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Über die Geschichte: Die Meerjungfrau vom brodelnden See ist ein Legend aus dominica, der im Contemporary spielt. Diese Descriptive Erzählung erforscht Themen wie Courage und ist geeignet für Adults. Sie bietet Entertaining Einblicke. Eine Geschichte von Feuer und Wasser, von verlorenen Seelen und ruhelosen Geistern—wagst du es, das Geheimnis des kochenden Sees zu lüften?.
Hoch in den nebligen Bergen von Dominica, eingebettet in das raue Gelände des Nationalparks Morne Trois Pitons, befindet sich ein Ort aus Feuer und Wasser—ein Ort, an dem die Erde atmet. Der Brennende See, ein unheimlicher Kessel aus brodelnden, sprudelnden grau-blauen Wassern, liegt wie ein altes Geheimnis zwischen den dampfenden Fumarolen und zerklüfteten Klippen. Nur wenige wagen es, sich ihm zu nähern, und die, die es tun, sprechen leise von der unheimlichen Energie des Sees, seinem unruhigen Geist.
Doch die Menschen von Laudat, dem kleinen Dorf am Fuß der Berge, erzählen eine andere Geschichte. Eine Geschichte, die in den Nächten um Lagerfeuer geflüstert wird, mit Stimmen, die kaum über den Atem hinausgehen.
Sie sprechen von Lamara.
Der Meerjungfrau des Brennenden Sees.
Einige sagen, sie sei eine Wächterin, durch Kräfte, die älter sind als die Zeit selbst, an den See gebunden. Andere behaupten, sie sei verflucht—ehemals Mensch, nun zwischen zwei Welten gefangen, weder zum Land noch zu den Tiefen gehörend. Aber alle sind sich eines einig: Wer sie sucht, muss sich in Acht nehmen.
Denn der See ist den Neugierigen nicht wohlgesinnt. Und Lamara verzeiht Eindringlinge nicht.
Die Warnungen waren immer klar gewesen. „Geh nicht allein zum Brennenden See.“ „Wenn du Gesang hörst, dreh um.“ „Wenn du sie siehst, lauf.“ Jovan war mit den Geschichten aufgewachsen. Sie wurden ihm als Kind erzählt, von den Ältesten von Laudat wie ein Gebet rezitiert. Geschichten, um die Neugierigen und Unvorsichtigen von den brodelnden Tiefen fernzuhalten. Aber Jovan war kein Kind mehr. Mit dreiundzwanzig Jahren war er ein Mann voller Abenteuerlust. Er hatte die höchsten Gipfel der Insel erklommen, in versteckten Teichen geschwommen und tief in den Regenwald gewandert. Doch der Brennende See blieb unbezwingt, seine Legende unerforscht. Und so brach er vor der Morgendämmerung allein auf, schlich sich aus dem Dorf, während der Morgennebel noch an den Hügeln hing. Der Weg war tückisch. Der Schlamm saugte an seinen Stiefeln, und die steilen Anstiege ließen seine Muskeln brennen. Der Regenwald um ihn herum pulsierte mit den Geräuschen der Wildnis—Vögel riefen aus dem Blätterdach, das Rascheln unsichtbarer Kreaturen im Unterholz begleiteten ihn. Je höher er kam, desto dichter wurde die Luft vom Schwefelduft, und der Boden unter ihm wurde heiß. Stunden vergingen, bevor er den letzten Aufstieg erreichte. Die Bäume wurden dünner, ersetzt durch zerschlissene Felsen und dampfende Ventile. Dann, endlich, trat der Brennende See in Sicht. Ein riesiger Kessel, dessen Oberfläche sich aufwühlte und dicke Dampfwolken aufstieß, die den Himmel verdeckten. Die Hitze war erstickend, die Luft dicht mit Feuchtigkeit. Jovan stand am Rand, atemlos. Er hatte es geschafft. Doch als er dort stand, geschah etwas Seltsames. Ein Geräusch. Zuerst leise. Kaum hörbar über das brodelnde Wasser. Dann klarer. Eine Stimme. Singend. Jovans Herz pochte heftig. Er drehte sich scharf um und suchte den Nebel ab. Die Stimme war wie nichts, was er je gehört hatte—gehütet, melodisch, durchzogen von etwas fast… melancholischem. Es war nicht auf Englisch. Es war nicht auf Kreolisch. Es war etwas Älteres, etwas, das sich um den Dampf schlang wie geflüsterte Magie. Und dann, durch den sich verschiebenden Nebel, sah er sie. Sie saß auf einem zerklüfteten Felsen am Ufer des Sees, den Rücken zu ihm, ihr langes, dunkles Haar fiel in feuchten Wellen über die Schultern. Jovan konnte sich nicht bewegen. Konnte nicht atmen. Die Geschichten waren wahr. Langsam drehte sie sich um, und er sah ihr Gesicht—elegant, unwirklich. Ihre silbernen Augen trafen seine, erfüllt von etwas, das er nicht deuten konnte. Angst? Neugier? Erkennung? „Wer bist du?“ schaffte es Jovan schließlich zu flüstern. Die Frau neigte leicht den Kopf, betrachtete ihn. „Lamara,“ sagte sie, ihre Stimme so flüssig wie das Wasser darunter. Jovan schluckte schwer. „Du bist echt.“ Sie zeigte das kleinste Anzeichen eines Lächelns. „Du auch.“ Ihr Schwanz—etwas Langes, Schillerndes, das im Mondlicht auf dem Ozean glänzte—wund sich unter ihr. Wassertropfen rannen von seiner Oberfläche, zischten zu Dampf, als sie den kochenden Boden berührten. Jovan machte einen vorsichtigen Schritt näher. „Was bist du?“ Sie blinzelte, als ob die Frage sie überraschte. „Ich bin, was der See aus mir gemacht hat.“ Jovans Kopf drehte sich. Ein Teil von ihm wollte weglaufen—umkehren, so tun, als hätte er sie nie gesehen. Aber ein anderer Teil, ein tieferer Teil, musste verstehen. „Du warst einmal Mensch,“ sagte er. Es war keine Frage. Lamara nickte, ihr Blick schweifte zum See. „Vor langer Zeit.“ „Wie?“ Sie seufzte, das Geräusch kaum hörbar über dem sprudelnden Wasser. „Ich war jung. Dumm. Ich kam hierher, genau wie du. Ich wollte die Kraft des Sees selbst erleben. Aber ich kam zu nah. Die Geister, die hier wohnen… sie verzeihen Eindringlingen nicht.“ Jovan fröstelte trotz der Hitze. „Die Geister?“ Lamaras silberne Augen verdunkelten sich. „Sie sind alt. Älter als diese Insel. Älter als die Zeit. Sie mögen es nicht, gestört zu werden.“ Eine plötzliche Windböe fegte durch die Schlucht und ließ den Nebel aufsteigen. Die Oberfläche des Sees brodelte heftiger, als wolle sie warnen. „Du solltest gehen,“ sagte Lamara abrupt. „Jetzt.“ Jovan zögerte. „Ich—“ Ein tiefes Grollen unterbrach ihn. Der Boden unter seinen Füßen bebte. Der Nebel wurde dichter. Und dann—Flüstern. Leise, heimtückisch. Nicht von Lamara. Vom See. Die Stimmen waren tief, guttural, sprachen in einer Sprache, die Jovan nicht verstand. Aber ihre Botschaft war klar. Jovan taumelte zurück, sein Herz raste. „Was—“ Lamaras Augen waren jetzt dringend. „Sie sind wütend. Du musst gehen.“ Er widersprach nicht. Er drehte sich um und rannte den Weg zurück, den er gekommen war, sein Atem keuchte, seine Beine schmerzten. Hinter ihm stiegen die Flüstern zu einem ohrenbetäubenden Getöse auf, der Nebel wuchs sich wie klammernde Hände. Er hörte nicht auf zu rennen, bis die Hitze nachließ, die Luft klar wurde, die Bäume sich um ihn schlossen. Erst dann fiel er auf die Knie, keuchend nach Luft. Als er schließlich wagte, zurückzublicken, hatte sich der Nebel gelegt. Der See war ruhig. Lamara war verschwunden. Jovan sprach nie über das, was er gesehen hatte. Die Ältesten wussten es. Sie sahen es in seinen Augen—das Gewicht des Wissens, die Last der Wahrheit. Er kehrte nie zum Brennenden See zurück. Aber manchmal, in stillen Nächten, wenn der Wind den Schwefelduft von den Bergen herabtrug, schwor er, ihr Lied hören zu können. Und er wusste—sie war immer noch dort. Beobachtend. Wartend.Die verbotene Reise
Das Lied der Tiefe
Geheimnisse unter der Oberfläche
Die Warnung der Wächterin
Du gehörst nicht hierhin.
Epilog: Der Wächter im Nebel