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Über die Geschichte: Kibamba und der Krokodilkönig ist ein Legend aus congo, der im Ancient spielt. Diese Poetic Erzählung erforscht Themen wie Courage und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Moral Einblicke. Ein junger Krieger tritt gegen ein legendäres Ungeheuer an, um sein Volk von der Angst zu befreien.
Vor langer Zeit, in den Tiefen des Kongo, wo der Fluss sich durch dichte Dschungel schlängelte und die Bäume alte Geheimnisse flüsterten, lag ein Dorf namens Malonga. Es war ein Ort des Lachens und des Lebens, wo Kinder in den seichten Gewässern plantschten und Fischer ihre Netze unter der goldenen Umarmung der Sonne auswarfen. Der Fluss war ihre Lebensader, ihre Quelle für Nahrung und Wohlstand – doch er war auch ihre größte Angst.
Denn unter seiner schimmernden Oberfläche lauerte etwas Schreckliches.
M'Bula.
Der Krokodilkönig.
Ein Ungeheuer wie kein anderes, M'Bula war so alt wie der Fluss selbst. Seine Schuppen waren steinartig, seine Augen brannten mit einer unheimlichen Intelligenz, und seine Kiefer konnten ein Kanu mit einem einzigen Knacken zerquetschen. Er herrschte mit eisernem Griff über die Gewässer und forderte von den Dorfbewohnern Opfergaben im Austausch für ihre Sicherheit. Und wenn die Tribute nicht ausreichten, nahm er, was ihm gefiel – Vieh, Boote, sogar Menschen.
Die Menschen von Malonga lebten über Generationen hinweg im Schatten von M'Bula. Sie flüsterten seinen Namen aus Angst, stets darauf bedacht, ihn nicht zu laut auszusprechen, damit sie seinen Zorn nicht herausforderten.
Doch ein Mann weigerte sich, in Furcht zu leben.
Sein Name war Kibamba.
Und dies ist seine Geschichte.
Die Morgenluft war schwer vom Geruch feuchten Erdreichs und Nebels des Flusses, als Kibamba am Ufer stand und seine Hände ruhig blieben, während er seinem Vater half, ein Fischernetz zu flicken. Sein Vater, alt und von den Jahren gezeichnet, arbeitete schweigend, seine Finger webten geschickt durch die gerissenen Fasern. „Du träumst zu viel, mein Sohn,“ sagte sein Vater, ohne aufzusehen. „Du träumst von Dingen, die nicht sein können.“ Kibamba runzelte die Stirn. „Und wenn sie es können?“ Sein Vater seufzte. „M'Bula ist kein gewöhnliches Krokodil. Viele haben versucht, ihn zu bekämpfen. Keiner ist zurückgekehrt.“ „Das heißt nicht, dass er nicht besiegt werden kann,“ sagte Kibamba und zog die Knoten im Netz fester. „Es bedeutet nur, dass sie nicht wussten wie.“ Sein Vater schüttelte den Kopf, sagte jedoch nichts weiter. Dann zerriss ein schrecklicher Schrei die Morgenluft. Eine Frau kam erschrocken zum Fluss gelaufen, ihr Gesicht von Trauer verzerrt. Weitere folgten, ihre Stimmen steigerten sich in Alarm. Kibamba stand schnell auf, sein Herz pochte heftig. „Mosi!“ jammerte die Frau. „Mosi ist verschwunden!“ Kibambas Blut erstarrte. Mosi war ein Fischer, ein Freund, ein Mann mit einem Lachen, das die Bäume erschüttern konnte. Er war vor Sonnenaufgang aufs Wasser gegangen. Jetzt trieb sein Kanu ziellos am Flussufer entlang – leer. „M'Bula,“ flüsterte jemand. Die Menge räumte sich, als der Dorfälteste, N’Dabi, nach vorne trat. Er war ein alter Mann, sein Gesicht von der Last zu vieler verlorener Seelen gezeichnet. Er blickte auf den Fluss, sein Ausdruck unergründlich. „Es ist zu lange her seit dem letzten Tribut,“ murmelte er. Kibamba ballte die Fäuste. „Also akzeptieren wir das einfach? Lassen wir ihn nehmen, wen er will?“ „Welche Wahl haben wir?“ sagte N’Dabi leise. „Der Fluss gehört M'Bula.“ „Nein,“ sagte Kibamba, seine Stimme fest. „Der Fluss gehört uns.“ In diesem Moment wusste er, was er tun musste. Er würde den Krokodilkönig finden. Und ihn beenden. In dieser Nacht stand Kibamba vor den Ältesten in der großen Treffhütte. „Ich werde M'Bula nachgehen,“ erklärte er. Gemurmel erfüllte den Raum. Einige sahen ihn mit Mitleid an, andere mit Bewunderung. Doch N’Dabi starrte nur ins Feuer, seine faltigen Hände vor sich gefaltet. Endlich sprach er. „Viele haben vor dir dieses Versprechen gegeben, Kibamba. Keiner ist zurückgekehrt.“ „Ich bin nicht wie sie.“ Der alte Mann betrachtete ihn lange einen Moment, nickte dann langsam. Er wandte sich zu einer Holzkiste und zog etwas Kleines heraus – einen geschnitzten Krokodil-Idol, dessen Augen rot bemalt waren. „Dies wurde mir von meinem Vater gegeben, und ihm von seinem Vater vor ihm. Es heißt, die Flussgeister sprechen durch es. Vielleicht wird es dich leiten.“ Kibamba nahm das Idol, dessen Oberfläche glatt und warm in seiner Handfläche war. „Danke,“ sagte er. Vor der Morgendämmerung verließ er sein Dorf, ging entlang des Flussufers, tiefer in den Dschungel, als er es je zuvor gewagt hatte. Die Bäume wurden dichter, ihre Wurzeln wanden sich wie die Finger schlafender Riesen. Seltsame Augen beobachteten ihn aus dem Unterholz. Die Luft wurde schwer, erfüllt vom Geruch feuchten Mooses und verborgener Dinge. Drei Tage lang wanderte er. Er überquerte Flüsse auf umgefallenen Baumstämmen, erklomm Klippen, wo Ranken sich wie verzweifelte Hände festhielten, und schlief unter den Sternen, sein Speer stets griffbereit. Am vierten Tag traf er auf eine Frau, die am Fluss saß. Sie war alt – älter als jede Frau, die Kibamba je gesehen hatte, ihre Haut war faltig wie trockener Boden, ihr Haar weiß wie Schaum. Aber ihre Augen… ihre Augen waren scharf, wissend. „Du suchst den Krokodilkönig,“ sagte sie, bevor Kibamba sprechen konnte. Er zögerte, dann nickte er. Sie kicherte. „Mutiger, törichter Junge. Du kannst ihn nicht mit bloßer Kraft töten. M’Bulas Herz ist nicht, wo du denkst.“ Kibamba runzelte die Stirn. „Wo ist es?“ Sie zeigte auf den Fluss. „Am Grund des heiligen Sees, wo das Wasser niemals stillsteht.“ Er starrte auf das brodelnde Wasser, ein ungutes Gefühl kroch ihm den Rücken hinauf. „Sei gewarnt,“ sagte die alte Frau. „M'Bula ist mehr als nur ein Bestie. Er ist uralt. Er ist listig. Und er weiß, dass du kommst.“ Der heilige See war anders als jedes Wasser, das Kibamba je gesehen hatte. Er kräuselte sich nicht sanft wie der Fluss – er kochte, wirbelte, brodelte, als ob etwas darin lebte. Und dann brach die Oberfläche. M'Bula erhob sich aus den Tiefen, seine massive Gestalt schneidet durch das Wasser wie ein Alptraum. Er war enorm, sein Körper mit dicken, dunklen Schuppen gepanzert, seine Augen brannten wie geschmolzenes Gold. „Du wagst es, hierher zu kommen, kleiner Mann?“ Seine Stimme war tief, uralt, rollend wie ferner Donner. „Du suchst, einen König herauszufordern?“ Kibamba ergriff seinen Speer. „Ich suche, deine Herrschaft zu beenden.“ M'Bula lachte, ein schreckliches, grollendes Geräusch. „Narr. Kein Speer kann meine Haut durchdringen.“ Doch Kibamba war nicht gekommen, um das Ungeheuer zu bekämpfen. Er war gekommen, um sein Herz zu holen. Er tauchte in den See. Das Wasser umschloss ihn, trüb und kalt. Er schwamm tiefer, seine Lungen brannten, seine Hände tasteten blind. Und dann – da! Ein schwaches Leuchten, am Seegrund ruhend. M'Bulas Herz. Als seine Finger es umschlossen, erzitterte das Wasser. Ein schreckliches Gebrüll erfüllte seine Ohren. Über ihm tobte M'Bula, seine Macht brach zusammen. Mit jeder Unze Kraft zerquetschte Kibamba das Herz in seinen Händen. Der See bebte. Der Himmel verdunkelte sich. M'Bula stieß einen letzten, qualvollen Schrei aus, bevor er unter den Wellen versank. Der Krokodilkönig war nicht mehr. Kibamba stieg keuchend, zitternd aus dem See auf, der Dschungel war still, hielt den Atem an. Dann kehrte das Leben zurück – die Vögel sangen, die Bäume flüsterten, der Fluss floss frei. Als er nach Malonga zurückkehrte, versammelten sich die Menschen ehrfürchtig. „M'Bula ist verschwunden,“ erklärte er. Das Dorf brach in Jubel aus. Trommeln donnerten. Das Feuerschein tanzte in der Nacht. Kibamba hatte getan, was zuvor niemand gewagt hatte – er hatte sich dem Krokodilkönig gestellt und gewonnen. Und sein Name würde für immer in Erinnerung bleiben. Jahre vergingen, und Kibamba wurde ein Anführer unter seinem Volk. Der Fluss florierte, endlich frei. Doch obwohl M'Bula verschwunden war, trug Kibamba immer das kleine Krokodil-Idol bei sich – eine Erinnerung daran, dass Mut, nicht Stärke, die größte Waffe von allen war. Und so lebte die Legende weiter.Schatten über Malonga
Der Weg ins Herzen des Flusses
Der Krokodilkönig erhebt sich
Die Rückkehr des Helden
Epilog