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Über die Geschichte: Der Wassergoblin von Böhmen ist ein Legend aus czech-republic, der im Medieval spielt. Diese Poetic Erzählung erforscht Themen wie Romance und ist geeignet für Young. Sie bietet Entertaining Einblicke. Eine Geschichte von verbotener Liebe, ewiger Trauer und einem Fluch, der unter den Gewässern Böhmens verweilt.
Im Herzen Böhmens, wo die Moldau sich wie ein silberner Faden durch tiefe Täler und schattige Wälder schlängelt, liegt ein Ort, über den man mit gedämpften Stimmen spricht. Es heißt, in der Stille des Hohlsees, wo Schilfrohre dem Wind Geheimnisse zuflüstern und Nebel über der Oberfläche tanzt, lauert eine Kreatur – ein Wesen so alt wie das Wasser selbst.
Die Dorfbewohner nennen ihn Vodník, den Wassergoblin.
Einige behaupten, er sei ein Geist der Trauer, ein einsamer Bewohner der Tiefen. Andere sprechen von ihm als einem grausamen Schelm, der die Unvorsichtigen in seine Unterwasserhöhle zieht, wo er ihre Seelen in zarten Porzellanschalen fängt.
Doch unter all den Geschichten gibt es eine, die anhält wie ein unvollendetes Lied – eine Erzählung von Liebe, Verrat und einem Fluch, den die Zeit nicht auslöschen konnte.
Dies ist die Legende des Wassergoblins von Böhmen. Das Dorf Hluboká nad Vltavou war schon immer misstrauisch gegenüber dem Hohlsee. Umgeben von knorrigen Weiden und dichten Sumpfschilfgewächsen war das Wasser tief und schwarz, spiegelte den Himmel wie ein bodenloser Spiegel wider. Fischer mieden ihn, ihre Netze kamen immer leer zurück, und die Kinder wurden gewarnt, niemals in der Nähe des Ufers zu spielen. „Der Vodník wacht,“ sagten die Ältesten. „Er wartet darauf, dass eine unachtsame Seele zu nahe kommt.“ Sie sprachen von seltsamen Geräuschen in der Nacht – das Lachen eines Mannes, der nicht ganz menschlich war, die fernen Echos eines Liedes, das aus dem Wasser gesungen wurde. Sie erzählten von verschwindendem Vieh, von Booten, die ohne ihre Besitzer treiben gefunden wurden, von Dorfbewohnern, die sich dem See näherten und niemals zurückkehrten. Nur wenige wagten es, die Geschichten zu testen. Und diejenigen, die es taten… sprachen nie von dem, was sie gesehen hatten. Lenka, die Tochter des Dorfmüllers, war ein Mädchen mit einem unruhigen Herzen. Anders als die anderen fürchtete sie den Hohlsee nicht. Ganz im Gegenteil, sie fühlte sich zu ihm hingezogen, fasziniert von seiner unheimlichen Schönheit. Wann immer sie am Ufer Wäsche wusch, blieb sie stehen, um die kräuselnde Oberfläche zu beobachten und sich zu fragen, was darunter lag. Eines Abends, als die Sonne in den Horizont blutete, wanderte sie zu nah. Die Schilfrohre wiegten sich um sie herum, der Wind trug ein tiefes, melodisches Flüstern – fast wie eine Stimme, die ihren Namen rief. Sie fröstelte und drehte sich um, um zu gehen, aber dann— Eine Bewegung im Wasser. Etwas lauert direkt unter der Oberfläche. Ihr Herz hämmerte, als sie näher spähte, der Atem stockte in ihrem Hals. Und dort, im dämmrigen Zwielicht, sah sie Augen – zwei leuchtende, smaragdgrüne Augen, die sie anstarrten. Lenka stolperte zurück, ihr Korb mit Wäsche stürzte auf die feuchte Erde. Und dann, eine Stimme – reich, sanft und fremd – glitt durch die Luft. „Fürchte dich nicht, Schöne.“ Das Wasser kräuselte sich. Eine Gestalt trat hervor, bleich wie der Nebel. Und zum ersten Mal seit Jahrhunderten traf der Wassergoblin des Hohlsees den Blick eines sterblichen Mädchens. Lenka hätte laufen sollen. Sie hätte sich umdrehen und nie zurückblicken sollen. Doch etwas in der Stimme des Vodník hielt sie fest. Er war nichts wie das groteske Monster, das in den Dorfgeschichten beschrieben wurde. Seine Haut war bleich wie Flussstein, sein Haar dunkel und schwer von Wasser, und obwohl seine Hände schwimmhäute waren, waren sie elegant, nicht monströs. Seine Augen, die in einem tiefen, unnatürlichen Grün glühten, schienen voller Trauer. „Ich habe dich viele Monde beobachtet,“ murmelte er, seine Stimme trug durch die Schilfrohre. „Du bist nicht wie die anderen. Du fürchtest mich nicht.“ Lenkas Puls hämmerte in ihren Ohren. Furcht? Ja. Aber es war noch etwas anderes. Neugier. „Was bist du?“ flüsterte sie. Ein langsames, trauriges Lächeln umspielte seine Lippen. „Ein Gefangener der Wasser. Ein Hüter verlorener Seelen. Aber einst, vor langer Zeit, war ich mehr.“ Sie wusste nicht warum, aber sie glaubte ihm. Am nächsten Abend kehrte sie zum See zurück. Und am Abend darauf. Und mit den Nächten begann sie zuzuhören. Der Vodník erzählte ihr Geschichten. Geschichten von einer Zeit vor seinem Fluch, als er ein Mensch gewesen war – stolz und edel, ein Prinz der Flüsse. Doch das Wasser hatte ihn beansprucht, und nun war er an den See gebunden, unfähig, trockenes Land zu betreten, verurteilt, in den Tiefen zu verweilen, bis die Liebe ihn befreien würde. „Keine Seele hat mich je geliebt,“ gestand er eines Nachts, seine Stimme kaum ein Flüstern. Und entgegen aller Vernunft schmerzte Lenkas Herz für ihn. Nacht für Nacht saß sie mit ihm am Ufer. Sie sprachen über das Leben, über Träume, über Einsamkeit. Und irgendwo zwischen den Schilfrohren und den Flüstern des Sees… begann sie, sich zu verlieben. Eines mondbeschienenen Nachts, als die Luft mit silbrigem Nebel schimmerte, griff der Vodník nach ihrer Hand. „Bleib bei mir, Lenka.“ Seine Stimme war weich, flehend. „Sei meine Braut. Im Wasser wirst du niemals alt werden. Nie wieder Kummer erfahren.“ Ihr Atem stockte. Für einen Herzschlag sagte sie fast ja. Aber dann dachte sie an ihren Vater, der zu Hause auf sie wartete. Sie dachte an die warme Sonne, den Duft von frischem Brot, das Lachen ihres Dorfes. Und sie wusste, dass sie nicht bleiben konnte. „Ich kann nicht,“ flüsterte sie, Tränen in den Augen. „Ich gehöre oben.“ Der Ausdruck des Vodník verdunkelte sich. „Nein, Lenka. Du gehörst zu mir.“ Dann, in einem Augenblick – zog er sie ins Wasser. Der See verschlang sie. Lenka schüttelte sich, ihre Lungen brannten, während das kalte Wasser sich um sie schmiegte. Sie versuchte zu schreien, doch der Klang ging in den Tiefen verloren. „Kämpfe nicht,“ umgab Vodníks Stimme sie, glatt wie die Strömung. Die Dunkelheit schloss sich. Die Oberfläche wurde zu einem fernen Schleier, immer weiter fortgleitend. Und dann— Ein Strom der Stille. Sie kämpfte nicht mehr. Sie atmete nicht mehr. Sie sank. Und der Vodník lächelte. Als Lenka erwachte, war sie nicht mehr menschlich. Ihre Haut war bleich wie das mondbeschienene Wasser. Ihr Atem kam nicht von ihren Lippen, sondern von den Flüstern des Sees selbst. Sie war Vodníks Braut. Aber sie war auch seine Gefangene. In den versunkenen Ruinen seines Unterwasserpalastes fand sie sie – die Porzellanschalen, jede einzelne schimmerte mit einem schwachen, unheimlichen Leuchten. „Was sind das?“ fragte sie, ihre Stimme hohl. Vodník lächelte nur. „Die Seelen derer, die sich mir angeschlossen haben.“ Lenka verstand es dann. Sie war nicht die Erste. Und sie würde nicht die Letzte sein. Jahre vergingen. Das Dorf ging weiter. Aber an manchen Nächten, wenn der Mond tief über dem Hohlsee hing, hörten die Dorfbewohner es – eine Stimme, die durch den Nebel hallte. Eine Frauenstimme. Eine Stimme, die um Freiheit flehte. Und unter dem Wasser wartete der Vodník, seine smaragdgrünen Augen blinkten nie. Auf eine weitere Seele. Auf eine weitere Braut. Aber diejenigen, die die Wellen im See gesehen haben – sie wissen es besser. Sie wissen, der Wassergoblin ist real. Und er wartet.Die Tiefen des Sumpfes
Die Müllerinstochter
Ein Pakt mit der Tiefe
Liebe unter dem Wasser
Das Ertrinken einer Seele
Der Fluch des Wassergoblins
Epilog: Die Legende lebt weiter
Manche sagen, es sei nur ein Märchen.