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Die Hexe von Marigot Bay
The haunting beauty of Marigot Bay at twilight, where the tranquil waters and misty jungle hide a chilling secret beneath the surface.

Über die Geschichte: Die Hexe von Marigot Bay ist ein Legend aus saint-lucia, der im 18th Century spielt. Diese Descriptive Erzählung erforscht Themen wie Justice und ist geeignet für Adults. Sie bietet Cultural Einblicke. Das Meer vergisst nicht—ebenso wenig wie der Geist, der unter seinen Wellen verweilt.

**Marigot Bay, ein Paradiesort, wo die üppig grünen Hänge von Saint Lucia das türkisfarbene Meer wie einen alten Liebhaber umarmen. Segelboote schaukeln träge im Hafen, und der Duft von Salz und Hibiskus weht durch die Luft. Für Touristen ist es ein Himmel – ein Rückzugsort vor den Sorgen der Welt. Doch die Einheimischen wissen es besser.**

**Es gibt hier eine alte Geschichte, die von Generation zu Generation geflüstert wird. Eine Erzählung von Verrat, Rache und etwas, das noch immer unter der Wasseroberfläche lauert.**

**Seefahrer berichten von unheimlichem Heulen, das nachts über die Bucht hallt. Fischer sprechen von Händen, die an ihren Knöcheln aus der Tiefe streifen. Und manche – manche, die töricht genug sind, nach Einbruch der Dunkelheit allein auf diesen Gewässern zu segeln – kehren nie zurück.**

**Sie sagen, es sei nur eine Legende. Sie sagen, die Vergangenheit ist Vergangenheit.**

**Doch die Bucht vergisst nicht.**

**Dies ist die Geschichte der Hexe von Marigot Bay.**

**Der Fluch von La Vieille**

Anaya, die Heilerin der Kalinago, steht am Ufer in traditioneller Kleidung und blickt auf ein sich näherndes britisches Schiff in der Ferne.
Anaya, die weise Heilerin, steht am Ufer der Bucht, während ein bedrohliches britisches Schiff sich nähert, unwissend über den Verrat, der sie erwartet.

**Lange bevor Marigot Bay ein Zufluchtsort für Yachten und Touristen wurde, war es ein ruhiges Fischerdorf. Die Kalinago lebten hier, kümmerten sich um ihre Ländereien und lauschten dem Flüstern von Meer und Himmel. Unter ihnen war eine Frau namens Anaya, eine Heilerin, eine weise Frau – eine, die die Wege der alten Geister kannte.**

**Ihr Wissen über die Magie der Erde wurde sowohl respektiert als auch gefürchtet. Sie konnte ein Fieber mit zerdrückten Blättern lindern und den Regen mit geflüsterten Gebeten herbeirufen. Sie war bei vielen beliebt, aber bei einigen beneideten, und Angst ist eine mächtige Sache.**

**Dann kam der Tag, an dem das Schiff der weißen Männer einlief, seine Segel von einem Sturm zerfetzt. Die Dorfbewohner beobachteten mit misstrauischen Augen, wie die Fremden an ihre Küsten stolperten, ihre Gesichter hohl vor Hunger und Erschöpfung.**

**Unter ihnen war Captain James Whitaker, ein Engländer, der sein Vermögen durch den Handel mit Zucker, Rum und, wie einige flüsterten, Menschenleben gemacht hatte. Er war ein Mann, der die Welt als etwas betrachtete, das man nehmen, beanspruchen, erobern konnte.**

**Whitaker hatte Geschichten über Anaya gehört – über die Frau, die die Gezeiten kontrollierte, die mit den Geistern der Tiefe sprechen konnte. Er sah in ihr eine Gelegenheit.**

**Er kam zu ihr mit Geschenken aus Gold, Seide und feinen Weinen. Er schmeichelte ihr, nannte ihre Gaben außergewöhnlich, göttlich. Aber was er wirklich wollte, war die Herrschaft über die Bucht. Er wollte, dass sie das Meer nach seinem Willen bindet, um sicherzustellen, dass seine Schiffe sicher durch seine Gewässer segeln können, egal welcher Sturm aufzieht.**

**Anaya durchschauerte seine Worte.**

**„Ihr sucht keine Harmonie“, sagte sie zu ihm. „Ihr sucht Macht. Und das Meer gehört nicht Männern wie euch.“**

**Whitaker nahm die Ablehnung nicht gut auf.**

**In jener Nacht, unter einem mondlosen Himmel, stürmten seine Männer ihr Heim. Sie zerrten sie aus ihrer Hütte, vorbei an den entsetzten Gesichtern ihres Volkes. Es gab keine Protestrufe – nur der stille Horror derjenigen, die wussten, was kommen würde.**

**Sie wurde der Hexerei beschuldigt. Des Verrats gegen die Krone. Davon, eine Gefahr für diejenigen zu sein, die nur die „Zivilisation“ auf die Insel bringen wollten.**

**In Ketten gelegt, wurde sie hinaus in die Bucht gerudert, wo das Wasser tief und schwarz wie Tinte war.**

**Sie bat nicht. Sie flehte nicht.**

**Sie sprach nur ein letztes Mal, ihre Stimme ruhig, beständig wie die Gezeiten:**

**„Ihr werdet in den Wassern ertrinken, die ihr zu beherrschen sucht.“**

**Mit einem schweren Stein an ihren Knöcheln wurde Anaya ins Meer geworfen.**

**In dem Moment, als sie unter der Oberfläche verschwand, heulte der Wind durch die Bucht wie eine trauernde Mutter. Der Himmel, der klar gewesen war, verdunkelte sich. Und bevor Whitaker zurück zu Land steuern konnte, begann das Wasser unter seinem Schiff zu toben.**

**Es war, als würde die Bucht zum Leben erwachen.**

**Wellen stiegen wie Hände empor und zogen das Schiff hinab. Whitakers Männer schrien, als das Meer sie ganz verschlang. Das Schiff, sein Mast zerbrach wie ein gebrochener Knochen, verschwand unter dem Schaum.**

**Bei Tagesanbruch war von ihnen nichts mehr übrig.**

**Doch Anayas Geist ruhte nicht.**

**Das Meer hatte ihren Körper genommen, aber etwas anderes hatte sich in jener Nacht in der Bucht verwurzelt – etwas Altes, etwas Rächendes.**

**Und es hatte gerade erst begonnen.**

**Flüstern auf dem Wasser**

Ein kleines Fischerboot schwebt auf dem nebligen Wasser der Marigot-Bucht, während eine gespenstische weibliche Gestalt mit leuchtenden Augen aus dem Nebel auftaucht.
Ein einsamer Fischer begegnet der Hag von Marigot Bay, deren geisterhafte Gestalt aus dem Nebel emporsteigt und mit einem unheimlichen, unblinkenden Blick zuschaut.

**Jahre vergingen, und die Legende von Anaya – der Hexe von Marigot Bay – wuchs.**

**Zunächst waren die Veränderungen subtil. Die Fischer flüsterten von seltsamen Dingen – Netze, die in Fetzen gerissen wurden, Boote, die treiben gefunden wurden, ihre Besitzer verschwunden. Einige sprachen vom Lachen einer Frau, das im Wind getragen wurde, andere von leuchtenden Augen unter dem Wasser.**

**Dann begannen die Verschwindenisse.**

**Es begann mit Kindern.**

**Im Jahr 1893 verschwand ein Junge namens Lucas Duval. Er hatte bei Sonnenuntergang am Ufer gespielt und Glühwürmchen gejagt. Seine Mutter rief nach ihm, aber alles, was sie fand, waren kleine Fußabdrücke, die zum Wasser führten – dann nichts mehr.**

**Im Jahr 1965 kam eine amerikanische Journalistin, Eleanor Marks, nach Marigot Bay. Sie schrieb ein Buch über karibische Folklore und war eifrig dabei, die Legende der Hexe zu entkräften.**

**Eines Nachts, trotz der Warnungen der Einheimischen, nahm sie ein Boot in die Bucht.**

**Sie kehrte nie zurück.**

**Ihr Begleiter, ein einheimischer Fischer namens Henri, kam allein zurück, sein Gesicht so blass wie ein Geist.**

**Er erzählte, was er gesehen hatte.**

**„Das Wasser…“ Seine Stimme zitterte. „Es öffnete sich.“**

**Als sie am nächsten Morgen Eleanor’s Boot fanden, trieb es nahe den Mangroven. Ihr Notizbuch war noch an Bord, gefüllt mit halb geschriebenen Sätzen. Das Letzte, was sie gekritzelt hatte, in hektischen, ungleichmäßigen Buchstaben:**

**„Sie ist real.“**

**Die Rückkehr der Hexe**

Amara steht während eines heftigen Sturms auf einem Boot in der Marigot Bay und blickt der gespenstischen Gestalt von Anaya entgegen, während Blitze den Himmel erhellen.
Der Sturm tobt, während Amara mutig dem rachsüchtigen Geist von Anaya, der Hexe von Marigot Bay, in einem Wettstreit der Willensstärke gegenübertritt.

**Das heutige Marigot Bay ist nun ein Ort des Luxus – Strandvillen, Cocktailbars, Yachten, die im Hafen wie weiße Vögel ruhen. Die Legende der Hexe ist nur das geblieben – eine Geschichte.**

**Doch einige erinnern sich noch.**

**Unter ihnen ist Amara Baptiste, die letzte Nachfahrin von Anayas Blutlinie.**

**Amara hat die Geschichten immer gekannt, hat immer das Gewicht des Fluchs ihrer Vorfahrin gespürt. Sie hat ihr Leben damit verbracht, ein kleines Gästehaus an der Bucht zu betreuen, zu beobachten, zu warten.**

**Dann, eines Nachts, ändert sich das Meer.**

**Ein Sturm zieht ohne Vorwarnung auf. Die Winde schreien durch die Palmen. Die Bucht, sonst ruhig, brodelt vor Wut.**

**Und Amara sieht sie.**

**Ein Schatten im Nebel. Eine Gestalt, die auf dem Wasser steht, ihr Haar treibt wie Algen im Strom.**

**Die Hexe ist zurückgekehrt.**

**Amara weiß, was sie tun muss.**

**Sie rudert in den Sturm, stellt sich dem Geist ihrer Vorfahrin. Die Luft ist erfüllt von Flüstern, Stimmen aus jenseits.**

**„Blut von meinem Blut“, murmelt die Hexe, „warum bist du gekommen?“**

**Amara atmet tief durch. Sie spricht von Gerechtigkeit, von Frieden, von einer alten Wunde, die zu lange geschwollen ist.**

**Zum ersten Mal seit Jahrhunderten hört die Hexe zu.**

**Dann verblasst sie langsam.**

**Das Meer wird still. Der Sturm verschwindet. Und die Bucht – zum ersten Mal seit langer, langer Zeit – fühlt sich in Frieden an.**

**Das Geheimnis der Bucht**

Ein goldener Sonnenaufgang über der Marigot-Bucht, während Amara am Ufer steht und beobachtet, wie Anayas geisterhafte Gestalt im Nebel verschwindet – endlich in Frieden.
Mit dem gebrochenen Fluch schwindet Anayas Geist im Morgennebel, während Amara in den Horizont blickt und einen neuen Morgen umarmt.

**Marigot Bay bleibt so atemberaubend wie eh und je.**

**Die Touristen kommen weiterhin. Die Sonne geht weiterhin in goldenen Tönen unter. Aber diejenigen, die wissen – sie hören immer noch zu.**

**Und manchmal, wenn die Nacht ruhig ist, wenn das Wasser still ist, kannst du ein Flüstern auf den Wellen hören.**

**Nicht von Rache.**

**Sondern von Abschied.**

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