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Über die Geschichte: Die Geschichte von Anubis und der Gewichtung des Herzens ist ein Myth aus egypt, der im Ancient spielt. Diese Descriptive Erzählung erforscht Themen wie Redemption und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Cultural Einblicke. Eine Reise durch Wahrheit, Prüfungen und göttliche Urteile im alten Ägypten.
In der weiten Wüste des alten Ägypten, wo die Dünen die Geheimnisse der Götter flüsterten und die Wassermassen des Nils wie die Adern eines lebenden Wesens pulsierten, stand ein prächtiger Tempel, der Anubis, dem schlachthundsköpfigen Gott des Jenseits, gewidmet war. Er war der stille Wächter der Toten und überwachte ihre Reise in die Ewigkeit. Doch jenseits der feierlichen Gebete und Opfergaben lag eine Geschichte voller Geheimnisse, eine Geschichte des Gerichts und eine Geschichte der Erlösung.
Die Erzählung beginnt in der Stadt Theben zur Hochzeit der Herrschaft des Pharao Amenemhat. Theben war eine prächtige Stadt, ihre goldenen Türme glänzten unter der sengenden Sonne, und ihre Straßen waren belebt mit Händlern, Priestern und Bauern. Mitten in diesem Glanz hegte ein bescheidener Schreiber namens Menes ein Geheimnis, das sein Schicksal im Jenseits verändern konnte.
Menes war nicht einfach ein Schreiber; er war der Hüter eines verbotenen Textes, „Die Schriftrolle der Ma’at“, die von den Geheimnissen des Jenseits und dem Weg zur Unsterblichkeit sprach. Über Generationen in seiner Familie weitergegeben, warnte die Schriftrolle davor, dass jede Seele, die mit Lügen, Betrug oder Verrat belastet ist, Anubis' Urteil und der Waage des Herzens-Keremoniell gegenüberstehen würde – ein Ritual, bei dem das Herz gegen die Feder der Ma’at, die Wahrheit und Gerechtigkeit symbolisiert, gewogen wurde. In einer mondhellen Nacht wurden Menes' Träume düster. Er sah sich selbst vor Anubis stehen, sein Herz zitterte, als es auf den Waagskalen des Gerichts lag. Die stechenden goldenen Augen des Gottes schienen seine Seele zu durchdringen. „Du kannst der Wahrheit, Sterblicher, nicht entkommen“, hallte Anubis’ tiefe Stimme wider. Erschrocken erwachte Menes und beschloss, zum Tempel des Anubis zu reisen, um Vergebung für seine Sünden und Führung für seine beunruhigte Seele zu suchen. Die Reise zum Tempel war tückisch. Menes reiste mit dem Boot den Nil hinauf, vorbei an Dörfern, die mit Statuen der Götter geschmückt waren, Papyrus-Sümpfen und Krokodilen, die unter der Wasseroberfläche lauerten. Das Gewicht seines Geheimnisses wurde mit jedem Tag schwerer. Unterwegs traf er auf eine weise Priesterin namens Neferu, die ein Amulett in Form des Auge des Horus trug. Neferu schloss sich Menes auf seiner Pilgerreise an, denn sie spürte seine Last. Sie sprach von der Barmherzigkeit der Götter und den Prüfungen, die jede Seele erwarten. „Die Waage des Herzens ist nicht nur ein Urteil“, erklärte sie. „Sie ist ein Spiegelbild des Lebens eines Menschen. Ihr ihnen mit Mut zu begegnen, bedeutet, sich selbst zu begegnen.“ Nach wochenlanger Reise erreichten Menes und Neferu den Tempel des Anubis, eine prächtige Struktur, die in die Klippen gehauen war. Fackeln säumten den Weg zum großen Eingang, wo schlachthundsköpfige Statuen wie stille Wächter lauerten. Im Inneren lag die Luft schwer vom Duft des Weihrauchs, und Priester sangen Hymnen zu Ehren des Anubis. Menes kniete vor dem Altar, zitternd betete er um Absolution. Eine Stimme hallte durch die Kammer, tief und resonant. „Warum suchst du den Gott des Gerichts, Sterblicher?“ Menes drehte sich um und sah eine Gestalt, die im Schatten gehüllt war. Es war Anubis selbst, sein schlachthundsköpfiger Kopf glänzte im Fackellicht. „Ich suche Vergebung“, flüsterte Menes. „Ich habe Betrug in meinem Herzen getragen und fürchte die Waagskalen des Gerichts.“ Anubis trat vor, sein goldener Stab klapperte gegen den Steinboden. „Vergebung muss verdient werden, sie wird nicht einfach gegeben. Du wirst dich der Waage des Herzens stellen, und erst dann wird dein Schicksal entschieden.“ In jener Nacht trat Menes in einen tranceartigen Zustand ein. Er befand sich im Duat, der ägyptischen Unterwelt, einem Reich gefährlicher Prüfungen. Geleitet von Anubis stellte sich Menes Schlangen, flammenden Flüssen und schattenhaften Kreaturen, die seine inneren Ängste und Reue verkörperten. Bei jeder Prüfung erschien Neferu, bot Führung und erinnerte ihn an die Lehren der Ma’at: Gleichgewicht, Wahrheit und Gerechtigkeit. „Du musst deine Lasten loslassen“, drängte sie. „Nur dann kannst du dich den Waagskalen ohne Furcht nähern.“ Schließlich erreichte Menes die Halle des Gerichts, eine gewaltige Kammer, gefüllt mit Säulen, die mit Hieroglyphen verziert waren. In der Mitte standen die Waagskalen der Ma’at. Auf der einen Seite ruhte die Feder der Ma’at, die im göttlichen Licht schimmerte; auf der anderen Seite Menes’ Herz, pulsierend mit Erinnerungen an sein Leben. Die Götter versammelten sich – Osiris, Isis, Horus und andere – und beobachteten schweigend, wie Anubis das Herz wog. Menes schloss die Augen und erlebte Momente von Freundlichkeit, Liebe und Trauer, neben seinen Sünden. Als die Waage sich neigte, verstummte die Kammer. Anubis blickte Menes an, sein Gesichtsausdruck unergründlich. „Du hast dich deiner Wahrheit gestellt“, sagte der Gott. „Die Feder der Ma’at akzeptiert dein Herz.“ Menes spürte eine Welle der Erleichterung. Er wurde nicht in die Vergessenheit verbannt, sondern erhielt den Durchgang ins Feld der Schilfrohre, das ewige Paradies. Beim Erwachen fand sich Menes zurück im Tempel, sein Herz erleichtert. Er dankte Neferu, die ihre wahre Gestalt als Bote der Götter offenbarte. Sie verschwand und ließ das Auge des Horus-Amulett zurück. Menes kehrte nach Theben zurück und widmete sein Leben der Vermittlung der Prinzipien der Ma’at. Die Schriftrolle der Ma’at, einst eine Quelle der Angst, wurde nun zu einem Leitfaden für andere, die nach Wahrheit und Gleichgewicht strebten. Menes’ Geschichte verbreitete sich ganz Ägypten und inspirierte Generationen, gerecht zu leben. {{{_04}}} So wurde die Geschichte von Anubis und der Waage des Herzens zu einer zeitlosen Erinnerung an die Kraft der Wahrheit, den Mut, sich seinen Ängsten zu stellen, und das ewige Gleichgewicht, das von den Göttern aufrechterhalten wird.Der Fluch des Schreibers
Die Pilgerreise zum Tempel
Der Tempel des Anubis
Die Reise durch Duat
Die Halle des Gerichts
Erlösung und Vermächtnis