Lesezeit: 8 min

Über die Geschichte: Vielleicht zu träumen ist ein Realistic Fiction aus united-states, der im 20th-century spielt. Diese Dramatic Erzählung erforscht Themen wie Loss und ist geeignet für Adults. Sie bietet Entertaining Einblicke. Angst nimmt Gestalt in den Träumen an, und für Edward Hall gibt es kein Aufwachen.
Edward Hall kannte keinen Tag in seinem Leben, an dem er sich sicher fühlte, keinen Tag, an dem er sich nicht gejagt fühlte, als würde immer etwas Schreckliches im Dunkeln lauern, das darauf wartete, ihn zu verschlingen. Es war diese Angst oder vielleicht die Natur seines Geistes, die ihn in die Praxis von Dr. Eliot Rathmann führte, nicht zum ersten Mal, sondern aus Angst, dass es das letzte Mal sein könnte. Dr. Rathmann, ein ruhiger und gefasster Psychiater, hatte Edwards Ängste bereits zuvor angehört, wenn auch mit wenig Erfolg, sie zu lindern. Dieses Mal jedoch hatte Edwards Geschichte eine neue Wendung genommen – eine erschreckende und unvermeidliche Realität, vor der Edward fürchtete, nicht mehr aufzuwachen. Er hatte Angst zu schlafen, Angst, dass es seine letzte Nacht wäre, wenn er wieder träumte.
Edward saß gegenüber dem Psychiater, seine Hände umklammerten und lösten sich unruhig an den Armlehnen des Stuhls. Seine Augen huschten nervös im Raum umher, verfolgten die Ränder der Gemälde an der Wand, die Details des Diploms, das nahe dem Fenster hing, und ruhten schließlich auf der düsteren Gestalt von Dr. Rathmann.
„Ich werde sterben“, sagte Edward leise, seine Stimme flach und emotionslos, als ob die Realität der Aussage bereits eingetroffen wäre.
Dr. Rathmann lehnte sich leicht vor, seine Finger verschränkt unter seinem Kinn. „Edward, wir haben schon darüber gesprochen. Deine Herzkrankheit ist real, ja, aber wir haben auch darüber gesprochen, wie deine Ängste deine Befürchtungen verstärken könnten. Sag es mir noch einmal – was lässt dich dieses Mal so sicher sein?“
Edwards Blick war intensiv. „Der Traum. Es ist der Traum, der mich töten wird.“
„Ein weiterer Traum?“ fragte der Psychiater sanft und kritzelte in sein Notizbuch. Er hatte schon von den Träumen gehört, aber jedes Mal, wenn Edward zurückkehrte, schienen die Albträume intensiver zu werden.
„Ja“, atmete Edward aus, seine Stimme zitterte. „Es ist dieses Mal anders. Es ist sie.“
„Sie?“
„Sie wartet auf mich. Im Traum. Sie ist immer da, aber jetzt kann ich es fühlen – dieses Mal werde ich nicht aufwachen.“
Edward hatte lange unter lebhaften Träumen gelitten. Es waren keine Träume im üblichen Sinne – eher lebhafte Halluzinationen, die die Grenzen zwischen der Traumwelt und der Realität verwischten. Oft, wenn Edward einschlief, fand er sich in bizarren Landschaften wieder, die mit seltsamen Gestalten gefüllt waren, die schienen, ihn zu rufen. Doch trotz ihrer Seltsamkeit fühlten sie sich immer real und greifbar an. Dieses Mal hatte sich der Traum jedoch verändert. Es war keine surreale Welt aus verzerrten Gebäuden und wechselnden Himmel mehr. Stattdessen befand sich Edward auf einem Jahrmarkt, bunt leuchtende Lichter flackerten am Nachthimmel. Der Geruch von Popcorn und frittierten Speisen lag schwer in der Luft, doch darunter lauerte etwas Dunkleres – eine unterschwellige Gefahr. Er wanderte die Hauptstraße des Jahrmarkts entlang, seine Füße bewegten sich von selbst und führten ihn zu einem bestimmten Zelt. Es war klein und unscheinbar im Vergleich zu den größeren Attraktionen darum herum. Das Schild darüber lautete: „Die Königin der Herzen – Kenne dein Schicksal.“ Edward spürte einen kalten Schauer über seinen Rücken laufen. Er wollte nicht hineingehen, nicht sehen, was ihn im Inneren erwartete, aber seine Füße bewegten sich unaufhaltsam vorwärts. Im Inneren des Zeltes gab es einen kleinen runden Tisch, der mit einem purpurroten Tuch bedeckt war. Eine einzelne Kerze flackerte in der Mitte und warf lange Schatten an die Leinwandwände. An dem Tisch saß eine Frau – ihr Gesicht war blass und schön, ihre Augen scharf und dunkel wie die eines Raubtiers. „Setz dich“, befahl sie, ihre Stimme samtig, aber von Gefahr durchzogen. Edward gehorchte. Er konnte ihr nicht widerstehen. Etwas an der Art, wie sie ihn ansah, etwas Uraltes und Allwissendes ließ ihn fühlen, als wäre er ein Kind in der Gegenwart eines Gottes. „Du bist gekommen, um dein Schicksal zu kennen“, sagte sie und mischte geschickt ein Kartenspiel zwischen ihren schlanken Fingern. „Ich will es nicht wissen“, flüsterte Edward, seine Stimme kaum hörbar. Sie lächelte, aber es war ein kaltes, spöttisches Lächeln. „Es spielt keine Rolle. Du hast dein ganzes Leben lang vor ihm weggelaufen. Aber hier, im Traum, gibt es keinen Ort mehr, an den du fliehen kannst.“ Mit einer anmutigen Bewegung ihres Handgelenks breitete sie die Karten auf dem Tisch, verdeckt, aus. „Wähle“, wies sie an. Seine Hand zitterte, als er nach den Karten griff, aber bevor er sie berühren konnte, streckte die Frau ihre Hand aus und packte sein Handgelenk. Ihre Berührung war eiskalt. „Nein“, flüsterte sie und beugte sich nah an ihn heran. „Die Karten haben bereits gewählt.“ Sie drehte eine Karte um und Edwards Herz schien in seiner Brust stehen zu bleiben. Es war die Königin der Herzen. Edward erschrak wach, sein Herz raste, Schweiß strömte ihm übers Gesicht. Er lag in seinem Bett, in seiner eigenen Wohnung, aber die Angst aus dem Traum klebte an ihm wie ein Schatten und wickelte ihre eisigen Ranken um seinen Geist. Er konnte das Bild der Königin der Herzen nicht abschütteln, ihr blasses Gesicht, ihr spöttisches Lächeln. Es fühlte sich an, als wäre sie immer noch da, würde ihn beobachten und darauf warten, dass er wieder einschläft. Er stolperte aus dem Bett, der Raum drehte sich, während das Adrenalin durch seine Adern pumpte. Er konnte nicht wieder schlafen. Er wusste, was dort auf ihn wartete, wusste, dass wenn er in den Traum zurückkehrte, sie auf ihn warten würde – und dieses Mal würde sie beenden, was sie begonnen hatte. Tagelang blieb Edward wach, sein Geist entwirrte sich mit jeder Stunde. Die Grenze zwischen Realität und Traum verschwamm, bis er nicht mehr sagen konnte, ob er wach war oder in einem weiteren Albtraum gefangen war. Die Stadt draußen vor seinem Fenster nahm eine albtraumhafte Qualität an, die Menschen auf den Straßen bewegten sich wie Geister, ihre Gesichter verzerrt und grotesk. Er sah sie überall. Im Spiegelbild eines Schaufensters, im Flackern der Scheinwerfer eines vorbeifahrenden Autos. Immer die Königin der Herzen, immer wachsam, immer wartend. Dr. Rathmanns Worte hallten in seinem Geist wider. „Es ist nur ein Traum. Du kannst ihn kontrollieren, wenn du dich ihm stellst.“ Aber wie sollte er sich ihm stellen, wenn schon der Gedanke, die Augen zu schließen, ihn mit Terror erfüllte? Die Tage vergingen wie im Flug, jeder schlimmer als der vorherige. Edward war zu einem Schatten seiner selbst geworden, ausgehungert und mit hohlen Augen, sein einst gepflegtes Erscheinungsbild nun zerzaust und wild. Er hatte fast eine Woche lang nicht geschlafen, und er wusste, sein Körper konnte nicht mehr viel aushalten. Er war ein letztes Mal in Dr. Rathmanns Praxis zurückgekehrt, verzweifelt auf der Suche nach Hilfe, aber selbst der Psychiater schien der unerbittlichen Kraft von Edwards Angst nichts entgegenzusetzen. Ihm waren Medikamente verschrieben worden, aber Edward hatte sie nicht genommen. Der Gedanke an Schlaf – daran, sich dem Traum hinzugeben – war zu erschreckend. Aber jetzt, als er allein in seiner dunklen Wohnung saß, das Gewicht der Erschöpfung ihn wie eine bleierne Kette zerrte, wusste Edward, dass es kein Entkommen mehr gab. Er konnte nicht ewig wach bleiben. Die Königin der Herzen wartete. Seine Augen flatterten zu, die Welt um ihn herum löste sich in Dunkelheit auf. Der Jahrmarkt erschien erneut, die hellen Lichter flackerten gegen den Nachthimmel. Der Geruch von Popcorn und frittierten Speisen erfüllte seine Sinne. Sie war da, stand in der Mitte des Jahrmarkts, ihre Augen auf ihn gerichtet. Dieses Mal gab es kein Zögern, keine Angst vor dem Unbekannten. Er wusste, was kommen würde. „Du bist zurückgekommen“, sagte sie, ihre Stimme sanft und tödlich. „Ich hatte keine Wahl“, antwortete Edward, seine Stimme hohl. „Nein“, stimmte sie zu und trat näher. „Das hattest du nie.“ Sie streckte die Hand aus, ihre kalte Hand streichelte seine Wange. „Es ist Zeit zu schlafen, Edward.“ Die Welt um ihn begann zu verblassen, die Lichter des Jahrmarkts dimmten, die Geräusche wurden leiser. Sein Körper fühlte sich schwer an, als würde er in den Boden einsinken. Er konnte spüren, wie sein Herz langsamer schlug, jeder Schlag ein schmerzhaftes Pochen in seiner Brust. Und dann war da nichts mehr. {{{_04}}} Dr. Rathmann saß in seiner Praxis und starrte auf den leeren Stuhl, auf dem einst Edward gesessen hatte. Es waren drei Tage vergangen, seit er ihn zuletzt gesehen hatte, drei Tage, seit Edward seine Praxis in einem Zustand der Angst und Erschöpfung verlassen hatte. Die Nachricht von seinem Tod hatte ihn an diesem Morgen erreicht. Edward Hall war in seiner Wohnung aufgefunden worden, sein Körper still und kalt, sein Gesicht in einem letzten Ausdruck von Terror verzerrt. Es gab keine Anzeichen von Kampf, keine Hinweise auf ein fremdes Wirken – nur einen Mann, der im Schlaf gestorben war. Dr. Rathmann schüttelte traurig den Kopf, wissend, dass der Traum für Edward allzu real gewesen war. Er hatte versucht, ihn zu retten, versucht, ihn davon zu überzeugen, dass alles nur in seinem Kopf sei, aber am Ende war die Angst zu groß gewesen. Während er auf den leeren Stuhl starrte, lief ihm ein Schauder über den Rücken. Für einen Moment, nur einen kurzen Moment, glaubte er, etwas zu sehen – ein Flackern von Bewegung, einen Schatten, ein Gesicht. Aber als er blinzelte, war es verschwunden.Der Traum beginnt
Abstieg in den Wahnsinn
Der letzte Schlaf
Nachwirkungen