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Über die Geschichte: Die Legende des Wendigos ist ein Legend aus united-states, der im Ancient spielt. Diese Dramatic Erzählung erforscht Themen wie Perseverance und ist geeignet für Adults. Sie bietet Moral Einblicke. Eine erschreckende Begegnung eines Jägers mit dem unstillbaren Wendigo in der gefrorenen Wildnis.
In den kältesten Tiefen der nördlichen Wälder, wo die Luft beißt und die Winde durch kahle Bäume heulen, gibt es eine Legende, die von Generation zu Generation der nordamerikanischen Stämme weitergegeben wird – die Geschichte des Wendigo. Diese uralte Erzählung spricht von einem Wesen, das aus den dunkelsten Abgründen menschlicher Gier und Hunger geboren wurde. Sie ist eine Warnung, eine Erinnerung daran, was geschieht, wenn die Wünsche des Menschen unkontrolliert bleiben, wenn der Geist vom Bedürfnis nach mehr verzehrt wird. Der Wendigo, der unersättliche Geist der gefrorenen Wildnis, wandelt über die Erde mit einem einzigen Zweck – die Lebenden zu verschlingen und seinen Fluch auf diejenigen zu übertragen, die schwach genug sind, ihm nachzueifern. Dies ist die Geschichte einer solchen Begegnung, in einer Zeit, als die Welt noch roh und ungezähmt war und die Grenze zwischen Mensch und Monster allzu dünn war.
Der Winter hatte in jenem Jahr früh Einzug gehalten, kroch mit eisigem Griff heran, noch bevor die letzten Herbstblätter gefallen waren. Für das Volk der Anishinaabe war es eine Saison der Vorbereitung und Ausdauer. Die Jäger des Dorfes waren tief in den Wald gegangen, um genug Nahrung für die bitterkalten Monate zurückzubringen, doch etwas hatte sich verändert. Der Wald war stiller als gewöhnlich. Die Tiere, einst zahlreich, waren rar geworden, und diejenigen, die sich zu weit in die tiefen Wälder wagten, kehrten oft mit leeren Händen zurück – oder schlimmer noch, kehrten gar nicht erst zurück. Unter den Jägern war ein Mann namens Kitchi, ein erfahrener Krieger, bekannt für seine Geschicklichkeit und seinen Mut. Er hatte keine Angst vor der Wildnis, doch als der Winter länger andauerte, spürte auch er, dass etwas nicht stimmte. Die üblichen Lebenszeichen waren aus dem Wald verschwunden, und eine Atmosphäre der Angst lag in der Luft. Die Ältesten flüsterten von einem alten Fluch, einer Warnung, die von den Vorfahren weitergegeben wurde. „Der Wendigo wandelt wieder“, sagten sie. „Sein Hunger wächst, je tiefer die Kälte wird.“ Doch Kitchi, stets der Pragmatiker, wies ihre Worte als Aberglaube zurück. „Es gibt kein Monster“, sagte er eines Nachts zu seiner Frau Shania, während sie sich nahe am Feuer zusammenkauerten. „Nur die Kälte und der Bedarf an Nahrung. Morgen werde ich weiter in den Wald gehen und finden, was wir brauchen.“ Am nächsten Morgen machte sich Kitchi allein auf den Weg, bewaffnet mit seinem Bogen und seiner Entschlossenheit. Der Schnee knackte unter seinen Füßen, und die Luft war dicht von der Drohung eines herannahenden Sturms. Er drang tiefer in den Wald vor, als er jemals zuvor gegangen war, durchbrach die vertrauten Orientierungspunkte und wagte sich ins Unbekannte. Stunden vergingen, und als der Tag dunkler wurde, erkannte Kitchi, dass er keine Spuren, keine Lebenszeichen gefunden hatte. Die Stille war beunruhigend. Er setzte sich zum Ausruhen an einen gefrorenen Bach, sein Atem bildete kleine Wolken in der frostigen Luft. Während er kniete, um aus dem eisigen Wasser zu trinken, fiel ihm ein Geräusch auf – ein tiefes, klagendes Heulen, das scheinbar aus den Tiefen des Waldes kam. Kitchi stand auf, das Herz pochte in seiner Brust. Das Geräusch war anders als alles, was er je gehört hatte, ein eisiger Schrei, der jede Haarzelle auf seinen Körper aufstellte. Er durchkämmte die Bäume mit seinen Augen, die versuchten, durch die zunehmenden Schatten zu sehen. Der Wind zog auf und heulte durch die Bäume, und einen Moment lang glaubte er, eine Gestalt zu sehen – eine große, abgemagerte Form, die sich zwischen den Baumstämmen bewegte. Doch als er blinzelte, war sie verschwunden. In jener Nacht kehrte Kitchi leer ausgegangen und erschüttert ins Dorf zurück. Er erzählte niemandem von der seltsamen Gestalt, die er gesehen hatte, wies es als einen Lichttrick oder seine eigene müde Seele zurück. Doch das Gefühl der Unruhe blieb bei ihm und schlich sich in seine Träume. In dieser Nacht träumte er vom Wendigo – ein Wesen mit langen, knochigen Gliedmaßen und hohlen Augen, die wie Glut glühten. Es bewegte sich lautlos durch den Schnee, hinterließ keine Spuren, und sein Mund war voller scharfer, zackiger Zähne, die ewig knackten, ewig hungrig waren. In seinem Traum stand der Wendigo vor ihm, sein Blick durchbohrte seine Seele. „Ich bin der Hunger“, flüsterte es, die Stimme wie der Wind durch tote Blätter. „Ich bin die Kälte, die an deinen Knochen nagt. Du kannst mir nicht entkommen.“ Kitchi erwachte schweißgebadet, das Herz raste. Er lag in der Dunkelheit und hörte sein eigenes Atmen, bis er schließlich wieder in einen unruhigen Schlaf fiel. Am nächsten Tag machte er sich erneut auf den Weg, entschlossen, die Angst abzuschütteln, die sich in seinem Geist festgesetzt hatte. Doch als er wieder in den Wald vordrang, senkte sich dasselbe Gefühl der Furcht über ihn. Die Wälder waren still, als wäre das Leben aus ihnen herausgesogen worden. Und wieder, während er ging, hörte er jenes schreckliche Heulen. Diesmal döndete er nicht um. Das Geräusch führte ihn tiefer in den Wald, an einen Ort, den er noch nie zuvor gesehen hatte – eine Lichtung, wo die Bäume verdreht und geschwärzt standen, ihre Äste wie knöcherne Finger zum Himmel streckend. In der Mitte der Lichtung stand eine kleine Hütte, ihre Fenster dunkel und die Tür locker an den Angeln hängend. Kitchi näherte sich vorsichtig, den Bogen bereitgehalten. Als er näher kam, sah er, dass die Hütte alt war, seit Jahren verlassen. Die Luft um sie herum war schwer, erfüllte von dem Gestank des Verfalls. Er trat ein, und ihm drehte sich der Magen bei dem Anblick, der sich ihm bot. Knochen. Menschliche Knochen, über den Boden verstreut, sauber von Fleisch gezehrt. Kitchi trat aus der Hütte zurück, das Herz raste. Er hatte die Geschichten vom Wendigo gehört, aber nie geglaubt. Nun war er sich nicht mehr so sicher. Er drehte sich um, aber als er sich abwandte, spürte er eine kalte Hand auf seiner Schulter. Er drehte sich ruckartig um, doch niemand war da. Tagelang nach seiner Begegnung im Wald konnte Kitchi das Gefühl nicht abschütteln, beobachtet zu werden. Jedes Mal, wenn er das Dorf verließ, fühlte er Augen auf sich gerichtet, unsichtbar, aber immer präsent. Die anderen Jäger bemerkten seine Unruhe, doch als sie ihn befragten, sagte er nichts. Er wollte keine Angst verbreiten, besonders nicht, da die Nahrung ohnehin knapp war und die Moral niedrig. Doch die Zeichen waren für alle sichtbar. Die Dorfhunde weigerten sich, sich der Waldrandnähe zu nähern, heulten und bellten, wann immer Kitchi versuchte, sie auf seine Jagden mitzunehmen. Seltsame Spuren erschienen im Schnee, zu groß, um von einem Tier zu stammen, aber zu dünn und verdreht, um menschlich zu sein. Und immer war da das heulende Kreischen in der Ferne, das jede Nacht lauter wurde. Shania bemerkte die Veränderung ihres Mannes. Er war nicht mehr der selbstbewusste, furchtlose Mann, den sie geheiratet hatte. Er wurde zurückgezogener, sprach wenig und schlief noch weniger. Sie konnte sehen, welchen Tribut es von ihm forderte, doch egal wie sehr sie es versuchte, sie brachte ihn nicht dazu, sich über das auszutauschen, was im Wald geschehen war. Eines Nachts, als sie im Bett lagen, sprach Kitchi schließlich. „Ich glaube, es folgt mir“, flüsterte er, die Stimme kaum hörbar über das Knistern des Feuers. „Der Wendigo.“ Shania fröstelte bei dem Namen. „Es ist nur eine Legende“, sagte sie, versuchte ihn zu beruhigen. „Es kann dir nichts anhaben.“ Doch Kitchi schüttelte den Kopf. „Ich habe es gesehen. Ich habe es gehört. Es ist real, und es will etwas von mir.“ {{{_03}}} Die folgenden Wochen waren ein Wirbel aus Terror und Verwirrung. Kitchis Träume wurden lebhafter, gefüllt mit Bildern des Wendigo, der ihn durch den Wald verfolgte, seine Augen in der Dunkelheit leuchtend. Das Wesen schien stärker zu werden, seine Präsenz mit jedem Tag greifbarer. Kitchis Verstand verlor sich, und Shania fürchtete, dass er bald dem Wahnsinn verfallen würde, der ihn erfasst hatte. Eines Nachts wurde das Dorf durch Kitchis Schreie geweckt. Er war allein in den Wald gegangen, trotz Shania's Bitten zu bleiben. Als sie ihn fanden, war er delirierend, murmelte über den Wendigo und wie er für ihn gekommen war. Sein Körper war kalt, obwohl das Feuer in der Mitte des Dorfes hell brannte. Die Ältesten versammelten sich um ihn, ihre Gesichter ernst. Sie kannten die Zeichen, die Geschichten. Kitchi war vom Wendigo markiert worden, und es gab wenig, was sie tun konnten, um ihn zu retten. Sie führten Rituale durch, sangen und verbrannten heilige Kräuter, um den Geist abzuwehren, doch es war vergeblich. Der Fluch des Wendigo war zu stark. Kitchis Zustand verschlechterte sich von Tag zu Tag. Er wurde schlanker, seine Haut blass und straff über den Knochen gespannt. Seine Augen wurden hohl, und seine einst starke Stimme reduzierte sich auf ein heiseres Flüstern. Er weigerte sich zu essen, behauptete, dass Nahrung den Hunger nur schlimmer mache. Shania blieb an seiner Seite und weigerte sich, die Hoffnung aufzugeben. Doch tief in ihrem Inneren wusste sie, dass der Mann, den sie liebte, verschwunden war, ersetzt durch etwas Kaltes und Leeres. {{{_04}}} In den letzten Tagen von Kitchis Leben trat der Wendigo in Fleisch und Blut zu ihm. Er stand am Rand des Dorfes, seine knochige Gestalt ragte über die Bäume. Die Dorfbewohner konnten ihn nun sehen, ein Kreatur aus Alpträumen, die Haut straff über den ausgemergelten Körper gespannt, die Augen mit einem unnatürlichen Licht glühend. Shania stand im Zentrum des Dorfes, das Herz pocht in ihrer Brust, während der Wendigo näher kam. Er sprach nicht, aber seine Absichten waren klar. Er war gekommen, um Kitchi zu beanspruchen, um ihn in den Wald zu nehmen, wo er einer seiner eigenen werden würde – ein Wesen des Hungers und der Verzweiflung. Doch Shania ließ es nicht zu, dass er ihn nahm. Sie stellte sich zwischen den Wendigo und ihren Mann, die Hände zitternd, aber der Entschlossenheit stark. Sie rief die Geister ihrer Vorfahren an, bat um ihren Schutz und ihre Führung. Der Wind heulte um sie herum, doch sie bewegte sich nicht. Einen Moment lang zögerte der Wendigo, als würde er um ihre Bitte nachdenken. Dann verschwand er mit einem letzten, klagenden Heulen in die Nacht, hinterließ nur das Echo seines Schreis im Wind. Kitchi starb in jener Nacht, sein Körper erlag schließlich dem Fluch des Wendigo. Doch Shania wusste, dass sein Geist frei war, gerettet vor dem Schicksal, das ihn im Wald erwartet hatte. Der Hunger des Wendigo war für den Moment gestillt, doch die Legende würde weiterleben, eine Erinnerung an die Gefahren, die in den kalten, dunklen Ecken der Welt lauern.Der Winterfluch
Der Geist des Hungers
Das Spuk beginnt
Der Preis des Wendigo
Die letzte Konfrontation