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Die Hexe des Koli-Berges
A breathtaking view of Koli Mountain at twilight, where the Northern Lights illuminate the snowy landscape. A dark, ancient cabin stands at the mountain’s edge, its glowing windows hinting at secrets hidden within. The scene is both mesmerizing and ominous, setting the stage for the legend of the Witch of Koli Mountain.

Über die Geschichte: Die Hexe des Koli-Berges ist ein Legend aus finland, der im Medieval spielt. Diese Conversational Erzählung erforscht Themen wie Courage und ist geeignet für Young. Sie bietet Moral Einblicke. Die verzweifelte Suche einer jungen Frau nach ihrem verlorenen Bruder führt sie ins Herz einer alten Legende – wo der Berg selbst lebendig ist.

Der Wind trug Geheimnisse.

Er fegte durch die dichten Kiefernwälder des Koli-Berges, heulte durch die zerklüfteten Felsen und über die gefrorenen Seen. Er flüsterte in die Ohren derer, die es wagten zuzuhören, pflanzte alte Geschichten in ihre Gedanken – Erzählungen von Wesen, die unsichtbar wandelten, von Geistern, die über das Land streiften, und von einer Hexe, die seit Jahrhunderten lebte, gebunden an den Berg wie ein Gespenst der Vergangenheit.

Für die Bewohner von Ahvenlahti wurde der Name *Ilmatar* sowohl mit Ehrfurcht als auch mit Furcht ausgesprochen. Einige nannten sie eine Beschützerin, eine Wächterin des Landes. Andere glaubten, sie sei verflucht, verdammt zwischen der Welt der Lebenden und der Toten zu existieren.

Aber alle waren sich eines einig – diejenigen, die sie suchten, kehrten entweder nie zurück oder kamen... verändert zurück.

Leena Väisänen hatte ihr Leben lang die Geschichten gehört.

Und doch war sie hier, kletterte den Koli-Berg hinauf, jagte der Legende hinterher.

Sie suchte keine Mythen.

Sie suchte ihren Bruder.

Und sie würde nicht ohne ihn zurückkehren.

Der Weg ins Unbekannte

Leenas Atem kam in kurzen, ungleichmäßigen Stößen, während sie den steilen Bergpfad hinaufstieg. Die kalte Luft brannte in ihren Lungen, aber sie drängte weiter, ihre Finger verkrampften die Ränder ihres dicken Umhangs.

Am Abend zuvor war ihr jüngerer Bruder, Juhani, verschwunden.

Er war immer von den alten Geschichten fasziniert gewesen, fasziniert von den Dingen, die jenseits des Schleiers der Realität lauerten. Während andere Jungen ihre Zeit mit Angeln oder bei den Wintervorbereitungen des Dorfes verbrachten, hatte Juhani seine Nächte damit verbracht, die Sterne anzustarren und über vergessene Götter und Geister zu murmeln, die im Wind lebten.

Die Dorfbewohner hatten ihn gewarnt – sie hätten sie beide gewarnt –, sich vom Koli fernzuhalten.

Aber etwas hatte Juhani gerufen. Und jetzt war er weg.

Leena hatte seine Spuren gefunden, die hinauf zum Berg führten, halb im Schnee vergraben. Er war freiwillig gegangen, allein.

Also folgte sie ihm jetzt.

Allein.

Die Luft wurde kälter, je höher sie stieg. Die Bäume, hoch und uralt, erhoben sich um sie herum wie stille Wächter. Je weiter sie kletterte, desto ruhiger wurde die Welt. Keine Vögel. Kein raschelndes Laub. Nur der flüsternde Wind.

Und dann—

Ein Geräusch.

Ein sanftes, melodisches Lachen, das durch die Bäume trug.

Leena erstarrte.

Ihr Herz pochte, als sie sich umdrehte, die Laterne hochgehalten, das flackernde Licht warf lange, zitternde Schatten über den schneebedeckten Boden.

Niemand war da.

Aber sie wusste, dass sie nicht allein war.

Sie knirschte mit den Zähnen und machte weiter.

Sie hatte keine Wahl.

Leena, in ein Fuchspelz gehüllt, schreitet durch einen schneebedeckten Wald in der Dämmerung. Sie trägt eine Laterne, während aus den Schatten unsichtbare Augen sie beobachten.
Leena, eine entschlossene junge Frau, wagt sich in der Dämmerung in den schneebedeckten Wald des Koliberges. In ein Pelzgewand gehüllt und vom Schein ihrer Laterne geleitet, dringt sie tiefer in die unheimlichen Wälder vor, ahnungslos über die unsichtbare Präsenz, die sie aus dem Schatten heraus beobachtet.

Der Schatten in den Bäumen

Als Leena tiefer in den Berg vordrang, verdichteten sich die Bäume, ihre knorrigen Äste verwebten sich wie skelettartige Hände. Der Boden unter ihren Stiefeln fühlte sich weich an, zu weich – als ob die Erde gestört worden wäre.

Ein Teil von ihr flüsterte, sie solle umkehren.

Aber sie hörte nicht zu.

Sie konnte nicht.

Dann sah sie es.

Eine Gestalt, die am Rande des Pfades stand.

Ihr Atem stockte in ihrem Hals.

Es war Juhani.

„Juhani!“, rief sie und stürmte auf ihn zu.

Aber im Moment, in dem sie blinzelte—war er verschwunden.

Nur die Bäume blieben.

Ihre Brust zog sich zusammen. Spielt der Berg ihr Streiche?

Oder war sie schon zu spät?

Der Wind änderte sich.

Und dann kam die Stimme.

Sanft. Alt. Vertraut.

„Du suchst etwas, Kind.“

Leena drehte sich um, das Laternenlicht zitterte wild gegen die dunklen Bäume.

Eine Frau stand vor ihr, in Schatten gehüllt, ihr silbernes Haar floss wie Wasser.

Ilmatar.

Die Hexe des Koli-Berges.

Leenas Finger verkrampften sich um den Griff ihres Dolches. „Wo ist mein Bruder?“

Die Hexe lächelte – eine langsame, wissende Biegung ihrer Lippen.

„Der Berg hat ihn genommen“, sagte sie. „Genau wie er alle nimmt, die zuhören.“

Leenas Magen zog sich zusammen. „Was bedeutet das?“

Ilmatar trat näher, ihr Blick glühte wie Glut in der Dunkelheit. „Möchtest du ihn sehen?“

Bevor Leena antworten konnte, die Welt um sie herum *veränderte* sich.

Leena trifft Ilmatar in einer schneebedeckten Lichtung, den Dolch fest in der Hand, während die Hexe mit glühenden Augen wissend lächelt.
In einer verschneiten Lichtung steht Leena der Hexe des Koli-Bergs gegenüber. Ilmatar, mit silbernem Haar und leuchtenden Augen, ist von einem gespenstischen Licht umgeben, während ihre dunklen Gewänder mit der Nacht verschwimmen. Leena umklammert ihren Dolch, ihr Atem stockt zwischen Angst und Entschlossenheit, während die Hexe wissend lächelt, als hätte sie Leena schon die ganze Zeit erwartet.

Eine Welt jenseits der Sicht

Der Wald schmolz dahin, löste sich auf in Schatten und Licht.

Leena stolperte, ihr Körper schwerelos, als ob sie in einem Vakuum schwebte. Sie griff nach etwas – irgendetwas –, um sich zu verankern, aber es war nichts da.

Dann—Licht.

Nicht Sonnenlicht. Nicht Feuerlicht.

Etwas *Anderes*.

Und in diesem Licht—Juhani.

Leena keuchte.

Er stand direkt vor ihr, sein Gesicht ruhig, sein Körper in etwas *Nicht-Menschliches* gehüllt. Die Luft um ihn herum schimmerte, als ob er Teil des Gewebes des Berges geworden wäre.

„Juhani!“, rief sie und griff nach ihm.

Er wandte sich ihr zu, seine Augen fern, als ob er durch sie hindurch sah, nicht *auf* sie.

„Ich höre sie“, flüsterte er. „Ich *sehe* sie.“

Leenas Blut erstarrte. „Siehst du *was*?“

„Die, die vorangegangen sind.“

Sie verstand nicht. „Komm nach Hause. Bitte.“

Juhani lächelte nur.

Ilmathars Stimme hallte um sie herum.

„Er gehört jetzt dem Berg.“

Leena drehte sich um, um die Hexe anzusehen, Wut loderte in ihrer Brust. „Du hast ihn genommen!“

Ilmatar schüttelte den Kopf. „Nein, Kind. Er hat gewählt.“

Leenas Atem kam in scharfen Stößen. „Er würde niemals—“

„Er hörte den Ruf. Genau wie du.“

Leena taumelte zurück. Nein. Nein, das war nicht richtig.

Aber dann, tief in ihren Knochen, spürte sie es.

Ein Flüstern. Ein Ziehen.

Der Berg rief *auch* nach ihr.

Leena streckt sich nach Juhani in einem surrealen Reich aus Nebel und Schatten, während leuchtende Augen beobachten und Ilmatar in der Ferne drohend auftaucht.
Leena und Juhani finden sich in einem surrealen, traumähnlichen Reich gefangen, in dem Nebel und Schatten unter ihren Füßen wirbeln. Leuchtende Augen lauern aus der Dunkelheit und beobachten, wie sich Johanis Gestalt allmählich in die fremde Umgebung auflöst. Leena greift verzweifelt nach ihm, ihre Augen voller Angst, während Ilmatar in der Ferne auftaucht, eine unsichtbare Macht, die über ihr Schicksal bestimmt.

Der Preis der Wahrheit

Leenas Herz pochte. Sie spürte das Gewicht des Berges, der auf sie drückte, ihr zuflüsterte, sie hineinlockte.

Sie ballte die Fäuste.

Nein.

Sie würde nicht genommen werden.

Sie würde *kämpfen*.

Sie rief jede Kraft ihrer Stärke hervor, streckte die Hand aus, ergriff Juhanis Handgelenk. „Du *kommst* nach Hause.“

Zum ersten Mal veränderte sich etwas in seinem Blick. Erkennung. Ein Flackern des Jungen, den sie gekannt hatte.

Die Welt bebte.

Ilmatar verengte ihre Augen. „Sei vorsichtig, Kind. Du verstehst nicht, wogegen du kämpfst.“

Leena hielt fest.

Und dann zog sie *.

Das Vakuum sprang auf.

Das Licht zerbrach.

Und dann—

Dunkelheit.

Epilog: Das Vermächtnis der Hexe

Als Leena ihre Augen öffnete, lag sie auf dem kalten Boden des Koli-Berges.

Schneeflocken fielen herab, schmolzen gegen ihre Haut.

Sie setzte sich mit einem scharfen Einatmen hoch—Juhani lag neben ihr, bewusstlos aber atmend.

Sie packte ihn, rüttelte ihn wach. „Juhani?“

Seine Augen flatterten auf. Und zum ersten Mal waren es *seine* Augen.

Leena schluchzte und zog ihn in eine enge Umarmung.

Der Wind flüsterte um sie herum.

Ilmatar war verschwunden.

Aber ihre Präsenz blieb, verwoben in das Gefüge des Berges.

Und obwohl Leena und Juhani nach Ahvenlahti zurückkehrten, sprachen sie nie über das, was passiert war.

Denn manche Wahrheiten sollten nicht erzählt werden.

Manche Legenden sollten *leben*.

Und die Hexe des Koli-Berges war nicht verschwunden.

Sie wartete einfach.

Auf den nächsten Reisenden, der töricht genug war, dem Wind zuzuhören.

Leena kniet im Schnee bei Tagesanbruch und hält Juhani in ihren Armen, der zwar schwach, aber frei aussieht. Ilmatar beobachtet sie aus der Ferne, bevor sie im Nebel verschwindet.
Als die Dämmerung über dem Koli-Berg anbricht, kniet Leena im Schnee und hält Juhani fest umschlungen. Seine Augen sind wieder klar, frei von dem mystischen Einfluss des Berges. Das goldene Morgenlicht hüllt die gefrorene Landschaft in Wärme und hebt sich deutlich von den schwindenden Schatten der Nacht ab. In der Ferne zeichnet sich die Silhouette Ilmatars am Rand des Waldes ab, still beobachtend, bevor sie in den Nebel entschwindet.

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