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Über die Geschichte: Die Geschichte des Lobisomem ist ein Folktale aus brazil, der im 19th Century spielt. Diese Dramatic Erzählung erforscht Themen wie Loss und ist geeignet für Adults. Sie bietet Moral Einblicke. Ein verfluchter Junge kämpft in den gespenstischen Wäldern Brasiliens gegen sein Schicksal.
Einführung
Im Herzen der brasilianischen Landschaft, wo die Bäume im Wind der vergessenen Legenden flüstern und die Sterne durch ein undurchbrochenes schwarzes Blätterdach leuchten, hat eine Geschichte über Generationen hinweg Bestand gehabt: die Geschichte des Lobisomem. Teil Wolf, teil Mensch, soll dieses geheimnisvolle Wesen bei Vollmond durch die Wälder streifen, vom Schicksal verflucht, zwischen zwei Welten zu leben. Es ist eine Geschichte von Leid, Verwandlung und dem unerbittlichen Zug der Bestimmung. Seit Jahrhunderten hat der Lobisomem die Bewohner kleiner Dörfer, die über das Land verstreut sind, in Angst versetzt. Aber ist der Lobisomem nur ein Mythos, oder lauert sein Schatten in den stillen Ecken Brasiliens und wartet darauf, erneut zuzuschlagen? Dies ist die Geschichte eines Mannes namens João, der bald die Antwort herausfinden würde.
Die Geburt eines Fluchs
Das Dorf São Luiz do Paraitinga lag eingebettet in den tiefen Tälern der Serra do Mar Berge, umgeben von dichten, undurchdringlichen Wäldern. Die Dorfbewohner waren einfache Leute – Bauern, Tischler und Fischer – die ihr Leben im Rhythmus der Natur lebten. Das Leben blieb viele Jahre unverändert, bis in einer schicksalhaften Nacht ein Kind unter dem Licht eines Blutmondes geboren wurde.
João war der siebte Sohn eines siebten Sohnes, und in der brasilianischen Folklore bedeutete das nur eines: einen Fluch. Seine Mutter, Maria, kannte die Legenden gut. Die Dorfbewohner tuschelten darüber, sobald ihr Bauch mit dem ungeborenen Kind zu wachsen begann. Als der Mond in der Nacht von Joãos Geburt blutrot am Himmel aufstieg, wurden ihre Ängste Realität. Die Hebamme weigerte sich zu bleiben, kreuzte sich und murmelte etwas über den Lobisomem. Die Dorfbewohner mieden sie, warfen dunkle Blicke auf Maria und ihren neugeborenen Sohn.
Trotz der Omen wuchs João zu einem stillen, sanften Jungen heran. Sein dunkles Haar umrahmte ein nachdenkliches Gesicht, und er trug eine ungewöhnliche Traurigkeit für sein Alter in sich. Er zog sich zurück und verbrachte seine Tage damit, am Rande des Waldes umherzuwandern. Doch als er das Alter von dreizehn Jahren näherte, bemerkte Maria Veränderungen bei ihrem Sohn. Seine einst warmen Augen nahmen bei Vollmond einen seltsamen Glanz an. Seine Haut schien sich über den Knochen zu spannen, und sein Körper spannte sich, als sehne er sich nach etwas Unbekanntem.
Die Nacht von João’s dreizehnstem Geburtstag brach unter dem Schein eines Vollmonds an. Maria verschloss ihn in ihrem kleinen Zuhause und betete um Schutz. Doch als die Uhr Mitternacht schlug, spürte João einen Energieschub durch seinen Körper strömen. Er schrie auf, als sich seine Gliedmaßen unnatürlich verlängerten und dickes, dunkles Haar aus seiner Haut sprießte. Seine Knochen knackten und formten sich zu etwas Urwüchsigem, etwas Wildem. Als die Verwandlung abgeschlossen war, war João nicht mehr ein Junge – er war zu einem Lobisomem geworden.

Die erste Jagd
Die erste Verwandlung war sowohl aufregend als auch erschreckend. João’s Sinne waren geschärft, und er konnte jedes Rascheln der Bäume hören, jedes lebende Wesen im Wald riechen. Das Bedürfnis zu jagen überwältigte ihn. Er brach durch die Tür seines Hauses und raste in den Wald, angelockt vom Geruch von Blut. Sein menschlicher Verstand schrie nach Kontrolle, aber der Wolf in ihm war zu stark.
Er bewegte sich mit unnatürlicher Geschwindigkeit, seine neue Gestalt agil und kraftvoll. Seine Augen glänzten gelb in der Dunkelheit, und seine Kiefern schnappen in die Luft. In der Ferne huschte ein Kaninchen durch das Unterholz, aber João jagte nicht nach kleiner Beute. Seine Instinkte waren auf etwas Größeres gerichtet – etwas Menschliches.
Im nahegelegenen Dorf machte sich ein alter Mann namens Vicente auf den Heimweg von der Taverne. Seine Schritte waren langsam, und seine Sinne durch den Alkohol gedämpft, der ihn von innen erwärmt hatte. Er hörte João’s Herannahen nie. Der Lobisomem sprang auf ihn zu und mit einem schnellen Biss in den Hals erlosch Vicente’s Leben. João heulte in die Nacht, seine monströse Stimme hallte durch die Bäume.
Als der Morgen dämmerte, erwachte João in einem Feld, nackt und mit Blut bedeckt. Der Schrecken über das, was er getan hatte, überkam ihn, und er brach auf die Knie. Er hatte keine Erinnerung an die Jagd, aber die Blutflecken an seinen Händen erzählten die Wahrheit. Er war zum Monster aus den Geschichten geworden – zum Biest, das seine Mutter die ganze Zeit gefürchtet hatte.
Ein Leben im Schatten
Von jener Nacht an gehörte João’s Leben nicht mehr ihm selbst. Jeden Vollmond überkam ihn die Verwandlung, und der Wolf tauchte auf, wild und unkontrollierbar. Er wurde zur Gefahr für sein Dorf, und bald begannen die Dorfbewohner zu vermuten, dass die mysteriösen Todesfälle in der Gegend mit ihm verbunden waren. Die Dorfbewohner sprachen leise von einem Biest, das in der Nacht umherstreifte, und es dauerte nicht lange, bis sie den Dorfpriester um Rat suchten.
Vater Matheus, ein alter und gelehrter Mann, kannte die Zeichen. Er hatte Ähnliches zuvor in anderen abgelegenen Teilen Brasiliens gesehen. Der Fluch des Lobisomem war real, und ihm war klar, dass João sein neuestes Opfer war. Aber den Fluch zu brechen war keine einfache Aufgabe. Es würde ein uraltes Ritual erfordern – eines, das sowohl gefährlich als auch schwer durchzuführen war. Noch schlimmer war, dass der Fluch stärker werden würde, je älter João wurde, was den Wolf schwerer kontrollierbar machte.
Maria flehte den Priester an, ihrer Sohn zu helfen, aber Vater Matheus warnte sie vor den Risiken. Das Ritual könnte João’s Qualen beenden, aber es könnte auch sein Leben kosten. Verzweifelt, ihr einziges Kind zu retten, stimmte Maria zu, dass der Priester den Versuch unternimmt, das Heilmittel anzuwenden.
Das Ritual
Die Nacht des Rituals brach an, und ein kalter Wind fegte durch das Dorf. Vater Matheus bereitete den heiligen Kreis vor, zeichnete Symbole in den Boden und zündete Kerzen entlang des Umfangs an. João stand in der Mitte, zitternd vor Angst. Der Vollmond begann bereits aufzusteigen, und er konnte fühlen, wie der Wolf an den Rändern seines Geistes kratzte, begierig darauf, frei zu sein.
Der Priester begann, auf Latein zu chants, die alten Mächte aufzurufen, die den Fluch bestimmten. Als die Worte die Luft erfüllten, zuckte João’s Körper. Seine Haut wellte sich, und seine Knochen begannen sich zu verschieben. Die Verwandlung begann, und Vater Matheus musste schnell handeln. Er zog ein silbernes Messer aus seinen Gewändern und näherte sich João, hob die Klinge hoch über seinen Kopf.

Doch gerade als das Messer herunterkam, ging etwas schief. Ein Lichtblitz brach aus dem Kreis hervor, und João stieß einen kehliges Brüllen aus, als der Wolf vollständig aufstieg. Das Ritual war fehlgeschlagen, und nun war das Biest frei. Vater Matheus wurde von der Kraft der Verwandlung zurückgeschleudert, und João – nein, der Lobisomem – wandte seine hungrigen Augen ihm zu.
Mit einem furchterregenden Knurren stürzte sich das Wesen auf den Priester, doch bevor es zuschlagen konnte, trat eine Gestalt dazwischen. Es war Maria, die ein silbernes Amulett hielt, das sie vor Jahren gefunden hatte. Der Wolf zögerte, seine leuchtenden Augen fixierten das Amulett. Für einen Moment tauchte João’s menschliches Bewusstsein auf, und das Biest zog sich zurück, heulte vor Frustration, als es im Wald verschwand.
Der Wolfsreißer
Nach dem fehlgeschlagenen Ritual floh João in die Wildnis, unfähig, seiner Mutter oder den Dorfbewohnern ins Gesicht zu sehen. Er wurde eine Kreatur der Nacht, streifte durch die Wälder und mied den menschlichen Kontakt. Der Fluch hatte die volle Kontrolle übernommen, und João’s Verwandlungen wurden häufiger. Während der Wolf an Dominanz gewann, begannen João’s Erinnerungen an sein früheres Leben zu verblassen.
Doch Maria gab die Hoffnung nie auf. Sie glaubte, dass es einen anderen Weg gab, ihren Sohn zu retten. Nach dem Vorfall mit dem Amulett wurde sie überzeugt, dass Silber der Schlüssel zur Kontrolle des Biestes war. Sie suchte einen legendären Jäger auf, bekannt nur als O Caçador, der gesagt wurde, viele Lobisomens in ganz Brasilien bekämpft und getötet zu haben.
Der Jäger willigte ein, ihr zu helfen, aber seine Methoden waren rücksichtslos. Er glaubte, dass der einzige Weg, João zu retten, darin bestand, ihn in seiner Wolfsform zu fangen und das Biest ein für alle Mal zu töten. Maria hingegen war entschlossen, eine andere Lösung zu finden. Sie überzeugte O Caçador, das Amulett zu verwenden, um João zu unterwerfen, statt ihn zu töten.
Gemeinsam wagten sie sich in den Wald, verfolgten den Lobisomem im Licht des Vollmondes. João, nun vollständig im Geist des Wolfes vertieft, spürte ihre Anwesenheit und bereitete sich auf den Angriff vor. Doch als sie sich näherten, trat Maria vor und hielt das Amulett hoch über ihren Kopf.

Die endgültige Konfrontation
Die Luft war angespannt, als João – der Lobisomem – sich ducken und bereit zum Angriff machte. Seine leuchtenden Augen fixierten Maria, doch etwas im Licht des Amuletts ließ ihn innehalten. Er heulte vor Frustration, zerrissen zwischen dem Wunsch des Wolfes zu töten und den tief vergraben menschlichen Emotionen.
In diesem Moment sprach Maria. Sie rief ihren Sohn zu sich, erinnerte ihn daran, wer er war, an das Leben, das er einst geführt hatte. Die Worte durchdrangen den Nebel des Fluchs, und zum ersten Mal seit Jahren fühlte João einen Funken seiner Menschlichkeit zurückkehren.
Doch der Kampf war bei weitem nicht vorbei. Der Wolf kämpfte weiterhin um die Kontrolle, und es erforderte jede Kraft von João, Widerstand zu leisten. Mit einem letzten, verzweifelten Schrei stürzte er sich auf Maria – nicht zum Angriff, sondern um die Kontrolle, die das Biest über ihn hatte, zu brechen. Das Amulett blitzte auf, und der Wald erhob sich in ein ohrenbetäubendes Gebrüll.
Als das Licht verblasste, lag João am Boden, sein Körper still und regungslos. Der Fluch war gebrochen, aber der Preis war hoch gewesen. Seine Wolfsform war verschwunden, aber auch ein Großteil seiner Menschlichkeit. Er würde sich nie vollständig von den Schrecken des Fluchs erholen, aber er hatte seine Seele zurückgewonnen.
Epilog: Die Rückkehr der Nacht
João kehrte ins Dorf zurück, ein veränderter Mann. Die Dorfbewohner waren misstrauisch ihm gegenüber, unsicher, ob der Fluch noch immer lauerte. Doch im Laufe der Zeit begannen sie, ihn wieder zu akzeptieren, erkannten die stille Traurigkeit in seinen Augen als Erinnerung an die Kämpfe, die er geführt hatte.
Doch mit den Jahren blieb die Legende des Lobisomem bestehen. Reisende berichteten von seltsamen Heulen im Wald an Nächten mit Vollmond, und obwohl João seine Tage in Frieden verbrachte, verließ ihn der Schatten des Fluchs nie ganz.

Einige sagen, dass tief in den Wäldern Brasiliens der Lobisomem noch immer umherstreift, ein Wesen aus Mensch und Tier geboren, das für immer die Grenze zwischen zwei Welten überschreitet.