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Über die Geschichte: Moby Dick (Eine Neuinterpretation durch einen Native American) ist ein Legend aus united-states, der im Ancient spielt. Diese Descriptive Erzählung erforscht Themen wie Perseverance und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Cultural Einblicke. Eine indianisch-nordamerikanische Nacherzählung von Moby Dick, in der Abenteuer und Respekt vor der Natur miteinander verwoben sind.
Kapitel 1: Der Ruf des Meeres
In einer Zeit lange vor der Ankunft europäischer Siedler waren die großen Gewässer des Atlantischen Ozeans das Reich der einheimischen Stämme der Nordostküste dessen, was heute die Vereinigten Staaten ist. Unter diesen Stämmen waren die Wampanoag, ein Volk, das tief mit dem Meer, seinen Rhythmen und seinen Kreaturen verbunden war.
Die Wampanoag glaubten, dass das Meer eine lebende Entität sei, ein Wesen von enormer Kraft und Weisheit. Sie nannten es „Pauomuwaw“, die Großen Wasser. In ihren Geschichten war das Meer sowohl Versorger als auch Nehmer, eine Naturgewalt, die respektiert und verehrt werden musste.
Ishmael, ein junger Wampanoag-Mann, war stets vom Meer fasziniert. Er verbrachte Stunden damit, den Geschichten der Ältesten über die großen Kreaturen, die in seinen Tiefen hausten, zuzuhören. Seine Lieblingsgeschichte war die von Moby Dick, dem großen weißen Wal. Dieses gewaltige Wesen galt als Geist des Meeres, als Wächter der Gewässer und als Prüfung für diejenigen, die es wagten, in sein Reich vorzudringen.
Eines klaren Herbstmorgens stand Ishmael am Rand des Dorfes und blickte auf die weite Ausdehnung des Ozeans. Die salzige Luft füllte seine Lungen, und das Rauschen der Wellen, die gegen das Ufer schlugen, hallte in seinen Ohren wider. Er spürte einen Ruf, einen tiefen Drang, eine Reise über das Meer anzutreten. Er wusste, dass sein Schicksal mit dem Großen Weißen Wal verbunden war.
„Ishmael, mein Sohn“, ertönte eine Stimme hinter ihm. Es war sein Vater, ein angesehener Krieger und Jäger des Stammes. „Das Meer ruft dich, nicht wahr?“
Ishmael nickte. „Ja, Vater. Ich fühle es bis in die Knochen. Ich muss gehen und Moby Dick suchen.“
Sein Vater legte eine Hand auf seine Schulter. „Dann geh, mein Sohn. Aber erinnere dich, das Meer ist sowohl Freund als auch Feind. Respektiere seine Kraft, und es könnte dir die Stärke gewähren, dem Großen Weißen Wal gegenüberzutreten.“
Mit dem Segen seines Vaters bereitete sich Ishmael auf seine Reise vor. Er sammelte Vorräte, Werkzeuge und seine vertrauteste Waffe, eine Harpune aus dem Knochen eines großen Wals. Das Dorf versammelte sich, um ihn zu verabschieden, ihre Gesichter zeigten eine Mischung aus Stolz und Besorgnis.
Als Ishmael sein Kanu ins offene Meer paddelte, fühlte er ein Gefühl von Freiheit und Aufregung. Das Abenteuer hatte begonnen.

Kapitel 2: Das Schiff und seine Besatzung
Tage verwandelten sich in Wochen, während Ishmael den weiten Ozean durchquerte. Er folgte den Strömungen und den Sternen, vertraute auf die Weisheit, die über Generationen weitergegeben wurde. Eines Abends, als die Sonne unter den Horizont tauchte, entdeckte er in der Ferne ein großes Schiff. Die Segel bauchten sich im Wind, und es schien in seine Richtung zu steuern.
Als das Schiff näher kam, erkannte Ishmael, dass es sich um ein Walfangschiff handelte, dessen Deck vor Aktivität nur so pulsierte. Er rief das Schiff heran, und bald wurde ihm eine Leine heruntergelassen. Er kletterte an Bord und traf den Kapitän, einen großen, streng aussehenden Mann mit wettergegerbtem Gesicht.
„Ich bin Kapitän Ahab“, stellte sich der Mann vor. „Und wer magst du sein, junger Mann?“
„Ich bin Ishmael von den Wampanoag“, antwortete er. „Ich suche den großen weißen Wal, Moby Dick.“
Kapitäne Ahabs Augen funkelten mit intensiver Inbrunst. „Dann sind wir verwandte Seelen, Ishmael. Auch ich suche Moby Dick. Er hat mir vor Jahren ein Bein genommen, und ich habe geschworen, ihn zu finden und mir die Rechnung zu stellen.“
Ishmael spürte einen Schauer über seinen Rücken laufen. Er konnte die Besessenheit in Ahabs Augen sehen, ein brennendes Verlangen nach Rache. Trotz seiner Bedenken entschied er sich, sich der Besatzung anzuschließen, überzeugt davon, dass ihr gemeinsames Ziel ihn zu dem Wal führen würde, den er suchte.
Das Schiff, die Pequod genannt, war eine Art schwimmendes Dorf. Die Besatzung bestand aus einer vielfältigen Mischung von Männern verschiedener Stämme und Hintergründe, alle vereint durch ihre Jagd auf die großen Wale. Ishmael freundete sich schnell mit Queequeg an, einem Harpunier von einer fernen Insel, und Tashtego, einem Landsknecht vom Festland.
Während die Tage zu Wochen wurden, erlernte Ishmael die Methoden der Walfänger. Er bewunderte ihre Fähigkeiten und ihren Mut, wenn sie die mächtigen Kreaturen der Tiefe jagten. Doch immer schwebte im Hintergrund die allgegenwärtige Präsenz von Moby Dick in seinen Gedanken.

Kapitel 3: Die Jagd beginnt
Eines Morgens, als die Pequod durch einen besonders ruhigen Abschnitt des Meeres segelte, entdeckte ein Ausguck in der Ferne einen großen Wal, der Wasser spritzte. Die Besatzung sprang in Aktion, bereitete ihre Harpunen vor und ließ die kleineren Walfangboote ins Wasser. Ishmael und Queequeg schlossen sich Kapitän Ahab in einem der Boote an, ihre Augen auf den Horizont gerichtet.
Als sie sich näherten, wurde die massive Gestalt des Wals sichtbar. Es war nicht Moby Dick, aber dennoch ein beeindruckendes Ungeheuer. Die Besatzung ruderte mit aller Kraft, um den Abstand zu verringern. Mit einem kräftigen Ruck warf Queequeg seine Harpune und traf den Wal direkt hinter der Flosse. Das Wesen tobte im Wasser, sein kräftiger Schwanz erzeugte Wellen, die die kleinen Boote hin und her warfen.
Ishmael spürte einen Adrenalinstoß, als er den Kampf beobachtete. Das war es, wofür er gekommen war – der Nervenkitzel der Jagd und der Test seines Mutes. Doch selbst als sie den Wal neben das Schiff brachten und mit dem mühsamen Prozess des Schmelzens und Verarbeitens der massiven Leiche begannen, waren seine Gedanken nie weit vom Großen Weißen Wal entfernt.
Tage wurden zu Wochen, und die Pequod setzte ihre Reise über den weiten Ozean fort. Sie begegneten vielen Walen, jede Jagd brachte sie ihrem Ziel näher. Kapitän Ahab wurde mit jedem Tag intensiver, seine Besessenheit von Moby Dick trieb ihn an, die Besatzung immer härter zu fordern.
Eines Nachts, als das Schiff unter einem sternenklaren Himmel segelte, fand sich Ishmael auf dem Deck wieder und blickte auf die endlose Wasserfläche. Queequeg gesellte sich zu ihm, seine Augen spiegelten denselben Sinn von Sehnsucht und Entschlossenheit wider.
„Wir werden ihn finden, Bruder“, sagte Queequeg und legte eine Hand auf Ishmaels Schulter. „Das Meer wird uns leiten.“
Ishmael nickte und fühlte einen erneuerten Sinn für Zielstrebigkeit. Er wusste, dass ihre Reise noch lange nicht zu Ende war, aber er war bereit, allen Herausforderungen entgegenzutreten, die vor ihnen lagen.
Kapitel 4: Der Sturm
Das Meer, stets unberechenbar, erinnerte die Besatzung bald an seine Macht. Ein gewaltiger Sturm zog von Westen herauf, seine dunklen Wolken und heftigem Wind drohten, die Pequod auseinanderzureißen. Die Besatzung arbeitete fieberhaft daran, das Schiff zu sichern, doch die Wellen waren unerbittlich, sie schlugen über das Deck und warfen das Schiff wie ein Spielzeug hin und her.
Ishmael und Queequeg kämpften darum, ihren Stand zu halten, während der Sturm um sie herum wütete. Kapitän Ahab stand am Steuer, sein Gesicht eine Maske aus entschlossener Härte. Er schien von der Wut der Elemente unbeeindruckt, sein Fokus unerschütterlich.
Stundenlang peitschte der Sturm die Pequod, doch das Schiff hielt stand. Als die Dämmerung anbrach, begannen die Winde nachzulassen, und das Meer kehrte langsam zur Ruhe zurück. Die erschöpfte, aber erleichterte Besatzung machte sich daran, die Schäden zu reparieren.
Während sie arbeiteten, rief ein Ausguck vom Käuzenhort. „Wal spuckt vom Backbordvorn!“
Alle Blicke wandten sich zum Horizont, wo eine massive Gestalt die Wasseroberfläche durchbrach. Es war Moby Dick, der Große Weiße Wal. Der Anblick der legendären Kreatur erfüllte die Besatzung mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Angst.
Kapitan Ahabs Gesicht hellte sich mit einem heftigen Jubel auf. „Bereitet die Boote vor! Dies ist unser Moment!“

Kapitel 5: Die letzte Konfrontation
Die Walfangboote wurden schnell ins Wasser gelassen, und die Besatzung ruderte mit aller Kraft auf das große Ungeheuer zu. Ishmael spürte, wie sein Herz in seiner Brust raste, als sie den Abstand verkürzten. Moby Dick war noch prächtiger, als er es sich vorgestellt hatte, ein wahrer Riese des Meeres.
Als sie sich näherten, schien der Wal ihre Anwesenheit zu spüren. Mit einem Schwung seines mächtigen Schwanzes tauchte er unter die Oberfläche und verschwand in den Tiefen. Die Besatzung wartete angespannt und bereit, ihre Harpunen in Bereitschaft.
Plötzlich brach der Wal erneut aus dem Wasser, sein gewaltiger Körper stieg aus den Wellen. Kapitän Ahab hob seine Harpune, die Augen fest auf die Bestie gerichtet. Mit einem kraftvollen Wurf schleuderte er die Waffe und traf Moby Dick direkt hinter dem Auge.
Der Wal stieß ein ohrenbetäubendes Brüllen aus, sein Körper tobte im Wasser. Die Kraft seiner Bewegungen ließ Wellen über die Boote krachen und drohte, sie fast zum Kentern zu bringen. Ishmael und Queequeg klammerten sich verzweifelt fest, ihre Augen auf den sich entfaltenden Kampf gerichtet.
Kapitan Ahab, von seiner Besessenheit verzehrt, trieb die Besatzung weiter an. „Haltet durch! Wir haben ihn jetzt!“
Doch Moby Dick war nicht so leicht zu besiegen. Mit einem kräftigen Schwanzschlag traf er Ahabs Boot und zerriss es in Stücke. Der Kapitän und seine Männer wurden ins Wasser geschleudert, ihre Schreie im Chaos verloren.
Ishmael und Queequeg sahen entsetzt zu, wie der Große Weiße Wal seine Aufmerksamkeit auf die Pequod richtete. Mit einem mächtigen Sturz stieß er das Schiff an, sein gewaltiger Kopf brach durch den Rumpf. Die Besatzung versuchte zu fliehen, als das Schiff zu sinken begann.
Mitten im Chaos fand sich Ishmael an einem Stück Treibholz festgeklemmt, das Meer wirbelte um ihn herum. Er beobachtete, wie Moby Dick, siegreich, unter den Wellen verschwand. Der Kampf war vorbei, und der Große Weiße Wal hatte gesiegt.

Kapitel 6: Die Nachwirkungen
Die Sonne ging über dem Horizont auf und warf ein goldenes Licht auf das Wrack der Pequod. Ishmael trieb auf dem offenen Meer, die Trümmer des Schiffes um ihn herum verstreut. Er war der einzige Überlebende und blieb zurück, um über die Ereignisse nachzudenken, die sich ereignet hatten.
Mit den vergehenden Stunden tauchte am Horizont ein kleines Walfangschiff auf. Die Besatzung entdeckte Ishmael und zog ihn schnell an Bord. Schwach und erschöpft erzählte er die Geschichte des Großen Weißen Wals und des Schicksals der Pequod.
Die Seeleute hörten ihm ehrfürchtig und ungläubig zu, doch sie konnten die Wahrheit in Ishmaels Augen sehen. Er hatte sich Moby Dick gestellt und lebte, um die Geschichte zu erzählen. Sie versorgten seine Wunden und gaben ihm Nahrung und Wasser, während ihr Schiff in Richtung des nächstgelegenen Hafens zurückkehrte.

Kapitel 7: Die Rückkehr
Zurück an Land fühlte sich Ishmael durch die Erfahrung verändert. Das Meer hatte ihm vieles genommen, aber es hatte ihm auch ein neues Verständnis für seine Kraft und sein Geheimnis gegeben. Er kehrte in sein Dorf zurück, wo sein Volk ihn mit offenen Armen willkommen hieß.
Die Ältesten hörten seiner Geschichte mit großem Interesse zu und sahen in seiner Reise die Erfüllung einer alten Prophezeiung. Ishmaels Begegnung mit Moby Dick wurde Teil der mündlichen Überlieferung des Stammes, eine Geschichte, die noch Generationen lang erzählt werden sollte.
In den folgenden Jahren ehrte Ishmael weiterhin das Meer, teilte sein Wissen und seine Erfahrungen mit den jüngeren Mitgliedern seines Stammes. Er lehrte sie die Bedeutung des Respekts vor den großen Wassern und den Kreaturen, die darin lebten.
So lebte die Legende von Moby Dick weiter, nicht nur als eine Geschichte von Rache und Besessenheit, sondern auch als Erinnerung an das empfindliche Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur. Ishmaels Reise hatte gezeigt, dass das Meer zwar eine wilde und unbarmherzige Kraft sein konnte, es aber auch eine Quelle des Lebens, der Weisheit und des Staunens war.
Epilog: Das Erbe
Viele Monde vergingen, und Ishmael wurde alt, sein Haar wurde so weiß wie der große Wal, den er einst verfolgt hatte. Oft saß er am Ufer, beobachtete die Wellen und erinnerte sich an die Freunde und Kameraden, die er verloren hatte. Das Meer war sein Zuhause, sein Lehrer und seine größte Herausforderung.
Eines Tages, als er zum Horizont hinausblickte, sah er eine Gruppe junger Wampanoag-Männer, die ihre Kanus für eine Reise vorbereiteten. Sie waren voller Eifer, getrieben von demselben Sinn für Abenteuer und Neugier, der einst ihn angetrieben hatte. Ishmael näherte sich ihnen und bot Worte der Weisheit und Ermutigung an.
„Denkt daran“, sagte er zu ihnen, „das Meer ist sowohl Freund als auch Feind. Respektiert seine Kraft, und es könnte euch die Stärke gewähren, allen Herausforderungen zu begegnen, die euch begegnen.“
Die jungen Männer nickten, ihre Augen leuchteten vor Entschlossenheit. Sie paddelten ins offene Wasser hinaus, ihre Kanus schnitten anmutig und zielgerichtet durch die Wellen. Ishmael sah ihnen nach und fühlte ein Gefühl von Stolz und Hoffnung für die Zukunft.
Während die Sonne über dem Atlantik unterging und ihr goldenes Licht auf das Wasser warf, wusste Ishmael, dass der Geist des Großen Weißen Wals weiterlebte. Moby Dick war nicht nur eine Kreatur der Legende, sondern ein Symbol der dauerhaften Bindung zwischen Mensch und Meer.
Und so wurde die Geschichte von Ishmael und Moby Dick ein geschätzter Teil des Erbes der Wampanoag, ein Zeugnis für den Mut, die Widerstandsfähigkeit und die Weisheit ihres Volkes. Die Erzählung wurde von Generation zu Generation weitergegeben, eine Erinnerung an den zeitlosen Tanz zwischen der Menschheit und den großen Wassern.
