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Die Kranichfrau
A humble man rescues a beautiful white crane from a trap, set in a serene winter forest, beginning a tale of kindness and mystery.

Über die Geschichte: Die Kranichfrau ist ein Folktale aus japan, der im Medieval spielt. Diese Poetic Erzählung erforscht Themen wie Loss und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Moral Einblicke. Eine Geschichte von Liebe, Opfern und der geheimnisvollen Verbindung zwischen Mensch und Natur.

Es war einmal in einem kleinen Dorf, das sich eingebettet zwischen den sanften Hügeln Japans befand, ein bescheidener und gutherziger Mann namens Takao. Takao führte ein ruhiges Leben und verdiente seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Brennholz, das er aus dem nahegelegenen Wald sammelte. Sein Heim war eine bescheidene Hütte mit einem strohgedeckten Dach und Holzwänden, die am Rande des Dorfes stand, genau dort, wo die Bäume dichter wurden und sich in den tiefen Wald erstreckten. Er hatte kaum etwas an Reichtum, doch er war zufrieden mit der friedlichen Einsamkeit, die ihm sein Leben bot.

Eines Winterabends, als sanft Schnee um seine kleine Hütte fiel, machte sich Takao auf den Weg in den Wald, um weiteres Holz zu sammeln, das sein Feuer durch die kalte Nacht am Brennen halten sollte. Während er durch den frischen Schnee stapfte, hauchten kleine Wolken aus seiner Atem aus, hörte er ein leises Geräusch – ein sanftes, klagendes Schreien, das die Stille des Waldes durchbrach.

Neugierig folgte Takao dem Geräusch, bis er auf einen wunderschönen Kranich stieß. Der Kranich hatte einen Flügel in einer grausamen Falle eines Jägers gefangen, und er kämpfte schwach, unfähig, sich zu befreien. Seine Federn waren rein weiß, doch von Streifen aus Blut an seinem verletzten Flügel gezeichnet. Ohne zu zögern kniete Takao neben dem Vogel und befreite ihn sanft aus der Falle. Er achtete darauf, dem Kranich nicht weiter zu schaden, während er beruhigende Worte murmelte. Nachdem der Vogel frei war, stand er wackelig da, seine Flügel zitterten.

„Geh weiter“, sagte Takao leise und deutete in den Himmel. „Du bist jetzt frei.“

Der Kranich sah ihn mit dunklen, intelligenten Augen an, als ob er seine Worte verstehen würde. Dann, ohne ein weiteres Geräusch, spannte er seine Flügel und erhob sich in die Lüfte, verschwand im fallenden Schnee.

Takao beobachtete ihn gehen und verspürte ein seltsames Gefühl des Friedens. Er kehrte zu seiner Hütte zurück und dachte nicht weiter über das Geschehene nach, und bald verwandelten sich die Tage in Wochen. Das Dorf blieb unter einer Schneedecke verborgen, und das Leben ging weiter wie immer.

Takao trifft Yukiko zum ersten Mal vor seiner schneebedeckten Hütte, während ein warmes Licht aus dem Inneren die Szene erhellt.
Takao und Yukiko treffen sich zum ersten Mal an einem schneereichen Abend, ein geheimnisvolles und schicksalhaftes Zusammentreffen vor seiner Hütte.

Eines besonders kalten Nachts klopfte es an Takao's Tür. Überrascht, da er selten Besucher hatte, öffnete Takao die Tür und fand eine wunderschöne junge Frau an seiner Türschwelle stehen. Sie trug einen einfachen, eleganten Kimono, und ihr langes, schwarzes Haar fiel in dicken Wellen ihren Rücken hinab. Ihre Augen waren dunkel und freundlich, und ihr Lächeln war warm trotz der frostigen Luft.

„Guten Abend“, sagte sie mit einer Stimme, die so sanft war wie der fallende Schnee. „Ich bin weit gereist und habe keinen Ort zum Bleiben. Könnte ich für die Nacht bei Ihnen Unterschlupf finden?“

Takao, ein Mann von großem Herzen, konnte ihrem Wunsch nicht widerstehen. Er lud sie ein und bot ihr einen Platz am Feuer an, wo sie ihre Hände wärmte.

„Mein Name ist Yukiko“, sagte die Frau und traf Takao's Blick. „Ich habe keinen anderen Ort, zu dem ich gehen kann. Würde es Ihnen große Umstände bereiten, wenn ich etwas länger bleibe?“

Obwohl Takao ein einfaches Leben führte, fühlte er sich von der sanften Natur und der geheimnisvollen Ausstrahlung der Frau angezogen. Ohne zu zögern stimmte er zu, und bald wurde Yukiko zu einer festen Größe in seinem Zuhause. Sie half bei den täglichen Aufgaben, und ihre Präsenz brachte eine Wärme in Takao's Herz, die er nicht bemerkt hatte, dass er sie vermisse.

Mit der Zeit wurden die beiden einander nahe, und schließlich bat Takao Yukiko, seine Frau zu werden. Sie willigte mit einem schüchternen Lächeln ein, und die beiden wurden in einer einfachen Zeremonie unter den wachsamen Augen der Dorfbewohner verheiratet. Obwohl einige über Yukiko's plötzliches Erscheinen tuschelten, gewannen ihre Anmut und Freundlichkeit die Dorfbewohner für sich, und sie wurde schnell von allen, die sie kannten, geliebt.

Eine geschlossene Tür, durch die sanftes Kerzenlicht strahlt, während Yukiko dahinter webt und eine geheimnisvolle Atmosphäre schafft.
Yukiko webt hinter einer geschlossenen Tür, getaucht in sanftes Kerzenlicht, während ihre geheimnisvolle Arbeit Takao verborgen bleibt.

Eines Tages, nicht lange nach ihrer Hochzeit, kam Yukiko mit einer Bitte zu Takao.

„Ich möchte weben“, sagte sie. „Ich kann wunderschöne Stoffe herstellen, aber du musst mir eines versprechen: Du darfst niemals in den Raum schauen, während ich arbeite. Egal was passiert, du darfst nicht hineinschauen.“

Takao, obwohl er von der Bitte verwirrt war, stimmte ohne zu zögern zu. Er hatte keinen Grund, die Wünsche seiner Frau zu bezweifeln, denn sie hatte nichts als Glück in sein Leben gebracht.

Tagelang arbeitete Yukiko hinter verschlossenen Türen, und als sie schließlich hervorkam, präsentierte sie Takao das prächtigste Stück Stoff, das er je gesehen hatte. Das Gewebe schimmerte wie der Morgentau auf einem Spinnennetz, mit Fäden so fein, dass sie zu leuchten schienen, als hätten sie ein Eigenleben.

„Verkaufe dies im Dorf“, sagte Yukiko und übergab den Stoff an Takao. „Es wird einen hohen Preis erzielen.“

Tatsächlich verursachte der Stoff eine Sensation auf dem Dorfmarkt. Die Dorfbewohner hatten noch nie etwas Vergleichbares gesehen, und bald kamen Händler von nah und fern, um das exquisite Gewebe zu kaufen. Takao und Yukiko wurden wohlhabend, und obwohl sich Takao's Leben verändert hatte, blieb er so bescheiden wie zuvor.

Doch je mehr Stoff Yukiko webte, desto schwächer schien sie zu werden. Jedes Mal, wenn sie sich in den Raum zum Weben zurückzog, kam sie blass und erschöpft hervor. Takao, besorgt um seine Frau, versuchte sie zu überreden, sich auszuruhen, doch Yukiko bestand darauf, weiterzuarbeiten.

„Bitte“, sagte sie mit einem müden Lächeln, „ich möchte das für uns tun.“

Takao schaut durch eine Tür und sieht einen Kranich, der seine Federn zu Stoff verarbeitet. Dabei wird ihm die Wahrheit über Yukiko bewusst.
Takao schaut in den Raum und sieht den Kranich, der seine eigenen Federn in den Webstuhl einflicht, dabei entdeckt er Yukikos wahre Identität.

Mit den vergehenden Tagen vertiefte sich Takao's Sorge um Yukiko. Er konnte es nicht ertragen, sie so zerbrechlich zu sehen, und eines Tages überwältigten ihn Neugier und Sorge. Leise näherte er sich der Tür zu dem Raum, in dem Yukiko webte, und trotz des Versprechens, das er gegeben hatte, öffnete er sie nur einen Spalt und spähte hinein.

Zu seiner Überraschung saß keine Frau am Webstuhl. Stattdessen saß dort ein Kranich, der sich mühsam Federn von seinem eigenen Körper auszupflückte und sie in den Stoff einwebte. Die Bewegungen des Kranichs waren langsam und mühsam, seine einst glänzenden Federn jetzt matt und spärlich. Der Raum war erfüllt vom sanften Geräusch der Federn, die in den Webstuhl eingewoben wurden, und Takao's Herz sank, als er die Wahrheit erkannte.

Seine Frau war der Kranich, den er im Wald gerettet hatte.

Überrascht, dass die Tür geöffnet wurde, drehte der Kranich seinen Kopf, und in diesem Moment fühlte Takao einen tiefen Stich der Reue, weil er sein Versprechen gebrochen hatte. Der Kranich erhob sich vom Webstuhl und verwandelte sich zurück in Yukiko, die vor ihm stand, Tränen in den Augen.

„Du hast versprochen“, flüsterte sie mit einer Stimme voll Trauer. „Ich wollte bei dir bleiben, aber jetzt, wo du die Wahrheit kennst, kann ich nicht bleiben.“

Takao fiel auf die Knie und bat sie, ihm zu vergeben, doch Yukiko schüttelte nur traurig den Kopf.

„Ich muss gehen“, sagte sie leise, „aber ich werde immer dankbar sein für die Güte, die du mir gezeigt hast.“

Ein zerzauster Kranich fliegt in einen bewölkten, winterlichen Himmel, während Takao von unten mit Traurigkeit zusieht.
Die Krane fliegen in den winterlichen Himmel davon und lassen Takao in Trauer zurück, was das Ende ihrer bittersüßen Liebesgeschichte markiert.

Mit diesen Worten verwandelte sie sich erneut in den Kranich, ihre Flügel weit ausgebreitet. Sie erhob sich in die Lüfte, verschwand am Himmel und ließ Takao allein im stillen Raum zurück. Der Webstuhl mit dem unvervollständigten Stoff blieb verlassen zurück, eine Erinnerung an die Liebe, die er verloren hatte.

Jahre vergingen, und obwohl Takao weiterhin im Dorf lebte, war sein Herz nicht mehr dasselbe. Oft wanderte er zum Rande des Waldes, blickte zum Himmel hinauf und hoffte, einen Blick auf den Kranich zu erhaschen, der einst seine Frau gewesen war. Doch der Kranich kehrte nie zurück, und Takao lebte den Rest seiner Tage mit der Erinnerung an die Frau, die ihm Freude gebracht hatte, wenn auch nur für eine kurze Zeit.

Und so wurde die Geschichte der Kranichfrau zur Legende im Dorf, eine Erzählung, die an kalten Winternächten den Kindern erzählt wurde – eine Geschichte von Liebe, Verlust und der Zerbrechlichkeit von Versprechen.

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