Lesezeit: 6 min

Über die Geschichte: Die goldene Spinnbraut von Zagorje ist ein Legend aus croatia, der im Medieval spielt. Diese Dramatic Erzählung erforscht Themen wie Romance und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Moral Einblicke. Ein Mädchen, das Gold spinnt, ein verfluchter Prinz und die Gier eines Grafen – das Schicksal webt seine eigene Geschichte in den Hügeln von Zagorje.
In den nebelverhangenen Hügeln von Zagorje, Kroatien, wo Wälder Geheimnisse flüstern und alte Schlösser an ihren steinernen Erinnerungen festhalten, lebt eine Legende, die so alt ist wie die Zeit selbst. Die Menschen erzählen noch immer von Marija, einem einfachen Dorfmädchen mit einer Gabe – manche nannten es einen Segen, andere einen Fluch. Sie konnte den feinsten goldenen Faden spinnen, obwohl sie nie wirklich wusste, wie oder warum.
Ihre Geschichte ist eine von Liebe, Gier und Schicksal, wo die Echos ihres Lachens und ihrer Trauer noch immer die Hallen der Burg Veliki Tabor heimsuchen. Manche sagen, in mondhellen Nächten summt das Spinnrad ohne Hand, die es führt, und goldener Faden leuchtet in der Dunkelheit, wartend auf das Mädchen, das einst den Willen der Könige herausforderte. Marija kannte Einsamkeit, solange sie sich erinnern konnte. Ihr Vater, ein bescheidener Weber, starb in einem Winter so grausam, dass selbst die Flüsse mitten im Flusszufluss gefroren. Ihre Mutter – lange bevor – hinterließ nichts als ihr Spinnrad und einen Namen, den die Dorfbewohner noch immer ehrfürchtig und beunruhigt flüsterten. „Dieses Mädchen“, murmelten sie, „sie hat die Hände ihrer Mutter.“ Es war nicht als Freundlichkeit gemeint. Ihre Stiefmutter, Dragica, hatte sie aufgenommen, aber nicht aus Liebe. Dragica war eine harte Frau, scharf wie der Rand einer Spindel, und sie sah Marija nicht als etwas anderes als eine Dienerin. „Du wirst deinen Unterhalt verdienen, Mädchen“, sagte Dragica und ließ einen Haufen ungewebten Flachs in Marijas Schoß fallen. Und so arbeitete Marija, von morgens bis abends, mit schmerzenden Fingern und aufgerauten Haut. Doch wenn das Mondlicht über ihr Spinnrad fiel, geschah etwas Seltsames – der Faden glänzte, als wäre Sonnenlicht darin gefangen. Eines Nachts bemerkte ein vorbeiziehender Händler ihre Arbeit und schnappte nach Luft. „Bei den Heiligen, Mädchen“, sagte er und hob den von ihr gewebten Stoff, „das glänzt wie die Schätze der türkischen Sultane!“ Dragicas Augen verengten sich. Sie hatte immer vermutet, dass Marija nicht normal war, doch jetzt sah sie etwas anderes – Profit. Und in den Hallen der Burg Veliki Tabor, wo Gier so heftig herrschte wie Stahl, sollte bald ein Mann von diesem Mädchen erfahren, das Flachs zu Gold spinnen konnte. An der Vorabend eines Erntefestes kam Graf Matija zu ihrem bescheidenen Heim, sein schwarzes Stute schnaubte in der kühlen Nachtluft. Sein Ruf eilte ihm voraus – ein grausamer Adliger, ein Mann dunkler Gelüste, dessen Herz nur für Macht und Reichtum schlug. Er saß aufrecht in seinem bestickten Umhang, die Augen scharf wie die eines Falken, die Lippen zu etwas zwischen einem Lächeln und einem Spott verzogen. „Ihr“, sagte er und wandte sich an Dragica, obwohl sein Blick auf Marija gerichtet war, „ich höre, ihr habt ein Mädchen, das goldenen Faden spinnen kann.“ Dragica verbeugte sich tief, ihre Stimme wie Honig. „Sie ist nur ein armes Mädchen, mein Herr, aber ihre Hände… sie vollbringen Wunder.“ Matijas Augenbraue hob sich. „Dann lasst uns diese Wunder sehen.“ Marijas Magen verdrehte sich vor Angst, als die Männer des Grafen sie mitnahmen – nicht gewaltsam, nicht ganz, aber es war nicht zu übersehen. Dies war keine Einladung. Es war eine Vorladung. Der Raum, in dem sie eingeschlossen wurde, war kalt und leer, abgesehen von dem Spinnrad in der Mitte. Auf dem Boden, gestapelt wie ein grausamer Scherz, lag ein Haufen Flachs, blass und leblos. „Ihr werdet dies bis zum Morgengrauen in Gold spinnen“, dröhnte Graf Matijas Stimme, wie Eisen auf Stein, „oder ihr werdet keinen weiteren Sonnenaufgang sehen.“ Die Tür knallte zu. Marijas Herz hämmerte. Sie hatte keine Magie, keine Kraft. Sie war nur ein Mädchen. Tränen verschwammen ihre Sicht, als sie das hölzerne Rad berührte und ihm zuflüsterte, als könnte es sie retten. „Bitte…“ Und dann, aus den Schatten, eine Stimme – tief, glatt, fast neckisch. „Warum weinst du, Schöne?“ Sie drehte sich abrupt um. Ein Mann stand dort, wo vorher niemand gewesen war. Er war groß, mit dunklen, lockigen Haaren, seine grünen Augen funkelten mit etwas Überirdischem. Seine Kleidung war anders als alles, was sie gesehen hatte, gewebt mit Silberfaden, der im Mondlicht zu schimmern schien. „Wer bist du?“ fragte Marija, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Ein Freund“, murmelte er. „Und ich kann dir helfen… gegen einen Preis.“ „Ein Preis?“ fragte sie. Der Mann neigte den Kopf und betrachtete sie. „Ein Kuss. Nur einen.“ Marija zögerte, aber welche Wahl hatte sie? Sie trat vor und drückte ihm den sanftesten Kuss auf die Wange. Die Luft veränderte sich, dick vor Magie. Das Rad begann von selbst zu drehen, der Flachs entfaltete sich zu reinem Gold. Bis zum Morgengrauen glänzte der Raum vor Schatz. Als Matija es sah, blitzten seine Augen vor Gier. „Morgen werdet ihr doppelt so viel spinnen.“ Marijas Magen sank. In dieser Nacht erschien der Mann erneut. „Diesmal“, sagte er, „ist der Preis ein Versprechen.“ „Ein Versprechen von was?“ „Dass du eines Tages meine sein wirst.“ Ihr Herz hämmerte, aber sie nickte. Und wieder floss das Gold wie Wasser. Doch Matija war nicht zufrieden. In der dritten Nacht brachte Matija keinen Flachs. Er brachte ein Hochzeitskleid. „Du wirst meine Braut sein“, erklärte er, seine Stimme hungrig, triumphierend. „Mit deiner Gabe werde ich der reichste Mann in ganz Kroatien sein.“ Marija schüttelte den Kopf. „Nein“, flüsterte sie. „Ich werde dich nicht heiraten.“ Matijas Gesicht verfinsterte sich, seine Hand umklammerte sein Schwert fester. „Dann wirst du sterben.“ Doch bevor seine Klinge fallen konnte, regten sich die Schatten. Der Fremde – Luka – trat vor. „Du hast keinen Anspruch auf sie“, sagte Luka, seine Stimme tief und gefährlich. „Du?“, verspottete Matija. „Und was bist du für sie?“ „Ich bin derjenige, zu dem sie wirklich gehört“, antwortete Luka. Mit einer Handbewegung heulte ein großer Wind durch die Burg, und Matija wurde zurückgeworfen, sein Schrei vom Sturm verschluckt. Luka wandte sich ihr zu, seine Augen jetzt sanft. „Du hast mir nie gesagt, wer du wirklich bist“, flüsterte Marija. „Ich bin verflucht“, gestand er. „Ein Prinz, gebunden an die Schatten, wartend auf eine Liebe, rein genug, um mich zu befreien.“ Marija trat näher, ihr Herz pochte. „Dann lass mich dich befreien.“ Sie küsste ihn – wirklich küsste sie ihn, und die Luft schimmerte. Als das Licht verblasste, stand Luka vor ihr, kein schattiger Fremder mehr, sondern ein Mann – ganz, goldhaarig und lächelnd. „Marija“, murmelte er, „willst du meine Braut sein?“ Sie lächelte. „Ja.“ Sie heirateten unter den alten Eichen, ihre Liebe in Legende verwoben. Und immer noch, wenn der Wind durch die Burg Veliki Tabor rauscht, flüstern die Dorfbewohner, dass man, wenn man genau hinhört, das Summen eines Spinnrads hören kann – und das Lachen des Mädchens, das aus Liebe Gold spinnte.Waise der Webstühle
Die Forderung des Grafen
Die Unmögliche Aufgabe
Die Wette
Der Verrat des Grafen
Der Fluch und der Kuss
Epilog: Die Legende lebt weiter
DAS ENDE