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Über die Geschichte: Die Geschichte von Ngombos Reise ist ein Legend aus congo, der im Ancient spielt. Diese Poetic Erzählung erforscht Themen wie Courage und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Inspirational Einblicke. Eine junge Kriegers Reise, um das Gleichgewicht zwischen seinem Volk und dem Land wiederherzustellen.
Tief im üppigen Reich des Kongobeckens, wo die großen Flüsse ihre uralten Wege gegraben hatten und die Flüstern der Geister durch die hohen Bäume tanzten, lebte ein junger Krieger namens Ngombo. Sein Volk, die Bakongo, hatte immer in Harmonie mit dem Land gelebt, doch nun hatte sich etwas verändert. Die Regen hatten aufgehört, die Felder waren verdorrt, und der Fluss – das Lebenselixier des Dorfes – zog sich zurück.
Die Ältesten fürchteten, dass die Geister sich von ihnen abgewandt hatten. Die Jäger sprachen von Tieren, die tiefer in den Dschungel flohen, und die Fischer fingen nur leere Netze. Jeder vergehende Tag brachte mehr Hunger, mehr Leid. Mitten in dieser Krise sprach der älteste Griot des Dorfes, Ngombos Großvater Kivimba, von einer alten Prophezeiung.
„Die Geister werden unsere Rufe nicht erhören, bis einer von uns sich als würdig erweist“, sagte er eines Abends, als sich die Menschen um das schwache Feuer versammelt hatten. Seine Stimme, obwohl alt, trug das Gewicht der Generationen. „Eine Reise muss unternommen werden, jenseits des großen Flusses, über die Berge hinaus, um den Wassergeber zu suchen. Erst dann werden die Regen zurückkehren.“
Ein schweres Schweigen senkte sich über die Dorfbewohner.
Dann wandte Kivimba seinen Blick zu Ngombo.
„Du musst gehen, mein Sohn.“
Ngombo spürte das Gewicht von tausend Augen auf sich. Sein Herz hämmerte. Er war nur der Sohn eines Jägers, kaum ein Mann. Wie konnte er derjenige sein, der das Schicksal seines Volkes verändert? Doch als er in die Augen seines Großvaters sah, erkannte er etwas Tieferes als Erwartungen. Er sah Vertrauen.
Und so wurde die Entscheidung getroffen.
Bei der Morgendämmerung sammelte Ngombo seinen Speer, einen Beutel mit getrocknetem Fisch und Maniok sowie einen kleinen hölzernen Talisman, den seine Mutter geschnitzt hatte. Während das Dorf in feierlicher Stille zusah, trat er über die Grenzen seines Zuhauses hinaus in das Unbekannte.
Der Dschungel verschlang ihn vollständig. Dichtes Laub erstreckte sich endlos vor ihm, Ranken wanden sich wie Schlangen, und die Luft war schwer von den Rufen unsichtbarer Kreaturen. Ngombo bewegte sich vorsichtig, seine Sinne geschärft. Sein Vater hatte ihm beigebracht, dass der Dschungel nicht dem Menschen gehörte – er gehörte sich selbst. Der einzige Weg zu überleben, war, ihn zu respektieren. Am zweiten Tag hatte er sein Dorf völlig aus den Augen verloren. Die vertrauten Klänge von Mbengas Lachen und Gesprächen wurden ersetzt durch das Rascheln der Blätter und ferne Knurren in der Dunkelheit. Er ging weiter, vertraute auf die alten Wege – den Sternen in der Nacht folgen, die Spuren der Tiere lesen und den Warnungen im Wind lauschen. Dann, am vierten Tag, stellte er sich seiner ersten Herausforderung. Ein großer Leopard stand vor ihm. Seine goldenen Augen fixierten ihn, die Muskeln gespannt in Bereitschaft. Ngombos Griff um seinen Speer verkrampfte sich, aber er wusste besser, als zuerst zuzuschlagen. Er hatte Männer kämpfen sehen, die den König des Dschungels herausforderten – und er hatte sie fallen sehen. Stattdessen kniete er nieder und senkte die Augen in Unterwerfung. Einen Moment lang geschah nichts. Dann ließ der Leopard ein tiefes Knurren hören, umrundete ihn einmal und verschwand dann im Unterholz. Ngombo atmete aus. Der Dschungel hatte ihn geprüft. Und er hatte bestanden. Tage später erreichte er den Fluss der Ahnen – ein weites, langsam fließendes Gewässer, das im Mondlicht wie flüssiges Silber schimmerte. Der Legende nach würden diejenigen, die ohne Erlaubnis in seine Tiefen eintauchten, von den Geistern gefordert werden. Ngombo zögerte am Ufer. Er konnte seltsame Gestalten auf der Wasseroberfläche treiben sehen – blasse, neblige Formen, die mit nur halb gehörten Stimmen flüsterten. Sein Herz hämmerte. Dann hörte er eine Stimme, die er seit Jahren nicht mehr gehört hatte. „Ngombo.“ Er drehte sich scharf um. Ein Mann trat aus dem Nebel hervor – sein Vater, der gestorben war, als Ngombo noch ein Kind war. Ngombos Kehle verengte sich. „Vater?“ Der Geist lächelte, obwohl Traurigkeit in seinen Augen lag. „Du bist weit gekommen, mein Sohn. Aber deine Reise ist nicht nur für Wasser – sie ist für Wissen.“ Der Fluss veränderte sich, und plötzlich sah Ngombo Visionen – seine Ahnen, deren Leben mit dem Land verwoben waren. Er sah die große Harmonie, die sie einst mit den Geistern teilten, und wie sein Volk langsam, über Generationen hinweg, zu nehmen begonnen hatte, ohne zurückzugeben. „Das Land hat dich nicht verlassen“, sagte sein Vater. „Du hast das Land verlassen.“ Dann verblasste die Vision, und der Fluss war wieder still. Ngombo trat vor und tauchte seine Hände ins Wasser. Zum ersten Mal verstand er. Er musste wiederherstellen, was verloren gegangen war. Jenseits des Flusses lagen die Berge der Prüfungen, wo der große Wächter, Nkama die Schlange, sein Unwesen trieb. Niemand, der versucht hatte, vorbeizukommen, war je zurückgekehrt. Ngombo stieg höher, die Luft wurde dünner, seine Muskeln schmerzten. Dann, auf dem Gipfel, sah er es. Nkama war gewaltig, seine smaragdgrünen Schuppen schimmerten, während er zwischen den Felsen glitt. Seine Augen, uralt und wissend, fixierten Ngombo. „Du suchst den Wassergeber?“ Nkamas Stimme war ein Zischen, das durch das Tal hallte. „Ja“, antwortete Ngombo. „Dann erweise deinen Wert.“ Die Schlange schlug zu. Ngombo wich aus, rollte zur Seite und hob seinen Speer. Er kämpfte mit allem, was er hatte, aber er wusste, dass er gegen eine solche Kreatur keine Chance hatte. Stunden vergingen, und die Erschöpfung setzte ein. Dann sah er es – eine Narbe auf Nkamas Bauch. Eine alte Wunde. Mit seiner letzten Kraft sprang Ngombo und trieb seinen Speer in die Narbe. Nkama brüllte, zappelte und fiel schließlich regungslos um. Als sich der Staub legte, war der Weg jenseits frei. Ngombo hatte die letzte Prüfung bestanden. In einem verborgenen Tal, umgeben von endlos fließenden Wasserfällen, fand Ngombo den Wassergeber. Ein alter Mann, dessen Haut dunkel wie die Erde und Haare weiß wie die Wolken waren, stand vor den herabstürzenden Wassern. „Du bist weit gekommen“, sagte er. „Aber verstehst du, warum?“ Ngombo holte tief Luft. „Die Dürre war keine Strafe. Sie war eine Warnung. Wir haben dem Land genommen, ohne zurückzugeben.“ Der Wassergeber lächelte. „Dann bist du bereit.“ Mit einer Geste verdunkelte sich der Himmel. Donner grollte. Die Regen waren zurückgekehrt. Ngombo kehrte in sein Dorf zurück und fand den Himmel voller Regen vor. Die Menschen eilten, um ihn zu begrüßen, ihre Gesichter eine Mischung aus Freude und Unglauben. Der Fluss schwoll wieder an, das Land trank tief und das Leben kehrte nach Mbenga zurück. Doch Ngombo feierte nicht. Stattdessen versammelte er sein Volk und erzählte ihnen, was er gelernt hatte. „Wir müssen nicht nur nehmen, sondern auch geben“, sagte er. „Die Geister haben uns nicht verlassen – wir haben sie vergessen. Wir müssen uns ändern.“ Von diesem Tag an ehrte das Dorf das Land mit Opfergaben, pflanzte mehr, als es erntete, und dankte für jede Jagd und jeden Fang. Und die Regen verließen sie nie wieder. Ngombos Name war in die Legende eingraviert, eine Geschichte, die von den Griots über Generationen hinweg erzählt wurde.In die Wildnis
Der Fluss der Ahnen
Der Berg der Prüfungen
Der Wassergeber
Die Rückkehr nach Mbenga
Das Ende.