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Der Geist des Gyeongbokgung-Palastes
A breathtaking nighttime view of Gyeongbokgung Palace, bathed in moonlight. The palace gates stand majestically, their intricate designs illuminated against the dark sky. A historian gazes up in awe, unaware that history itself is about to awaken. A mysterious mist swirls around the palace, hinting at the supernatural forces that linger within.

Über die Geschichte: Der Geist des Gyeongbokgung-Palastes ist ein Historical Fiction aus south-korea, der im Ancient spielt. Diese Dramatic Erzählung erforscht Themen wie Justice und ist geeignet für Adults. Sie bietet Historical Einblicke. Ein verfluchter Palast, eine vergessene Königin und ein Historiker, gefangen zwischen Zeit und Wahrheit.

Seouls Stadtlichter leuchteten in der Ferne, moderne Wolkenkratzer ragten hoch gegen den Nachthimmel, doch der Gyeongbokgung-Palast blieb in der Zeit stehen, seine alten Mauern unberührt vom Trubel des 21. Jahrhunderts. Es war ein Ort, an dem die Geschichte verweilte und diejenigen, die zu lauschen wagten, Geheimnisse flüsterte.

Für die meisten war der Palast nur eine Touristenattraktion, eine wunderschön erhaltene Relikt der Joseon-Dynastie, wo Menschen durch Innenhöfe wanderten und die aufwendige Architektur bewunderten. Aber für Jihoon, einen jungen Historiker, der besessen von Koreas Vergangenheit war, bedeutete er weit mehr.

Jihoon hatte Jahre damit verbracht, alte Aufzeichnungen zu studieren und nach den Geschichten zu suchen, die zwischen den Zeilen der offiziellen Geschichte verborgen waren. Doch nichts hätte ihn auf die Wahrheit vorbereiten können, die er enthüllen würde – die Geschichte einer verratenen Königin, eines unruhigen Geistes und einer Nacht, die sein Verständnis von Zeit für immer verändern sollte.

Die Einladung

Der Brief kam an einem gewöhnlichen Nachmittag an. Jihoon saß in seiner winzigen, mit Büchern überfüllten Wohnung in Jongno und scrollte durch historische Aufzeichnungen auf seinem Laptop, als ein alter, vergilbter Umschlag durch seinen Briefschlitz rutschte.

Er runzelte die Stirn. Niemand verschickte mehr Briefe.

Neugierig riss er ihn auf. Drinnen befand sich ein einzelnes Zettelchen, die Tinte verblasst, aber lesbar:

"Treffen Sie mich um Mitternacht im Gyeongbokgung-Palast. Es gibt etwas, das Sie sehen müssen."

Kein Name, kein Absender. Nur eine Adresse am unteren Rand geschmiert – das Haupttor des Palastes.

Jihoon zögerte. Der Palast war nachts geschlossen und stark bewacht. War das ein Scherz?

Doch sein Herz schlug vor Aufregung schneller. Sein Bauchgefühl sagte ihm, dass dies wichtig war.

Also stand Jihoon um 23:50 Uhr vor den mächtigen Toren von Gyeongbokgung, sein Atem bildete Wölkchen in der kalten Herbstluft.

Dann tauchte aus den Schatten ein alter Mann auf – sein silbernes Haar glänzte im Mondlicht.

Professor Kang

Jihoon kannte den Namen des Mannes gut. Professor Kang, ein pensionierter Historiker, hatte Jahrzehnte damit verbracht, die Geheimnisse der Joseon-Dynastie zu erforschen, verschwand jedoch vor Jahren aus der akademischen Welt.

"Du bist gekommen", sagte der Professor mit leiser Stimme.

Jihoon schluckte schwer. "Worum geht es?"

Der alte Mann lächelte schwach. "Komm mit mir. Du wirst etwas erleben, das deine Sicht auf die Geschichte für immer verändern wird."

Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und verschwand im Palast.

Jihoon zögerte nur einen Moment, bevor er folgte.

Die flüsternden Mauern

Innerhalb des Palastgeländes fühlte sich die Luft anders an.

Die Geräusche der modernen Stadt verblassten und ließen nur das Rascheln des Windes gegen die Holzbalken zurück. Die steinernen Wege waren leer, ihre Oberflächen glänzten im Mondlicht.

Jihoon blickte unruhig um sich. Es war surreal, den Palast so zu sehen – still, verlassen, doch seltsam lebendig.

Professor Kang führte ihn tiefer hinein, vorbei am Geunjeongjeon-Thronsaal, bis sie vor einer alten Holztür anhielten.

„Lege deine Hand hierhin“, sagte der Professor und deutete auf die kalte Steinwand daneben.

Jihoon runzelte die Stirn, gehorchte aber.

In dem Moment, als seine Finger die Oberfläche berührten, durchfuhr ihn eine unsichtbare Kraft. Seine Sicht verschwamm, seine Ohren füllten sich mit Flüstern – Worte in alten koreanischen Dialekten, sich überlappende Stimmen, die baten, warnten und trauerten.

Dann änderte sich alles.

Ein Schritt zurück in die Zeit

Als Jihoon die Augen öffnete, war der Palast nicht mehr verlassen.

Die Innenhöfe waren belebt, gefüllt mit Gelehrten in Seidenroben, königlichen Wachen in Rüstungen und Hofdamen, die durch die Hallen glitten. Der Duft von brennendem Weihrauch und frisch poliertem Holz erfüllte die Luft.

Jihoon stolperte zurück, seine Hände umklammerten seine Kleidung. Sein modernes Hoodie und seine Jeans waren verschwunden, ersetzt durch einen reich blauen Hanbok mit goldenen Stickereien.

„Was zur Hölle…?“

„Folge mir“, flüsterte eine Stimme.

Er drehte sich um und sah eine junge Frau in königlicher Kleidung, ihre Haltung war aufrecht, ihr Gesichtsausdruck unergründlich.

„Ich bin Prinzessin Yeonhwa“, sagte sie. „Du darfst nicht gesehen werden. Der Geist weiß, dass du hier bist.“

Bevor Jihoon sie befragen konnte, hallte ein kreischender Schrei durch den Palast.

Eine Welle frostiger Luft fegte durch die Hallen und trug eine Stimme mit sich, die klang, als hätte sie Jahrhunderte darauf gewartet, gehört zu werden.

Jihoon fühlte, wie sein Blut zu Eis wurde.

Der Geist der Königin Sohye

Prinzessin Yeonhwas Griff um sein Handgelenk wurde fester.

„Wir müssen uns bewegen. Jetzt!“, zischte sie.

Jihoon folgte ihr durch die Palasthallen, sein Herz pochte heftig in seiner Brust. Die Luft wurde schwerer und die Schatten verschoben sich unnatürlich.

Dann entstand aus der Dunkelheit eine Gestalt – eine Frau in fließender schwarzer Seide, ihr Haar ungebunden, ihre Augen brannten vor Trauer und Wut.

Jihoon spürte, wie ihm der Atem stockte.

Die Frau schwebte über dem Boden, ihre durchsichtige Form flackerte wie eine sterbende Flamme. Königin Sohye.

„Du wagst es, diese Hallen zu durchwandern?“, flüsterte der Geist, ihre Stimme von Jahrhunderten des Leids durchdrungen.

Jihoon konnte nicht sprechen. Er konnte nur in ihre hohlen, gequälten Augen starren.

Yeonhwa trat vor. „Meine Königin, er ist hier, um die Wahrheit aufzudecken.“

Königin Sohyes Gesicht verzog sich vor Schmerz. „Die Wahrheit? Die Wahrheit starb mit mir.“

Ihre Stimme brach, und plötzlich begannen die Palastwände zu bluten – dunkle Streifen sickerten durch die Risse wie Tinte, die über eine Seite fließt.

Jihoon keuchte entsetzt.

Das Rätsel lösen

Jihoon hatte schon von Königin Sohye gelesen. Offizielle Aufzeichnungen behaupteten, sie sei eine Verräterin gewesen, hinrichtet, weil sie gegen den König geplant hatte.

Aber etwas fühlte sich falsch an.

„Die Geschichte hat über dich gelogen, nicht wahr?“, fragte Jihoon vorsichtig.

Königin Sohyes geisterhafte Form zitterte.

„Sie haben mich… falsch beschuldigt“, flüsterte sie. „Meine Feinde vergifteten den Geist des Königs. Ich war loyal. Ich war unschuldig. Aber sie schleiften mich in diese Hallen und verurteilten mich zum Tode.“

Jihoon ballte die Fäuste. Wenn sie die Wahrheit sagte, hatte die Geschichte ihre Unschuld ausgelöscht.

„Es gibt eine Schriftrolle“, sagte Königin Sohye plötzlich. „Einen Brief, den der König vor seinem Tod geschrieben hat. Er enthält die Wahrheit.“

Jihoons Augen weiteten sich.

Wenn er diesen Brief finden könnte, könnte er ihren Namen reinwaschen.

Die Vergangenheit wiederherstellen

Jihoon wachte in der Gegenwart auf.

Er holte nach Luft, seine Hände verkrampften sich am Palastboden.

Doch die Erinnerung an Königin Sohyes Bitte brannte in seinem Geist.

Entschlossen raste er zum Nationalen Palastmuseum. Stundenlange Suche führten ihn zu einem alten, vergessenen Dokument, begraben unter Jahrhunderten von Staub.

Es war der Brief des Königs.

Er bewies, dass Königin Sohye verraten worden war und unschuldig war.

Der Abschied des Geistes

In jener Nacht kehrte Jihoon zum Palast zurück und flüsterte: „Dein Name wird rein gewaschen, meine Königin.“

Ein sanfter Wind streifte seine Wange, und in der Ferne schwor er, eine Stimme sagen zu hören:

„Danke…“

Der Palast seufzte erleichtert.

Aber als Jihoon sich zum Gehen wandte, spürte er eine neue Präsenz, die in den Schatten lauerte.

Gyeongbokgung hatte noch viele Geister zu entdecken.

Und dies war erst der Anfang.

Ende… für jetzt.

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