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Über die Geschichte: Die Seehexen ist ein Legend aus ireland, der im Medieval spielt. Diese Descriptive Erzählung erforscht Themen wie Wisdom und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Moral Einblicke. Die Suche eines Fischers nach Wahrheit unter den Legenden der nebligen Küsten Irlands.
In den windgepeitschten Landen Irlands, wo die Klippen die stürmische Umarmung der Nordsee treffen, sind die Flüstereien der Meerhexe längst zum Stoff von Geschichten am Kamin geworden. Generationen von Dorfbewohnern in Dúnmara, einem malerischen Fischerdorf, das sich an den Rand dieser zerklüfteten Klippen klammert, wuchsen mit der eindringlichen Melodie dieser Mythen auf. Für die erfahrenen Seeleute waren die Hexen mehr als nur Legenden; sie waren Warnungen, die sich tief in die Herzen der Mutigen eingeprägt hatten.
Hier befindet sich Callum O’Daire, ein Fischer mit unstillbarer Neugier, der sich mit seinen Nachbarn im Konflikt befindet. Anders als sie hatte Callum nicht die Absicht, die sagenumwobene Insel Seastone zu meiden. Stattdessen träumte er davon, ihre Geheimnisse zu enthüllen, selbst wenn es bedeuten würde, sein Leben zu riskieren.
# Echos der Legenden
Die Morgensonne kämpfte darum, durch die schweren, aschfarbenen Wolken zu brechen, die über Dúnmara hingen. Das Dorf summte vor Leben, während Frauen Netze reparierten, Kinder sich durch die Kopfsteinpflasterstraßen jagten und Männer Boote für den Fang des Tages vorbereiteten. Callum hingegen hatte ein anderes Ziel vor Augen.
„Du bist ein Narr, Callum!“, rügte Sean, sein ältester Freund, als er sah, wie Callum Vorräte in sein kleines, wettergegerbtes Schlauchboot packte. „Du wirst nicht nur dein Leben verlieren, sondern riskierst auch, das Meer und seine Hüter zu verärgern.“
Callum grinste, obwohl er das Gewicht von Seans Worten spürte. „Jemand muss die Wahrheit kennen, Sean. Die Geschichten über die Hexen haben unser Leben lange genug gefesselt. Ich werde nicht in Angst vor Schatten leben.“
In der Nähe näherte sich Sorcha, die Dorfheilerin, mit ihren wettergegerbten Händen, die ein Fläschchen gesegneten Öls hielten. „Wenn du nicht abgeschreckt wirst, nimm dies. Es mag dich nicht retten, aber es könnte deine Seele schützen.“ Ihre Stimme zitterte, als ob ihre Worte allein Callums Untergang vorhersahen.
„Danke, Sorcha. Ich werde dafür sorgen, dass deine Güte nicht verschwendet wird“, antwortete Callum feierlich.
Während die Gezeiten sein Schlauchboot ins weite Unbekannte zogen, beobachteten die Dorfbewohner ihn in gedämpftem Unglauben, ihre Gebete verloren im Rauschen des Meeres.

# Durch den Schleier
Stunden vergingen, während Callum dem Horizont entgegen ruderte, die salzige Luft biss in seine Haut. Die Insel Seastone, ein bedrohlicher Schatten in der Ferne, schien lebendig zu sein, ihre Klippen verzogen sich zu Formen, die eingefrorene Schreie nachahmten. Das Meer spiegelte die Feindseligkeit des Himmels wider, seine dunklen Wassermassen wirbelten, als wollten sie Callum vor dem von ihm gewählten Pfad warnen.
Eine Nebelsperre zog auf, so dicht, dass sie die Welt verschlang. Callums Instinkte sagten ihm, umzukehren, doch sein Entschluss war stärker. Irgendwo in diesem unheimlichen Nebel lagen die Antworten, die er suchte. Dann, aus dem Dunst, drang eine eindringliche Melodie zu seinen Ohren – sanft und melancholisch, wie ein Wiegenlied, das von Geistern gesungen wurde.
Er erstarrte. Auf einem zerklüfteten Felsen, der aus den Wellen ragte, stand die erste Hexe. Ihr Haar floss wie Wasser aus Mondlicht, ihr Blick durchdringend und doch unergründlich.
„Warum betrittst du unser Reich?“, fragte sie mit einer ätherischen und befehlenden Stimme.
„Ich suche die Wahrheit über eure Art“, antwortete Callum und verstärkte seinen Griff um die Ruder.
„Die Wahrheit“, wiederholte sie, ihr Lachen vermischte sich mit dem Krachen der Wellen. „Sie wird dich ertränken, Sterblicher. Kehre zurück, bevor die Gezeiten mehr fordern, als du geben kannst.“
Doch Callum, stur wie die Klippen von Dúnmara, drängte weiter voran, sein Boot glitt an ihrer unheimlichen Gestalt vorbei.
# Die Ankunft auf Seastone
Die Insel Seastone war eine andere Welt, getrennt von der sterblichen Welt. Hohe Klippen säumten ihre Küsten, und die Luft knisterte vor einer Energie, die lebendig schien. Callum zog sein Boot auf den kiesigen Strand, jeder Schritt zögerlich, doch getrieben von Neugier.
Die Hexen erwarteten ihn in einer halbmondförmigen Formation, ihre Gestalten leuchtend gegen die Dunkelheit. Jede war einzigartig – eine hatte Augen wie Saphire, eine andere eine Mähne aus schwarzen Federn, und eine dritte führte einen Stab, der mit Symbolen verziert war, die sich wie Wellen verschoben.
„Wir sind die Meerhexe“, sagten sie einstimmig, ihre Stimmen verschmolzen zu einem eindringlichen Chor. „Wir bewahren das Gleichgewicht, bestrafen die Rücksichtslosen und verschonen die Würdigen. Was suchst du in unserem Reich?“
„Ich suche Verständnis“, sagte Callum und verbeugte sich leicht. „Ich möchte wissen, warum ihr unsere Meere heimsucht.“
Die älteste der Hexen trat vor. Ihre Haut glänzte wie poliertes Obsidian, und ihre Augen trugen Jahrhunderte der Weisheit. „Wissen wird nicht kostenlos gegeben. Was wirst du dafür opfern?“
# Der Preis des Wissens
Die Forderung der Hexen war einfach, aber grausam: eine Erinnerung, die Callum selbst wählen musste. Es musste ein Moment sein, den er zutiefst schätzte, einer, der seine Freude definierte. Callums Brust spannte sich an. Das Meer forderte immer seinen Tribut, aber war er bereit, einen Teil von sich selbst zu opfern?
Nach einem Moment schweren Schweigens sprach er. „Nehmt die Erinnerung an die Wiegenlieder meiner Mutter“, flüsterte er, seine Stimme brach. „Ihre Stimme tröstete mich durch die dunkelsten Nächte.“
Die Hexen schlossen ihre Augen, ihr Gesang erfüllte die Luft, als würde das Gewebe der Realität erbeben. Callum spürte, wie die Erinnerung entglitt, zurück blieb ein Schmerz, den er nicht beschreiben konnte.
„Du hast den Preis bezahlt“, sagte die älteste Hexe. „Aber denke daran, Sterblicher, die Geschenke des Meeres sind flüchtig, und seine Forderungen ewig.“

# Die Prüfungen des Ozeans
Die Hexen führten Callum zum Rand einer hoch aufragenden Klippe. Darunter tobte der Ozean, seine Wellen bildeten ein Labyrinth unmöglicher Pfade.
„Durchquere diesen Sturm“, befahlen die Hexen. „Überlebe, und die Antworten, die du suchst, werden dir gehören.“
Callum stürzte sich ins Chaos, sein Schlauchboot hielt sich kaum zusammen, während die Wellen es wie ein Spielzeug hin und her warfen. Jede Welle prüfte seinen Willen, jedes Donnerschlag drohte, seinen Geist zu brechen. An einem Punkt erhob sich eine gewaltige Welle vor ihm, ihre Kämme geformt wie ein klaffender Schlund.
Doch inmitten des Sturms fand Callum Klarheit. Er passte seinen Kurs an und ließ sich von seiner Intuition durch das Labyrinth leiten. Im Herzen entdeckte er eine kristalline Muschel, die pulsierend vor Licht erstrahlte. Als er sie berührte, erfassten ihn Visionen – die Entstehung des Meeres, seine Macht und die ewige Wache der Hexen.
# Rückkehr nach Dúnmara
Callum kehrte nach Dúnmara als veränderter Mann zurück. Seine einst hellen Augen hielten nun Tiefen von Trauer und Weisheit. Die Dorfbewohner versammelten sich um ihn, ihre Gesichter waren eine Mischung aus Erleichterung und Ehrfurcht.
„Die Hexen sind nicht böse“, erzählte Callum ihnen. „Sie sind die Hüter des Gleichgewichts und sorgen dafür, dass die Macht des Meeres respektiert wird. Sie zu trotzen bedeutet, dem Wesen des Lebens selbst zu trotzen.“
Seine Worte verbreiteten sich über Dúnmara hinaus und inspirierten andere, den Ozean nicht als Feind, sondern als eine zu verehrende Kraft zu sehen.

# Die Ewige Wache der Hexen
Jahre vergingen, und Callums Geschichte wurde zu einem Eckpfeiler der irischen Folklore. Oft saß er an den Klippen und starrte zum Horizont, als suche er nach den geisterhaften Erscheinungen der Hexen. Obwohl er älter wurde, kehrte die Erinnerung, die er verloren hatte, nie zurück – eine Leere, die ihn an den Preis seiner Reise erinnerte.
Die Hexen hingegen setzten ihre Wache über die Meere fort. Ihre Gestalten erschienen manchmal Seeleuten in Not, ihre Präsenz zugleich eine Warnung und ein Wegweiser.
