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Der Geisterfischer von Rodney Bay
A haunting night in Rodney Bay, Saint Lucia, where a lone fishing boat drifts under the eerie glow of the moon. In the distance, the ghostly figure of a fisherman casts his net, shrouded in mist and legend.

Über die Geschichte: Der Geisterfischer von Rodney Bay ist ein Legend aus saint-lucia, der im Contemporary spielt. Diese Descriptive Erzählung erforscht Themen wie Nature und ist geeignet für Young. Sie bietet Moral Einblicke. Ein verfluchter Fischer spukt in den Gewässern von Saint Lucia und sucht nach einer Seele, die seinen Platz einnehmen kann.

Rodney Bay, St. Lucia – ein Ort voller Schönheit, Wärme und jener Sonnenuntergänge, die Dichter zu Tränen rühren. Die Wellen rollen träge heran und küssen das goldene Ufer. Die Luft riecht nach Salz und Gewürzen, die aus den kreolischen Küchen entlang der Marina aufsteigen. Für die Touristen ist es ein Paradies.

Doch die alten Fischer erzählen eine andere Geschichte.

In der Nacht, wenn der Mond sich hinter einer Wolkendecke verbirgt und der Wind in eine unheimliche Stille verstummt, ist das Wasser kein Freund. Es ist ein Spiegel, der Dinge reflektiert, die besser ungesehen bleiben sollten.

Sie sprechen von einem einsamen Fischer, einem Mann, der der Zeit und den Gezeiten verloren ist. Ein Mann, der nicht dort sein sollte.

Sie nennen ihn den Geisterfischer.

Niemand weiß, woher er kam oder was er will. Aber eines ist gewiss – wenn man das Flüstern seines Netzes hört, das sich durch das Wasser schneidet, ist es bereits zu spät.

Die Warnung

Der Tag war lang gewesen, doch Elias Jn-Pierre war an lange Tage gewöhnt. Seine schwieligen Hände arbeiteten geschickt und banden die letzten Knoten seines Fischernetzes. Die Sonne schmolz am Horizont dahin und malte den Himmel mit ihrem letzten Meisterwerk, bevor die Nacht ihn vollständig verschlang.

Von seinem Platz auf den Docks saß der alte Josiah und beobachtete.

„Ein Sturm zieht auf“, murmelte der alte Mann und kaute an einem Stück Zuckerrohr. Seine Stimme war heiser, gezeichnet von Salzwasserluft und zu vielen Zigaretten.

Elias blickte auf. Der Himmel war klar. Das Meer ruhig. „Sieht für mich nicht nach einem Sturm aus.“

Josiah lachte, ein tiefes, wissendes Geräusch. „Nicht alle Stürme zeigen sich am Himmel, Junge. Manchmal ziehen sie im Dunkeln auf, um dich unter sich zu reißen.“

Elias rollte mit den Augen. „Du und deine Geistergeschichten.“

Josiah verengte den Blick. „Es ist Neumond.“ Er stoppte, senkte die Stimme. „Heute Nacht wird der Geisterfischer unterwegs sein.“

Für einen Moment spürte Elias, wie etwas seinen Rücken hinaufkrabbelte, wie kalte Finger, die über seine Haut strichen. Doch er schüttelte das Gefühl ab. Geschichten sind Geschichten.

Dennoch begegnete er nicht den Augen von Josiah, als er sich vom Dock löste und sein kleines Boot in die Nacht hinaustrieb.

Schatten auf dem Wasser

Elias ruderte hinaus über die Marina hinaus, das rhythmische Plätschern des Wassers gegen das Holz sein einziger Begleiter. Die Luft war dicht, schwer, als würde sie auf etwas warten.

Er warf sein Netz aus, die vertraute Bewegung beruhigte seine Nerven. Er fischte schon seit seiner Kindheit in diesen Gewässern – was hatte er zu fürchten?

Dann riss das Netz.

Stark.

Elias verlor beinahe den Griff, als etwas Massives gegen ihn zog. Seine Arme brannten, während er zog, Schweißperlen standen auf seiner Stirn. Das Gewicht war unnatürlich – totes Gewicht – das sein Boot leicht nach vorne zog.

Und dann, genauso plötzlich wie es gekommen war, verschwand die Zugkraft.

Elias holte tief Luft. Seine Augen durchkämmten das Wasser, sein Herz hämmerte. Etwas war da unten. Beobachtete ihn.

Dann – eine Hand.

Blass. Wassergeschwärzt. Tauchte von unten auf.

Elias stolperte zurück, der Atem stockte in seinem Hals. Er blinzelte, und sie war verschwunden.

Doch das Wasser kräuselte sich.

Ein Flüstern fuhr vom Wind.

„Noch nicht.“

Das Geisterboot

Elias wartete nicht ab, was als Nächstes passieren würde. Er steuerte das Boot zurück zur Küste, die Hände zitterten an den Rudergriffen.

Doch dann sah er es.

Ein Boot trieb vor ihm her. Still. Aalt. Sein Holz schwarz und wasservoll, kaum noch zusammenhaltend.

Eine Gestalt stand an Bord.

Groß. Bewegungslos. In Schatten gehüllt.

Elias' Blut gefror. Der Geisterfischer.

Die Gestalt warf ein Netz, langsam und bedächtig. Das Wasser verschlang es gierig. Und dann, als würde die Gestalt ihn spüren, drehte sie sich um.

Ihre Augen – hohl. Leer. Endlos.

Elias' Atem stockte, er konnte nicht wegsehen. Konnte sich nicht bewegen.

Dann kam das Flüstern wieder.

„Noch nicht... aber bald.“

Der Wind heulte, die Wellen schlugen, und plötzlich – das Boot war verschwunden.

Die Wahrheit des Alten Mannes

Elias erreichte die Küste, zitternd. Er taumelte auf die Docks, kaum noch atmen zu können. Josiah war noch immer da und wartete.

„Du hast ihn gesehen“, sagte der alte Mann. Es war keine Frage.

Elias nickte.

Josiah seufzte und rieb sich die Schläfen. „Er sucht jemanden, der seinen Platz einnimmt.“

Elias schluckte schwer.

Josiah lehnte sich näher, seine Stimme war leise. „Es gab vor langer Zeit einen Mann. Einen Fischer. Gierig, rücksichtslos. Er wollte mehr, als das Meer ihm geben konnte. Also warf er eines Nachts sein Netz zu tief.“ Der alte Mann atmete aus. „Das Meer nahm ihn. Und nun ist er verflucht, diese Gewässer zu durchstreifen, auf der Suche nach einem weiteren Narren, der seine Last auf sich nimmt.“

Elias fröstelte.

„Und jetzt“, fuhr Josiah fort, „hat er dich gesehen.“

Ein Netz im Sand

Die Tage vergingen, doch Elias konnte das Gefühl, beobachtet zu werden, nicht abschütteln.

Das Meer war immer sein Freund gewesen. Jetzt fühlte es sich an wie ein offenes Grab.

Er hörte auf, nachts zu fischen. Vermeidet es, zu weit von der Küste wegzufahren. Doch egal, was er tat, die Flüstern folgten ihm.

Dann, eines Abends, als er entlang des Strandes ging, sah er etwas im Sand.

Ein Netz.

Abgenutzt. Feucht. Verheddert in Algen.

Sein Atem stockte. Seine Hände ballten sich.

Vor ihm lag eine Wahl.

Zurück ins Meer gehen und dem Geist ins Auge blicken – oder fliehen, wohlwissend, dass er sich nie wirklich entziehen würde.

Der letzte Fang

Die Nacht war still. Das Wasser ruhig.

Elias ruderte hinaus in die Bucht, das verfluchte Netz fest in den Händen.

Der Wind trug ein Flüstern:

„Du bist bereit.“

Das alte Boot tauchte auf.

Der Geisterfischer stand an Bord.

Er wartete.

Elias holte tief Luft. Ruhig.

Und dann – warf er das Netz aus.

Der Wind heulte. Die Wellen tobten.

Der Geist stürzte sich.

Und dann – Dunkelheit.

Epilog: Eine neue Legende beginnt

Am nächsten Morgen fanden die Fischer von Rodney Bay Elias’ Boot, das triebend im Wasser lag.

Leer.

Josiah stand auf den Docks und beobachtete.

Er seufzte und nahm seinen Hut ab.

Dann, vom Meer her, ein Flüstern.

„Noch nicht... aber bald.“

Und weit jenseits der Brandung warf eine einsame Gestalt ein Netz ins Wasser.

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