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Über die Geschichte: Der Neun-Köpfige Drache von Hortobágy ist ein Legend aus hungary, der im Medieval spielt. Diese Descriptive Erzählung erforscht Themen wie Courage und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Moral Einblicke. Eine legendäre Schlacht zwischen einem bescheidenen Hirten und dem feurigen Ungeheuer der ungarischen Puszta.
Hortobágy, die große ungarische Ebene, erstreckt sich endlos unter dem Himmel wie ein Meer aus goldenem Gras, wo der Wind durch die Schilfrohre singt und uralte Legenden durch die Stille der Steppe flüstern. Im Herzen dieses wilden und ungezähmten Landes erzählen die Hirten und Reiter Geschichten von einem schrecklichen Ungeheuer – dem Neunköpfigen Drachen von Hortobágy.
Ein Wesen von immensem Kraft und uralter Wut, der Drache herrschte einst mit eiserner Faust über diese Lande und verlangte Tribut von den einfachen Leuten, die die Ebenen ihr Zuhause nannten. Doch als ein mutiger junger Krieger, geboren unter einem schicksalhaften Stern, sich dem Ungeheuer entgegenstellt, entbrennt ein Kampf, der das Erdreich unter ihren Füßen erschüttern wird.
Dies ist die Legende von Mut, Magie und Schicksal.
Vor langer Zeit, als die Welt noch jung war und das Land von mythischen Kreaturen beherrscht wurde, gab es eine Prophezeiung, die unter den weisen Frauen der Steppe weitergegeben wurde. Sie sprach von einem Kind, das in einer stürmischen Nacht geboren werden würde, einem Kind, das entweder Erlösung oder Verderben für Hortobágy bringen würde. Dieses Kind war Bálint, der Sohn eines einfachen Hirten. Seine Mutter, Éva, hatte in der Nacht seiner Geburt einen großen Adler träumt, der am Himmel kreiste, seine Federn fingen das Licht der Sterne ein. Der Dorfälteste, ein alter Mann mit Augen wie dunkle Glut, deutete die Vision: *"Der Junge wird wie der Adler aufsteigen und über alle anderen fliegen. Doch er wird eine Feuerprobe bestehen müssen, denn das Ungeheuer der neun Köpfe erwartet ihn."* Bálint wuchs stark heran, mit einem Herzen so wild wie der Wind, der über die Ebenen fegte. Er verbrachte seine Tage damit, die Pferde seines Vaters zu reiten, die Wege des Landes zu lernen und den alten Geschichten von Kriegern und Monstern zuzuhören. Eines Abends, als er mit seinem Großvater am Feuer saß, sprach der alte Mann mit gedämpfter Stimme: *"Es gab eine Zeit, da wandelten die Menschen in Angst, der Himmel verdunkelte sich mit Rauch und der Boden bebte unter mächtigen Schritten. Der Neunköpfige Drache von Hortobágy war der Herr über alles. Nur die tapfersten Krieger konnten ihm gegenüberstehen. Doch keiner ist je zurückgekehrt."* Bálint spürte, wie sein Herz schneller schlug. Er hatte immer nach Abenteuern gestrebt, aber dies war etwas Größeres – etwas, das ihn rief wie eine Stimme im Wind. Wenig wusste er, dass das Schicksal seine Ziele bereits auf ihn gerichtet hatte. Es begann mit einem dunklen Schatten, der über das Land zog. Die Dorfbewohner flüsterten ängstlich, als Vieh verschwand und deren Überreste verkohlt bis auf die Knochen gefunden wurden. Seltsame Brandzeichen erschienen auf den Feldern, und eine schwere, unnatürliche Hitze hing in der Luft. Dann, eines Nachts, machte sich das Ungeheuer bemerkbar. Ein lauter Brüller hallte über die Ebenen und ließ die Erde wie Donner erbeben. Die Dorfbewohner stürmten nach draußen, die Augen vor Entsetzen geweitet, als eine gewaltige Gestalt vom Himmel herabstieg. Der Neunköpfige Drache war zurückgekehrt. Jeder seiner Köpfe war so groß wie ein Ochse, mit Augen, die wie geschmolzenes Gold brannten. Seine schwarzen Schuppen schimmerten im Mondlicht, und seine Flügel spannten sich weit aus, warfen das Land in Schatten. Die Menschen zerstreuten sich und suchten Zuflucht in ihren Häusern, doch der Drache griff in jener Nacht nicht an. Stattdessen stieß er einen ohrenbetäubenden Schrei aus – eine Warnung an alle, dass Hortobágy erneut unter seiner Herrschaft stand. Bis zum Morgen war das Dorf im Chaos. Die Ältesten berieten sich und stritten darüber, was getan werden müsse. Einige sprachen vom Fliehen, davon, ihr Zuhause zu verlassen, bevor das Ungeheuer sich nach Menschenfleisch verzehren würde. Andere bestanden darauf, dass sie kämpfen müssen, obwohl niemand solch einem Feind gegenüberzutreten wagte. Dann trat Bálint hervor. *"Ich werde gegen den Drachen kämpfen."* Der Raum verstummte. Seine Mutter keuchte, schüttelte den Kopf, doch sein Großvater sah ihn mit wissendem Blick an. *"Dann musst du den Schmied von Debrecen aufsuchen,"* sagte der alte Mann. *"Nur er kann ein Schwert schmieden, das durch das verfluchte Fleisch des Ungeheuers schneiden kann."* Und so begann Bálints Reise. Der Weg nach Debrecen war lang und führte über Felder aus goldenem Weizen und einsame Hügel. Unterwegs begegnete Bálint einer alten Frau am Straßenrand. Sie war gebeugt, ihr Gesicht unter einer Kapuze verborgen. *"Ein Krieger geht allein, aber die Weisen verweigern niemals ein Geschenk,"* murmelte sie und hielt ihm einen kleinen silbernen Ring entgegen. Bálint zögerte, nahm dann aber den Ring entgegen, dankte ihr und setzte seinen Weg fort. Als er Debrecen erreichte, wartete der berühmte Schmied auf ihn. *"Du willst den Drachen bekämpfen?"* fragte der Mann mit verschränkten Armen. *"Ja,"* antwortete Bálint ohne zu zögern. Der Schmied nickte und führte ihn zu einer Schmiede, wo Flammen in einem unheimlichen Blau brannten. Dort arbeitete er drei Tage und drei Nächte lang, schmiedete ein Schwert aus dem Herzen eines gefallenen Sterns. *"Dieses Schwert heißt Sárkányölo – Drachentöter. Führe es gut, Junge."* Bálint nahm das Schwert, spürte dessen Gewicht in seinen Händen. Mit ihm fühlte er sich bereit, seinem Schicksal entgegenzutreten. Bálint kehrte nach Hortobágy zurück und fand das Dorf leer vor. In der Ferne stieg Rauch auf – Zeichen der Zerstörung. Der Drache war wiedergekommen. Schnell ritt er auf seinem schnellsten Pferd und folgte der Feuerspur, bis er die Ruinen einer nahegelegenen Siedlung erreichte. Und dort, auf einem zerfallenen Turm, saß das Ungeheuer. Es beobachtete ihn mit neun brennenden Augen, jeder Kopf bewegte sich unabhängig und schnüffelte in der Luft. *"Du bist gekommen, um zu sterben, Kleiner,"* knurrte der Drache, seine Stimme grollte wie fernen Donner. Bálint ergriff sein Schwert. *"Ich bin gekommen, um deine Schreckensherrschaft zu beenden."* Der Drache lachte, dann stürzte er sich vor. Der folgende Kampf erschütterte das Land. Die Krallen des Ungeheuers schlugen nach Bálint, aber er war schnell, wich aus und schlug zurück. Mit jedem Schwung von Sárkányölo fiel ein Kopf, nur damit an seiner Stelle ein neuer nachwuchs. Verzweiflung drohte, ihn zu überwältigen, bis er sich an das Geschenk der alten Frau erinnerte. Er schlüpfte den silbernen Ring an seinen Finger und spürte einen Anstieg der Kraft. Der Drache zögerte, spürte, dass sich etwas verändert hatte. Und mit einem letzten Schlag trieb Bálint die Klinge in das Herz des Drachen. Das Ungeheuer stieß einen letzten, ohrenbetäubenden Brüller aus, bevor es zusammenbrach und seine gewaltige Gestalt zu Staub zerfiel. Die Sonne ging über Hortobágy auf, goldenes Licht wusch über das Land. Die Menschen traten aus ihren Verstecken, die Augen von Unglauben geweitet. Bálint hatte das Unmögliche vollbracht. Er hatte den Neunköpfigen Drachen getötet. Die Ältesten erklärten ihn zum Helden, und seine Tapferkeit wurde in Liedern besungen. Doch Bálint, stets bescheiden, kehrte zu seiner Familie zurück, zufrieden damit, wieder ein ruhiges Leben zu führen. Aber im Wind trugen die Flüstern der Steppe seinen Namen. Und seine Legende lebte weiter. Manche sagen, dass man in stürmischen Nächten noch immer einen Schatten auf den Ebenen sehen kann, der über Hortobágy wacht. Ein Krieger, gekleidet in Silber, stehend dort, wo einst der Drache herrschte. Denn obwohl Bálint sterblich war, bleibt sein Geist bestehen, ein ewiger Wächter des Landes, das er liebte. Und so lebt die Legende des Neunköpfigen Drachen von Hortobágy weiter, vom Wind über die endlose ungarische Steppe geflüstert.Eine Prophezeiung im Wind
Der Aufstieg des Drachen
Die Klinge des Schicksals
Die Schlacht bei der Morgendämmerung
Ein neuer Morgen
Epilog: Der ewige Wächter