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Über die Geschichte: Der Phönixvogel von Saint Lucia ist ein Myth aus saint-lucia, der im Ancient spielt. Diese Poetic Erzählung erforscht Themen wie Courage und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Moral Einblicke. Ein legendärer Feuervogel erwacht, und eine junge Frau muss ihr Schicksal annehmen, um ihre Insel vor der Zerstörung zu retten.
Unter der goldenen Karibiksonne, wo die türkisfarbenen Wellen die üppig grünen Hügel von Saint Lucia küssen, treiben die Winde des Inselwinds ein uraltes Märchen davon. Es ist eine Geschichte, die älter ist als die Menschen, die sie erzählen, getragen von der Meeresbrise und in den Stoff des Landes selbst gewebt.
Man sagt, dass in Zeiten großer Gefahr, wenn die Dunkelheit über die Insel hereinbricht, ein Phönix aus den vulkanischen Gipfeln aufsteigt, seine Flügel von goldenem Feuer umrahmt, sein Ruf hallt durch die Täler wie die Stimme der Götter selbst. Einige glauben, er sei ein Beschützer, ein Geist, der mit dem Herzen der Insel verbunden ist. Andere fürchten ihn als eine zerstörerische Kraft, die alles zu Asche reduziert, bevor sie Erneuerung bringt.
Doch wenige haben ihn je gesehen, und noch weniger haben das Leben, um die Geschichte zu erzählen.
Dies ist die Geschichte von Elara, einer jungen Frau, deren Leben sich für immer veränderte, als sie entdeckte, dass der Phönix von Saint Lucia weit mehr als nur eine Legende war.
Elara fühlte sich schon immer in der Wildnis zu Hause. Sie wurde in einem kleinen Dorf am Fuße des Gros Piton geboren, einem der beiden vulkanischen Spitzen, die über die Insel wachten wie uralte Wächter. Anders als die meisten Mädchen im Dorf, die ihre Tage damit verbrachten, Körbe zu flechten oder Maniokbrot zuzubereiten, zog es Elara vor, im Dschungel umherzuwandern, den Rufen der Vögel zu lauschen und den Rhythmus der Erde unter ihren Füßen zu spüren. An diesem Morgen stand sie auf den felsigen Klippen und blickte über die weite Karibik, der salzige Wind verhedderte ihre dunklen Locken. Der Himmel war klar, die Wellen sanft – aber irgendetwas fühlte sich falsch an. „Elara! Komm rein!“ Die Stimme ihrer Großmutter durchbrach die Stille des Morgens. Mama Celeste, die Dorfheilerin, stand vor ihrer kleinen Holzhütte, ihre wettergegerbten Hände umklammerten den Saum ihres Schals. „Der Sturm kommt“, sagte sie leise. Elara wandte sich wieder dem Meer zu. Es war kein Sturm – nur die Sonne und der endlose Horizont. Aber sie hatte schon längst gelernt, Mama Celestes Instinkte zu vertrauen. Wenn ihre Großmutter sagte, ein Sturm komme, dann war es nur eine Frage der Zeit. Als sie die Hütte betrat, erfüllte der vertraute Duft von verbranntem Salbei und getrocknetem Hibiskus ihre Nase. Die kleine Hütte war vollgestopft mit Schalen voller Kräuter, hölzernen Schnitzereien und einem alten, ledergebundenen Buch, das offen auf dem Tisch lag. „Du spürst es auch, nicht wahr?“ murmelte Mama Celeste, ohne aufzusehen. Elara zögerte. In der Luft lag ein merkwichtiges Gewicht, etwas, das sie nicht ganz erklären konnte. „Ich… ich weiß nicht“, gab sie zu. Ihre Großmutter atmete scharf aus und schlug das Buch mit einem leisen Schlag zu. „Der Phönix regt sich.“ Ein Schauer lief Elara über den Rücken. Der Phönix. Es war eine Geschichte, die sie seit ihrer Kindheit gehört hatte, ein Märchen, das die Ältesten erzählten, um die Kinder vor dem Gleichgewicht des Lebens zu warnen – Feuer und Erneuerung, Zerstörung und Wiedergeburt. Aber das war doch alles, oder? Nur eine Geschichte? Bevor sie mehr fragen konnte, zerriss ein ferner Schrei die Luft. Es war ein unheimlicher Klang, hochfrequent und traurig, getragen vom Wind wie eine Warnung. Mama Celestes Gesicht verfinsterte sich. „Es hat begonnen.“ In dieser Nacht lag das Dorf unruhig. Elara wälzte sich in ihrer kleinen Krippe, unfähig, das unheimliche Gefühl abzuschütteln, das sich in ihre Brust gesetzt hatte. Draußen heulte der Wind durch die Bäume, schüttelte die Fensterläden und flüsterte Geheimnisse, die nur die Insel verstehen konnte. Dann kamen die Träume. Sie sah Flammen – nicht nur gewöhnliches Feuer, sondern etwas Lebendiges, etwas, das pulsierte und atmete. Im Zentrum des Feuers, die Flügel weit ausgebreitet, war der Phönix, seine Federn schimmerten wie flüssiges Gold. Und dann – Dunkelheit. Rauch stieg über die Insel auf. Bäume wurden zu verkohlten Skeletten. Flüsse versiegten. Eine Stimme, uralt und mächtig, hallte in ihrem Geist wider: Elara erwachte keuchend, ihr Herz schlug gegen ihre Rippen. Schweiß klebte trotz der kühlen Nachtluft an ihrer Haut. Die Vision war zu lebendig, zu real. Sie musste die Wahrheit wissen. Also, bevor die ersten Strahlen der Morgendämmerung die Insel berührten, traf sie eine Entscheidung. Sie würde nach Petit Piton gehen – wo der Phönix aufgestiegen sein soll. Der Aufstieg war tückisch. Dichter Dschungel umschlang den Berg, Ranken verfingen sich um ihre Füße, als sie die steilen, schmalen Pfade hinaufkletterte. Die Luft wurde schwerer, je höher sie kam, erfüllt vom Duft der Erde und blühender Orchideen. Stunden vergingen, bevor sie den Gipfel erreichte, ihr Atem keuchend, ihre Muskeln schmerzten. Und dann sah sie es. Ein Kreis aus verbrannter Erde, genau im Herzen des Kraters. Der Boden war verkohlt, glimmend – als hätte hier kürzlich etwas gebrannt. Ein leises Rascheln ließ sie erstarren. Dann – eine Bewegung im Schatten. Ein Paar leuchtend bernsteinfarbener Augen fixierte ihre eigenen. Es war der Phönix. Einen Moment lang schien die Zeit stillzustehen. Der Phönix betrachtete sie, seine gewaltigen Flügel an den Seiten gefaltet, seine goldenen Federn flackerten wie eine lebendige Flamme. Dann sprach er. Nicht mit Worten, sondern durch eine Stimme in ihrem Geist – eine tiefe, uralte Stimme, die ihr einen Schauer über den Rücken jagte. Hitze wirbelte um sie herum. Ihre Sicht verschwamm. Plötzlich stand sie nicht mehr auf dem Gipfel von Petit Piton – sie war woanders, umgeben von wirbelndem Feuer und tausend Stimmen, die ihren Namen flüsterten. Bilder blitzten vor ihren Augen auf. Und dann – Wiedergeburt. Elara fiel kniend zu Boden, keuchend, als die Visionen verblassten. Der Phönix war immer noch da, beobachtete sie. Wartete. Sie verstand es jetzt. Sie sollte Saint Lucia beschützen. Als Elara den Berg hinabstieg, brannte der Himmel. Schiffe waren am Horizont erschienen – dunkle Segel, gefüllt mit Männern, die kamen, um zu plündern und zu zerstören. Die Dorfbewohner waren hilflos, versuchten sich zu verstecken, das Wenige zu schützen, das sie hatten. Aber Elara war nicht mehr nur ein Dorfmädchen. Sie war jetzt etwas Größeres. Sie hob die Arme, und die Kraft des Phönix strömte durch sie. Ein goldenes Licht brach hervor, und aus dem Feuer stieg der Phönix in die Lüfte, sein Ruf erschütterte den Himmel. Die Invasoren schrien vor Angst, als Flammen ihre Schiffe verschlangen. Der Ozean kochte, und binnen Augenblick verschwanden sie. Die Insel war sicher. Elara wandte sich an ihr Volk, ihre Haut noch immer von Glut umgeben. Sie starrten ehrfürchtig. Mama Celeste trat vor, ihre Augen waren voller Stolz und Verständnis. Von diesem Tag an war Elara nicht mehr nur ein Mädchen. Sie war der Wächter von Saint Lucia, die Brücke zwischen dem Phönix und ihrem Volk. Und obwohl die Jahre vergingen und sich die Welt veränderte, blieb eines gewiss – Wann immer die Insel in Gefahr war, würde der Phönix erneut aufsteigen. Und sie ebenfalls.Die flüsternden Winde
Der Schatten der Prophezeiung
„Die Zeit ist gekommen.“
Die Reise zum Feuervogel
Die Prüfung des Wächters
„Du bist auserwählt.“
Die Insel in Trümmern.
Die Dorfbewohner riefen um Hilfe.
Die Invasoren kamen von jenseits des Meeres.
Der Aufstieg des Wächters
„Der Wächter ist auferstanden.“
Epilog: Die ewige Flamme
Ende.