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Die sprechende Schlange der Donau
A mystical sunrise over the Danube River, where the legend of the talking serpent begins. The mist dances over the water, and an old wooden boat drifts silently, waiting for fate to unfold.

Über die Geschichte: Die sprechende Schlange der Donau ist ein Legend aus romania, der im Medieval spielt. Diese Descriptive Erzählung erforscht Themen wie Courage und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Cultural Einblicke. Die schicksalhafte Begegnung eines Fischers mit einer mystischen Schlange führt ihn auf eine gefährliche Reise, um einen alten Fluch zu brechen.

Einleitung

Der majestätische und ewige Donau fließt seit jeher und hat Geheimnisse durch die Zeitalter geflüstert. Sie hat gesehen, wie Imperien aufstiegen und fielen, die Lieder der Seeleute getragen und die Träume derer gewiegt, die an ihren Ufern lebten. Doch unter ihrer Oberfläche, verborgen in den verworrenen Strömungen, gibt es Dinge, die nur wenige gesehen haben und noch weniger darüber gesprochen haben.

Unter den alten Dörfern entlang der rumänischen Donauseite besteht eine Legende. Eine Geschichte von einer großen Schlange – einer, die in den Sprachen der Menschen spricht und die Weisheit der Zeitalter kennt. Einige sagen, sie sei ein Beschützer, ein Wächter alten Wissens. Andere warnen, sie sei ein Vorbote des Untergangs, der Wahrheiten flüstert, die Menschen in den Wahnsinn treiben können.

Die meisten halten die Geschichten für Aberglauben, den Wirren alter Männer und rissiger Fischer.

Doch Nicu war nicht wie die meisten Männer.

Sein Leben sollte sich für immer verändern.

Das Schicksal des Fischers

Die Sonne hatte kaum begonnen aufzusteigen, als Nicu sein kleines Holzboot in den Fluss stieß. Der Nebel klebte tief am Wasser und kräuselte sich um die Schilfrohre wie geisterhafte Finger. Seit seiner Kindheit fischte er in diesen Gewässern und folgte den Fußstapfen seines Vaters und dessen Väter zuvor.

Doch dieser Morgen fühlte sich anders an.

Die Stille war unnatürlich. Keine Vögel riefen, keine Frösche quakten von den Flussufern. Sogar das übliche Plätschern des Wassers gegen den Bootsrumpf schien gedämpft.

Nicu warf sein Netz aus und beobachtete, wie es in die trüben Tiefen hinabglitt. Er atmete aus und rieb seine schwieligen Hände, während er wartete. Doch gerade als er begann, das Netz zurückzuziehen, rüttelte das Boot heftig.

Etwas war unter dem Wasser verfangen. Etwas Starkes.

Nicu knirschte die Zähne zusammen und zog kräftiger. Seine Muskeln brannten, Venen traten unter der Haut hervor, während er kämpfte, seinen Fang zurückzuholen. Das Netz spannte sich, das Boot schwankte gefährlich, und dann—

Mit einem letzten, mächtigen Ruck brach etwas an die Oberfläche.

Eine massive, sich windende Gestalt schlängelte sich ins Boot, ihr Gewicht drohte, es kentern zu lassen. Ihre Schuppen glänzten nass im schwachen Morgenlicht, jede einzelne in der Farbe von Flusssteinen, die mit der Zeit geglättet wurden. Und dann, als Nicu zurückwich, ihm der Atem in den Hals schnitt—

Sie sprach.

„Du hast die Gewässer der Zeit gestört, Fischer.“

Nicu fühlte sein Herz gegen seine Rippen hämmern. Er hatte von Geistern gehört, die den Fluss heimsuchten, aber niemals hätte er sich vorstellen können, einem selbst gegenüberzustehen.

„Du... du kannst sprechen?“ Seine Stimme stieg kaum über ein Flüstern.

Die goldenen Augen der Schlange trafen seine, uralt und wissend.

„Ich habe gesprochen, bevor die Menschen lernten, Geheimnisse in der Dunkelheit zu flüstern.“

Die Geschichte der Schlange

Nicu, ein Fischer, schaut erstaunt auf, als eine massive Schlange mit goldenen Augen aus der Donau auftaucht und sich teilweise um sein Boot wickelt.
Nicus schicksalhafte Begegnung mit der legendären Schlange der Donau. Während er sein Fischernetz heraufzieht, taucht das massive, goldäugige Wesen aus den Tiefen auf und spricht mit einer Stimme, die älter ist als die Zeit selbst.

Nicu spürte, wie die Flussluft sich um ihn herum verdichtete, als ob die Welt auf den Raum in seinem Boot geschrumpft wäre. Die Schlange wand sich um die Holzplanken, ihre Schuppen glitzerten im Wasser.

„Vor langer Zeit“, murmelte die Schlange, „bevor euer Volk seine Dörfer baute und das Land zähmte, war die Donau ein Durchgang zwischen den Reichen. Ihr Wasser barg die Macht von Schöpfung und Zerstörung gleichermaßen.“

Nicu schluckte schwer und konnte nicht wegsehen.

„Es gab diejenigen, die versuchten, ihre Macht zu nutzen“, fuhr die Schlange fort. „Narrhafte, die die Magie des Flusses kontrollieren wollten. In ihrem Hochmut brachen sie das Gleichgewicht.“

Ein Schauer lief Nicu über den Rücken.

„Der Fluch wurde in den Tiefen des Vergessenen Tempels versiegelt“, sagte die Schlange, „aber er wurde nie aufgehoben. Und nun ist der Fluss unruhig. Die alte Macht regt sich wieder.“

Nicus Geist schwamm vor Fragen, aber eine stach hervor.

„Was hat das mit mir zu tun?“

Die goldenen Augen der Schlange schienen in seine Seele zu dringen.

„Weil du derjenige bist, der die Dinge wieder in Ordnung bringen muss.“

Die Reise beginnt

In jener Nacht saß Nicu vor seiner kleinen Hütte und starrte auf den Fluss, der im Mondlicht schimmerte. Die Worte der Schlange hallten in seinem Geist wider.

Er hatte immer gewusst, dass etwas Besonderes an der Donau war, etwas Altes. Aber niemals hatte er sich vorgestellt, dass sie eine solche Last tragen würde.

Bis zum Morgengrauen hatte er seine Entscheidung getroffen.

Er nahm nur das, was er tragen konnte—die alte Lanze seines Vaters, einen Beutel mit Vorräten und einen abgenutzten Lederwassersack—und machte sich entlang des gewundenen Flusses auf den Weg. Die Reise zum Vergessenen Tempel würde nicht einfach sein. Die Wälder waren dicht, und das Land wurde wilder, je weiter er reiste.

Drei Tage lang ging er. Er schlief unter den Sternen und lauschte dem Summen des Flusses, immer das Gefühl habend, unsichtbare Augen würden ihn beobachten. Schatten flackerten in den Bäumen. Seltsame Flüstern wehten durch die Schilfrohre.

Und dann, am vierten Tag, fand er es.

Der Vergessene Tempel.

Nicu geht auf einem gewundenen Pfad entlang der Donau bei Sonnenuntergang, trägt einen Speer und eine Umhängetasche und macht sich auf den Weg zum Vergessenen Tempel.
Nicu durchquert die zerklüftete Landschaft der Donau, mit dem alten Speer seines Vaters und Proviant im Gepäck. Der Fluss erstrahlt im goldenen Licht des Sonnenuntergangs, eine uralte Kraft, die ihn in Richtung des Vergessenen Tempels leitet.

Seine steinernen Säulen ragten aus der Erde wie die Knochen eines längst toten Riesen. Wein rankten sich um die Ruinen, und die Luft war erfüllt vom Duft von feuchtem Stein und etwas Älterem—etwas Wartendem.

Nicus Schritte waren langsam, als er eintrat, die Finger um den Speergriff verkrampft.

Tief drinnen fand er den Altar. Darauf lag ein einzelnes Objekt—eine silberne Medaille, eingraviert mit dem Bild einer Schlange, die sich um die Sonne schlängelte.

In dem Moment, als seine Finger sie berührten, bebte der Boden.

„Du bist weit gekommen, Fischer“, flüsterte eine Stimme.

Aber es war nicht die Stimme der Schlange.

Es war etwas Dunkleres.

Der Kampf der Wills

Im Inneren des Vergessenen Tempels greift Nicu nach einem leuchtenden silbernen Medaillon, während eine schattenhafte Gestalt mit hohlen Augen aus der Dunkelheit zuschaut.
Nicu steht im Inneren des Vergessenen Tempels und greift nach dem leuchtenden silbernen Medaillon. Aus den Schatten beobachtet eine dunkle, gespenstische Gestalt, ihre hohlen Augen voller Bosheit. Die Luft ist dick von uralter Macht, und das Schicksal des Flusses steht auf der Kippe.

Ein Schatten kroch aus den Ritzen des Steins und formte die Gestalt eines Mannes. Seine Augen waren hohle Leeren, leer wie die Tiefen des Flusses.

„Du suchst, die Vergangenheit rückgängig zu machen“, zischte er. „Aber die Vergangenheit wünscht nicht, rückgängig gemacht zu werden.“

Nicu spürte eine unnatürliche Kälte sich um ihn legen, wie Eis, das in seine Knochen kroch.

Er hielt die Medaille fest. „Dann werde ich die Zukunft ändern.“

Der Schatten stürzte sich auf ihn. Er umschlang ihn wie eine Flut und zog ihn in seine Dunkelheit.

Bilder blitzten vor Nicus Augen—Visionen des Flusses, der schwarz wurde, von Wasser verschlangene Dörfer, Stimmen, die in der Nacht schrien.

Er versuchte, ihn zu brechen.

Aber Nicu dachte an seinen Vater. An sein Zuhause. An die Schlange, die ihn hierher geführt hatte.

Mit einem Gebrüll stieß er die Medaille vor. Ein Schub goldenen Lichts brach hervor und füllte die Kammer. Der Schatten schrie, wand sich, während das Licht durch ihn riss.

Und dann—

Stille.

Der Fluch war gebrochen.

Die Schlange erschien, ihre goldenen Augen glänzten mit etwas wie Stolz.

„Du hast getan, was niemand sonst konnte“, sagte sie. „Der Fluss ist frei.“

Der Wächter der Donau

Nicu steht bei Sonnenaufgang am Ufer der Donau, hält ein silbernes Medaillon und einen Speer in der Hand, während die Silhouette einer Schlange im Wasser sichtbar ist.
Nicu, nun der Wächter der Donau, steht im Sonnenaufgang am Ufer. Mit dem silbernen Medaillon in der Hand und dem Speer seines Vaters an seiner Seite blickt er auf die goldenen Wasser. Unter der Oberfläche beobachtet die schwache Silhouette der mystischen Schlange ihn, eine stille Anerkennung seines Schicksals.

Nicu kehrte nach Hause zurück, für immer verändert. Obwohl er weiterhin als Fischer blieb, war er nicht länger nur ein Mann des Flusses. Er war sein Hüter, sein Beschützer.

Und manchmal, wenn der Nebel sich über das Wasser legte, konnte er immer noch das Flüstern der Schlange hören, die ihn führte.

Die Legende lebte weiter.

Denn die Donau hatte noch viele Geheimnisse zu erzählen.

ENDE

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