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Über die Geschichte: Louhis verborgener Sampo ist ein Myth aus finland, der im Ancient spielt. Diese Dramatic Erzählung erforscht Themen wie Courage und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Moral Einblicke. Eine wagemutige Mission, ein legendäres Artefakt aus den Fängen einer allmächtigen Hexe zu stehlen.
Der bittere Wind heulte durch die schneebedeckten Wälder von Kalevala, einem Land der Mythen und Legenden. Einst war es ein Ort des Überflusses, wo goldene Felder sich unter der Sommersonne wiegten und die Flüsse vor Fischen überquollen. Doch nun lag der Boden gefroren, die Seen lagen still und regungslos unter ihrem eisigen Schleier.
Ein Fluch hatte sich wie ein dichter Nebel über das Land gelegt und ihm das Leben ausgeblutet. Die Ältesten flüsterten von derjenigen, die den Schlüssel zu ihrer Rettung besaß – die Zauberin Louhi, Herrscherin von Pohjola, die den großen Sampo hortete, ein mystisches Artefakt, dem unendlichen Reichtum für seinen Besitzer zugeschrieben wurde.
Jahrelang hatten viele versucht, ihn zu beanspruchen, aber keiner war zurückgekehrt. Die Königin des Nordens bewachte ihren Schatz mit aller dunklen Zauberei, die ihr zur Verfügung stand.
Nun, mitten im Winter, standen drei Helden vor der Halle des Häuptlings, bereit, den Gefahren von Pohjola gegenüberzutreten und den Sampo aus Louhis Griff zu reißen. Sie wussten nicht, was sie im Land der ewigen Kälte erwartete, doch ihre Herzen brannten vor Entschlossenheit.
Würden sie als Retter zurückkehren, oder würden ihre Namen im Wind der Zeit verloren gehen, begraben unter dem Eis?
Das Feuer in der großen Halle von Kalevala knisterte, doch es vermochte die Kälte nicht zu vertreiben, die sich in die Knochen seiner Bewohner eingenistet hatte. Väinämöinen, der uralte Barde und Seher, blickte in die Flammen, sein silberner Bart fing das schwache Licht ein. Er hatte diesen Moment lange vorausgesehen und wusste nun, während er mit seinen auserwählten Gefährten saß, dass es kein Zurück mehr gab. Neben ihm saß Ilmarinen, der größte Schmied, den das Land je gekannt hatte, seine breiten Hände ruhend am Griff eines Hammers, der aus dem Herzen eines gefallenen Sterns geschmiedet wurde. Er war der einzige Mann, der den Sampo mit eigenen Augen gesehen hatte, denn er hatte ihn selbst erschaffen – nur um ihn von Louhi stehlen zu lassen. Und dann war da noch Lemminkäinen, der rücksichtslose Krieger, dessen wildes Herz keine Furcht kannte. Sein goldenes Haar glänzte wie Feuer im schwachen Licht, und seine Hand zuckte nahe dem Knauf seines Schwertes, begierig auf die bevorstehende Schlacht. „Das Land wird einen weiteren Winter nicht überleben“, sagte Väinämöinen, seine Stimme schwer von der Last der Prophezeiung. „Der Sampo muss nach Kalevala zurückgebracht werden.“ Ilmarinen nickte. „Ich habe ihn mit meinen eigenen Händen geschmiedet. Wenn wir ihn zurückerobern können, können wir das Leben ins Land zurückbringen.“ Lemminkäinen grinste. „Worauf warten wir dann noch?“ Väinämöinen seufzte. „Darauf, dass ihr zuhört, ihr Narren. Dies ist kein einfacher Kampf. Louhis Macht übersteigt jede von uns. Wir müssen klug sein, sonst kehren wir nie zurück.“ Doch Lemminkäinen lachte nur. „Dann lasst uns klug sein. Aber lasst uns auch schnell handeln.“ Mit ihrem Ziel vor Augen verließen die drei Männer die Wärme der Halle und traten in die gefrorene Nacht. Die Reise nach Pohjola hatte begonnen. Sie segelten vor der Morgendämmerung, an Bord eines Schiffes aus geschwärztem Holz und Eisen, dessen Bug in die Gestalt eines knurrenden Wolfes geschnitzt war. Das Meer war unruhig, die Wellen türmten sich auf wie die Rücken großer Bestien, und der Wind trug Flüstern vergessener Geister. Doch die eigentliche Gefahr lag unter dem Wasser. Louhi hatte ihre Ankunft kommen sehen. Von ihrem Thron aus Eis aus, sprach sie ihre Zauber über das Meer und rief Kreaturen aus dem Abgrund herauf. Der Himmel verdunkelte sich, und ein Sturm brach mit wütender Heftigkeit über sie herein. Wellen krachten über das Schiff und drohten, sie dem Untergang zu überführen. Väinämöinen stand am Bug und sprach einen alten Zauberspruch, seine Stimme erhob sich über das Donnern. Die Winde beugten sich nach seinem Willen und schnitten einen schmalen Pfad durch den Sturm. Dann kamen die Bestien. Eine Schlange, schwarz wie das Vakuum, erhob sich aus den Tiefen, ihre Augen glühten wie Glut. Ilmarinen, mit Hammer in der Hand, schlug ihr auf den Kopf und schickte sie zurück in den Abgrund. Doch es kam noch mehr – tentakelbewehrte Schrecken, kreischende Geister, Schatten, die über das Deck krochen. Lemminkäinen kämpfte wie ein Besessener, sein Schwert blitzte wie ein Blitz. Blut und Meerwasser mischten sich auf dem Deck, bis die Kreaturen schließlich zurückgedrängt wurden. Als der Sturm nachließ und das erste Licht der Dämmerung den Horizont küsste, erschienen die dunklen Küsten von Pohjola. Das Land von Pohjola glich einer von der Zeit vergessenen Welt. Die Luft war von Frost durchdrungen, und die Bäume standen gefroren, ihre verdrehten Zweige reckten sich wie skelettartige Hände gen Himmel. Es war ein Ort der Albträume. Sie waren nicht weit gereist, als die Schatten sich regten. Aus der Dunkelheit kamen Wölfe, ihre Augen leuchteten mit unnatürlichem Licht. Sie bewegten sich nicht wie Tiere, sondern wie Geister – lautlos, unerbittlich, von einer unsichtbaren Kraft gebunden. Lemminkäinen zog sein Schwert, doch Väinämöinen hob die Hand. „Stahl wird diesen Kreaturen nichts anhaben.“ Stattdessen begann er zu singen. Seine Stimme, tief wie die Wurzeln der Welt, webte eine Melodie der Macht. Die Wölfe hielten inne, ihre Köpfe neigten sich, gefangen im Zauber. Einer nach dem anderen verschwanden sie im Nebel. Doch es gab noch schlimmere Dinge im Wald. Sie stießen auf eine Lichtung, wo eine einzelne Gestalt stand – ein Mann oder was einst ein Mann gewesen war. Sein Fleisch war bleich wie Eis, seine Augen hohl. Er sprach mit einer Stimme wie zerbrechendes Eis. „Ihr kommt für den Sampo“, flüsterte er. „Ihr werdet scheitern.“ Lemminkäinen spottete. „Und wer wird uns aufhalten? Du?“ Die Gestalt lächelte nur und verschwand dann. Louhis Festung thronte auf einem gefrorenen Gipfel, ihre Mauern ragten hoch wie Berge. Die Tore wurden von Frostriesen bewacht, ihr Atem bildete Nebel in der frostigen Luft. Es gab keinen Weg nach vorn außer durch sie. Ilmarinen hob seinen Hammer. „Dann brechen wir die Tore auf.“ Mit einem mächtigen Schwung zerbarst das Eis, und die Schlacht begann. Väinämöinen rief die Winde herauf und blendete die Riesen mit Schnee und Frost. Lemminkäinen tanzte durch ihre Reihen und schlug mit tödlicher Präzision zu. Ilmarinen, mit der Kraft von hundert Männern, riss sich durch sie wie ein Sturm. Endlich fielen die Tore, und sie traten ins Herz der Festung ein. Louhi wartete auf sie. Die Hexenkönigin saß auf einem Thron aus Eis, ihre dunklen Augen funkelten vor Bosheit. „Ihr seid Narren, hierher zu kommen“, sagte sie. „Der Sampo gehört mir, und er wird mir bleiben.“ Mit einer Drehung ihres Handgelenks verwandelte sich die Luft in Eis, und Ketten aus Frost wickelten sich um sie. Doch Väinämöinen rief die alten Götter an, und die Ketten zerbrachen. Ilmarinen schleuderte seinen Hammer und befreite den Sampo aus seinem Gefängnis. Louhi schrie auf und beschwor die Geister der Toten herbei, doch es war zu spät. Mit einem letzten Schlag gehörte der Sampo ihnen. Als sie flohen, verwandelte sich Louhi in einen monströsen Adler und zerriss den Himmel. Sie herabrief einen Sturm, und im Chaos entglitt der Sampo ihrer Hand, fiel ins Meer. Seine Macht breitete sich im Wasser aus und segnete das Land mit Wohlstand. Louhi schrillte auf und verschwand im Sturm. Die Helden kehrten siegreich, aber verändert nach Kalevala zurück. Das Land blühte wieder, obwohl der Sampo verloren war. Doch Louhi war nicht tot. Sie wartete im Dunkeln und schmiedete ihre Rache. Und so lebte die Legende weiter.Der Ruf zum Abenteuer
Die Reise über das Meer
Der verfluchte Wald
Die Eisfestung
Der Kampf um den Sampo
Die Flucht und das Zersplittern des Sampo
Die Rückkehr nach Hause