Seite, sodass er passieren konnte. Das zweite Tor wurde von Hapi bewacht, dem baboonsköpfigen Gott, der die Überschwemmungen des Nils kontrollierte. Seine Stimme donnerte wie ein Gewitter, als er fragte: „Was hast du aus dem ewigen Fluss gelernt?“ Akhen wusste, dass die Antwort im Verständnis des Gleichgewichts von Leben und Natur lag. „Ich habe gelernt, dass das Leben wie der Fluss ein Kreislauf ist. Es bringt Leben und Nahrung, kann aber auch Zerstörung bringen. In Harmonie mit den Göttern zu leben bedeutet, dieses Gleichgewicht zu verstehen.“ Hapi grinste und ließ ihn passieren. Und so ging es weiter, während Akhen sich den Herausforderungen jedes Tors stellte. Er begegnete der löwenköpfigen Göttin Sekhmet, der kobraartigen Göttin Wadjet und dem falkenköpfigen Horus, die jeweils sein Wissen, seinen Mut und seine Reinheit prüften. Bei jeder Prüfung zog Akhen auf seine Weisheit und die Lektionen seines Lebens zurück und passierte die Tore nacheinander. Schließlich, nach dem Überqueren des letzten Tores, stand Akhen vor einem weiten Feld, das sich so weit das Auge reichte erstreckte. Das Feld der Schilfgründe, üppig und grün, war vom warmen Schein einer ewigen Sonne getränkt. In der Ferne konnte er die Gestalten seiner Vorfahren sehen, die ihn willkommen heißen wollten. Akhen trat in das Feld der Schilfgründe, sein Herz erfüllt von Frieden. Die Prüfungen waren vorbei und sein Platz im Jenseits war gesichert. Die Götter hatten ihn gerecht gerichtet und er hatte sich ihrer Segnung würdig erwiesen. Seine Vorfahren empfingen ihn mit offenen Armen, und zum ersten Mal seit vielen Jahren fühlte sich Akhen ganz. Die Sorgen der Welt der Lebenden waren verblasst, ersetzt durch die Ruhe dieses ewigen Paradieses. Während er durch die Felder wanderte, staunte er über die Schönheit um ihn herum – die goldenen Schilfrohre, die im Wind wiegten, die kristallklaren Gewässer, die durch das Land flossen, und die ewige Sonne, die sein Gesicht wärmte. Hier, im Land der Götter, würde Akhen die Ewigkeit in Freude und Frieden verbringen, umgeben von denen, die er im Leben geliebt hatte. Sein Herz, das gewogen und als wahr befunden worden war, hatte ihm die ultimative Belohnung gewährt – einen Platz im ewigen Paradies der Götter.Der Ruf zur Duat
Das Tribunal der Götter
Das Urteil
Die Tore der Duat
Die ewige Belohnung