Lesezeit: 6 min

Über die Geschichte: Die Hexe des Klekberges ist ein Legend aus croatia, der im Medieval spielt. Diese Dramatic Erzählung erforscht Themen wie Courage und ist geeignet für Young. Sie bietet Cultural Einblicke. Der Berg nimmt diejenigen auf, die seinen flüsternden Stimmen lauschen… und lässt sie niemals wieder los.
Im Herzen Kroatiens, wo die Dinarischen Alpen das Land wie das Rückgrat eines uralten Ungeheuers durchschneiden, erhebt sich der Klek-Berg. Es ist ein Ort zerklüfteter Klippen und schattiger Wälder, wo der Wind nicht einfach weht, sondern in längst vergessenen Stimmen singt.
Die Dorfbewohner von Ogulin wagten sich nie weit über die Baumgrenze hinaus, besonders wenn der Mond voll war. Legenden erzählten von Hexen, die auf dem Gipfel tanzten, ihr Lachen vom Sturm getragen. Einige behaupteten, dass wenn ein Gewitter über Klek wütete, es daran lag, dass die Hexen sich wieder versammelten, ihre Zauber die Knochen des Berges erzitterten ließen.
Die meisten wischten diese Geschichten als alte Aberglauben beiseite, doch es gab Flüstern – Geschichten von denen, die den Berg hinaufgingen und nie zurückkehrten.
Und dann war da Mara Petrovic.
Mara war schon immer anders gewesen. Während die anderen Mädchen in Ogulin damit zufrieden waren, sich um ihre Familien zu kümmern und sich auf die Ehe vorzubereiten, sehnte sich Mara nach etwas anderem – etwas jenseits der Grenzen des Dorflebens. Sie verbrachte ihre Tage im Wald, sammelte Kräuter, lauschte den Rufen unsichtbarer Kreaturen und betrachtete den Klek-Berg mit einer Sehnsucht, die sie nicht verstand. Ihre Großmutter hatte sie seit ihrer Kindheit gewarnt. *"Dieser Berg ist nichts für dich, Kind. Die Hexen heißen Fremde nicht willkommen."* Doch das ließ Mara nur noch mehr verlangen zu gehen. Eines Abends gab sie ihrer Neugier schließlich nach. Als der Himmel sich im Rot des untergehenden Mondes verbrannte, packte sie eine Tasche mit Essen und einer Laterne, wickelte einen Schal um ihre Schultern und machte sich auf den Weg zum Berg. Der Aufstieg war steiler als erwartet. Wurzeln wanden sich über den Boden wie Finger, die nach ihren Stiefeln griffen, und jede Windböe trug ein Flüstern, das ihr die Haare zu Berge stehen ließ. Und dann – sie hörte es. Ihren Namen. Eine Stimme, sanft wie ein Hauch, vom Wind getragen. Sie drehte sich abrupt um, doch niemand war da. Nur der dunkler werdende Wald. Als Mara den Gipfel erreichte, waren die letzten Spuren des Tageslichts verschwunden, und nur der silberne Schein des Mondes erleuchtete die Landschaft. Die Ruinen einer alten Festung zeichneten sich am Horizont ab, ihre zerfallenen Steinmauern von Efeu und der Zeit verschlungen. Doch es waren nicht die Ruinen, die ihr den Atem stocken ließen. Es war sie selbst. Eine Frau stand am Rand der Klippe, ihre Gestalt gegen den Himmel silhouettiert. Sie war in einen schwarzen Umhang gehüllt, der sich im Wind wie flüssiger Schatten bewegte, ihr Haar lang und verheddert. Mara setzte einen vorsichtigen Schritt voran. Die Frau drehte sich nicht um. *"Du bist gekommen,"* murmelte sie. Ihre Stimme war tief, fast vom Wind verschluckt, doch sie trug etwas Altes in sich, etwas, das einen Zittern durch Maras Knochen schickte. Mara schluckte. *"Wer bist du?"* Daraufhin drehte sich die Frau endlich um, und Mara schnappte nach Luft. Ihr Gesicht war wunderschön – zu schön, als ob es von etwas außerhalb dieser Welt gemeißelt wurde. Doch es waren ihre Augen, die Mara erstarrt zurückließen. Sie waren voller Trauer. *"Ich war einst wie du,"* sagte die Frau leise. *"Neugierig. Rücksichtslos. Jetzt gehöre ich dem Berg."* Mara machte einen Schritt zurück und wurde sich plötzlich bewusst, wie weit sie von zu Hause entfernt war. *"Du hättest nicht kommen sollen,"* flüsterte die Frau. Der Wind heulte, und für einen kurzen Moment schwor Mara, schemenhafte Gestalten in den Ruinen hinter der Frau zu sehen – sie beobachteten. Warteten. Mara floh. Sie rannte den Berg hinunter, das Herz hämmerte, die Füße berührten kaum den Boden. Die Flüstern folgten ihr, webten sich durch die Bäume und riefen ihren Namen in Stimmen, die nicht denen der Lebenden gehörten. Sie brach kurz vor der Morgendämmerung in das Dorf ein, keuchend, ihr Kleid von Zweigen zerrissen. In jener Nacht schlief sie nicht. Auch die Nacht danach nicht. An den nächsten sieben Nächten wurden ihre Träume von Visionen geplagt – Frauen in dunklen Roben tanzten unter dem Vollmond, ihre Hände gen den sturmgepeitschten Himmel erhoben. Sie sah sich selbst unter ihnen, wie sie Worte beschwor, die sie nicht verstand. Und in der achten Nacht kam das Flüstern wieder. Doch dieses Mal war es kein Traum. Ein Schatten verweilte am Rand ihres Zimmers, kaum im Kerzenlicht sichtbar. *"Komm."* Maras Atem stockte. Im nächsten Moment wusste sie nicht mehr, wo sie war – sie ging durch den Wald, ihre nackten Füße drückten sich in die kalte Erde. Als sie den Berg erreichte, warteten sie auf sie. Dutzende von Frauen, ihre Umhänge flatterten im Wind, ihre Gesichter halb unter ihren Kapuzen verborgen. Die zuvor erschienene Frau trat vor. *"Es ist Zeit,"* sagte sie. Maras Hals wurde trocken. *"Zeit für was?"* Die Frau lächelte, doch in ihren Augen fehlte die Wärme. *"Um eine von uns zu werden."* Die Hexen hoben ihre Hände, und der Himmel riss mit Donner auf. Mara schrie, doch der Wind verschlang den Klang ganz. Als Mara erwachte, war sie verändert. Ihre Sinne waren geschärfter – sie konnte das entfernte Herzschlagen des Waldes hören, die Energie spüren, die unter dem Boden pulsierte. Ihr Spiegelbild in einer Regenpfütze zeigte Augen, die im Dunkeln schwach leuchteten. Die Hexen hatten sie zu einer von ihnen gemacht. Sie war vom Klek beansprucht worden. Doch sie hatte ihre Seele noch nicht aufgegeben. Zurück im Dorf bemerkten die Menschen die Veränderung. Die Ältesten flüsterten. Die Männer hielten Abstand. Selbst Luka, der Sohn des Bürgermeisters, der sie einst liebte, fürchtete sie jetzt. *"Du hast den Berg in deinen Augen,"* sagte er ihr eines Abends, seine Stimme zitterte. Mara sagte nichts. In jener Nacht versammelten sich die Dorfbewohner mit Fackeln und Weihwasser. Sie wussten, was aus ihr geworden war. Und sie konnten sie nicht bleiben lassen. Doch Mara war bereits gegangen. Hoch oben brach das Gewitter über Klek aus, und in den Ruinen der Festung stand Mara unter ihren Schwestern, beobachtete die Flammen, die sich aus dem Dorf darunter erhoben. Mara hatte jetzt Macht, doch sie hatte ihren Preis. Jeden Vollmond versammelten sich die Hexen in den Ruinen, ihre Stimmen erhoben sich mit dem Sturm. Während die anderen sich in ihrer Magie ergötzten, fühlte sich Mara leer. Sie sehnte sich nach dem, was sie verloren hatte. Sie sehnte sich nach Freiheit. Eines Nachts stellte sie sich der Frau, die sie zuerst in den Kreis geführt hatte. *"Ich will gehen,"* sagte Mara. Der Ausdruck der Frau verfinsterte sich. *"Niemand verlässt uns, Kind."* Doch Mara war entschlossen. Sie würde nicht zulassen, dass der Berg sie verzehrte. Während sich das Gewitter zusammenbraute, rannte Mara. Sie raste die Hänge hinunter, der Wind schrie in ihren Ohren. Hinter ihr schrien die Hexen ihren Namen, ihre Stimmen verschmolzen mit dem Sturm. Sie erreichte das Dorf gerade, als der Donner den Himmel zerriss. Zum ersten Mal seit Jahrhunderten hatte eine Hexe den Klek-Berg verlassen. Aber war sie wirklich frei? Jahre vergingen. Mara sprach nie über das, was geschehen war. Doch in stürmischen Nächten, wenn der Wind wie Lachen heulte, spürte sie es – Und eines Tages würde er sie zurückrufen.Der flüsternde Wind
Der Fluch des Berges
Das verbotene Ritual
Der Preis der Macht
Der Ruf der Hexen
Der Hunger des Berges
Flucht von Klek
Epilog: Der Berg schläft
Der Berg wartete.
Das Ende.