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Über die Geschichte: Prinz Radu und der Schwarze Wolf ist ein Legend aus romania, der im Medieval spielt. Diese Descriptive Erzählung erforscht Themen wie Justice und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Cultural Einblicke. Ein verfluchter Prinz, ein legendäres Ungeheuer und ein Kampf um Gerechtigkeit im Herzen des mittelalterlichen Rumäniens.
Im Herzen des mittelalterlichen Rumäniens, wo die Karpaten wie alte Wächter emporragten und dunkle Wälder dem Wind Geheimnisse zuflüsterten, lag ein Schatten über dem Land. Es waren nicht die üblichen Bedrohungen von Krieg oder politischem Verrat, die das Volk beunruhigten – es war etwas viel Älteres, etwas jenseits menschlichen Verständnisses.
Ein Biest durchstreifte das Land. Ein großer schwarzer Wolf, größer als jedes natürliche Geschöpf, mit leuchtend silbernen Augen, die die Dunkelheit durchbohrten. Die Dorfbewohner nannten ihn "Lupul Negru", den Schwarzen Wolf, und er war zum Albtraum jedes Haushalts geworden.
Keine Falle konnte ihn halten, keine Klinge konnte ihn verwunden. Die Felder wurden verrottet, da die Bauern nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr ihre Türen verließen. Mütter hielten ihre Kinder nachts fest, flüsterten Gebete, um den Zorn des Monsters abzuwehren. Einige glaubten, dass es das Werk des Teufels selbst war. Andere behaupteten, es sei der Geist eines gefallenen Kriegers, verflucht, das Land zu durchwandern, bis die Gerechtigkeit geschehen sei.
Für Prinz Radu, den Herrscher dieses unruhigen Landes, war dies keine bloße Legende. Dies war Krieg. Und er würde derjenige sein, der ihn beenden würde.
Die Sonne ging unter, als Radu seine vertrauenswürdigsten Ritter in die große Halle seiner Burg versammelte. Eine Karte lag auf dem Holztisch ausgebreitet, deren Ränder mit dem Alter eingerollt waren. Seine Finger zeichneten den Fluss, der durch das Herz seines Königreichs schnitt und zum Schwarzen Wald führte, wo das Biest zuletzt gesehen wurde. "Wir reiten heute Nacht aus," verkündete er. Seine Stimme war ruhig und unbeirrbar. "Kein weiteres Warten. Kein weiteres Verstecken. Das endet jetzt." Die Ritter murmelten ihr Einverständnis, obwohl Unbehagen in ihren Augen aufblitzte. Sie waren mutige Männer, kampferprobte Krieger, aber dies war anders als jeder Feind, dem sie zuvor gegenüberstanden. Während sie sich auf die Jagd vorbereiteten, näherte sich Radu’s jüngerer Bruder, Nicolae, ihm. "Bruder," sagte er zögernd, "was, wenn die Geschichten wahr sind? Was, wenn dies mehr als ein Biest ist?" Radu legte eine beruhigende Hand auf Nicolaes Schulter. "Dann werden wir ihm entgegen treten, was auch immer es sein mag. Ich werde nicht zulassen, dass Angst unser Volk regiert." Und damit ritten sie in die Dunkelheit. Der Wald verschlang sie vollständig. Die hoch aufragenden Kiefern blockierten das Mondlicht, und eine unheimliche Stille umhüllte sie. Keine Vögel, keine Insekten, nur das Geräusch von Hufen, die über verwelkte Blätter knirschten. Ein dichter Nebel schlängelte sich durch die Bäume und umschlang ihre Beine wie geisterhafte Finger. Die Männer flüsterten Gebete vor sich hin. Sogar die Pferde waren unruhig, ihre Ohren zuckten hin und her, als ob sie etwas Unsichtbares hören würden. Dann hörten sie es. Ein tiefes, kehliges Knurren, so tief, dass es in ihren eigenen Knochen zu vibrieren schien. "Bleibt zusammen!" befahl Radu und zog sein Schwert. Das Stahl glänzte im schwachen Licht, ein Symbol menschlichen Trotz gegenüber dem Unbekannten. Ein Schatten bewegte sich zwischen den Bäumen, schnell und lautlos. Die Ritter hatten kaum Zeit zu reagieren, bevor eine massive schwarze Gestalt aus der Dunkelheit hervorsprang und einen der Männer völlig von seinem Pferd riss. Schreie erfüllten die Luft. Es herrschte Chaos. Das Biest bewegte sich wie Rauch, erschien und verschwand, bevor irgendeine Klinge es berühren konnte. Der zu Boden gefallene Ritter hatte kaum Zeit, seinen Dolch zu ziehen, bevor die Kiefer des Schwarzen Wolfes sich um seinen Hals schlossen. Ein ekelerregendes Knirschen hallte durch den Wald. "Bildet einen Kreis!" rief Radu, während sein Pferd unter ihm drang. Die Männer gehorchten, Schilde erhoben, Schwerter gezogen, aber es war vergebens. Das Biest spielte mit ihnen, schlug aus den Schatten zu und zog sich zurück, bevor sie reagieren konnten. Dann, ebenso plötzlich wie es gekommen war, stoppte der Wolf. Er stand am Rand der Lichtung und beobachtete sie. Er studierte sie. Und in diesem Moment sah Radu etwas, das ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ. Seine Augen. Es waren nicht die Augen eines gedankenlosen Bestien. Sie waren intelligent. Wissend. Menschlich. Und dann, als die ersten Strahlen der Morgendämmerung die Baumkronen berührten, verschwand der Schwarze Wolf im Nebel. Verwundet und erschüttert wusste Radu, dass sie dieses Wesen nicht bekämpfen konnten wie ein einfaches Tier. Er brauchte Antworten. Also suchte er die eine Person auf, die sie vielleicht besitzen konnte. Die alte Hexe lebte am Stadtrand des Königreichs, in einer zerfallenden Steinhütte, umgeben von dornenbewachsenen Ranken. Sie wurde gefürchtet und nur in gedämpften Tönen erwähnt. Aber Radu war verzweifelt. In dem Moment, als er eintrat, erfüllte der Geruch von getrockneten Kräutern und brennendem Weihrauch seine Nase. Die alte Frau saß gebeugt über einem Tisch und zeichnete Muster in eine Schüssel mit dunkler Flüssigkeit. Sie blickte nicht auf, als sie sprach. "Du hast das Biest gesehen," murmelte sie. Es war keine Frage. Radu zögerte. "Was ist es?" Endlich begegnete sie seinem Blick, und in ihren uralten Augen sah er die Last der Jahrhunderte. "Er war einst ein Mann," sagte sie. "Ein Prinz, wie du. Verraten. Unrechtmäßig ermordet. Seine Seele war an die Dunkelheit gebunden, auf der Suche nach Rache. Er kann nicht getötet werden wie ein gewöhnliches Biest. Um sein Leid zu beenden, musst du die Wahrheit über seinen Tod herausfinden und seine Seele freisetzen." Radus Geist schwirrte. Dies war keine einfache Jagd. Dies war ein Fluch. Und er hatte lange vor seiner Zeit begonnen. Die Archivunterlagen der Burg waren alt, das Pergament zerbrechlich unter Radus Fingern. Aber während er las, entfaltete sich die Wahrheit vor ihm. Prinz Vladislav. Ein Herrscher aus einem vergessenen Zeitalter, von seinem eigenen Blut verraten. Er wurde heimlich hingerichtet, sein Name aus der Geschichte ausgelöscht. Und bevor er starb, schwor er Rache an denen, die ihm Unrecht getan hatten. Und nun, Jahrhunderte später, hielt sein Fluch das Land weiterhin in seinem Griff. Die Puzzleteile fielen zusammen. Der Schwarze Wolf war kein gedankenloses Monster. Es war Vladislav. Radu kehrte in dieser Nacht in den Wald zurück. Diesmal kam er nicht mit Schwertern oder Speeren. Er kam mit der Wahrheit. Der Schwarze Wolf trat aus den Schatten, seine silbernen Augen brannten. Aber Radu zuckte nicht zusammen. "Ich weiß, wer du bist," sagte er. Das Biest knurrte, aber es griff nicht an. "Du wurdest verraten," fuhr Radu fort. "Dein Name wurde gestohlen. Aber ich habe ihn wiederhergestellt. Die Wahrheit ist bekannt." Der Wolf machte einen Schritt nach vorne, dann noch einen. Und als der Wind durch die Bäume flüsterte, veränderte sich etwas. Das Biest zitterte. Seine Gestalt flimmerte. Und dann, im Mondlicht, stand die Gestalt eines Mannes an der Stelle, wo der Wolf gewesen war. Vladislav. Sein Gesicht war feierlich, seine Augen voller Kummer. "Ich habe so lange gewartet," murmelte er. Radu nickte. "Ruh dich jetzt aus, Prinz." Und mit einem letzten Atemzug verschwand Vladislav in der Nacht. Das Land war wieder in Frieden. Die Menschen lebten nicht länger in Angst. Die Wälder, einst verflucht, waren nun frei. Und obwohl die Legende des Schwarzen Wolfes weiterleben würde, war sie nicht mehr eine Geschichte des Schreckens. Es war eine Geschichte der Gerechtigkeit. Und Prinz Radu, der Mann, der sich der Dunkelheit gestellt und gesiegt hatte, würde für immer als der Herrscher in Erinnerung bleiben, der Frieden brachte, wo einst nur Furcht herrschte.Der verfluchte Wald
In die Dunkelheit
Der Schatten schlägt zu
Die Prophezeiung der Hexe
Der Geist der Vergangenheit
Die endgültige Konfrontation
Ein neuer Morgen
Das Ende.