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Über die Geschichte: Die Maskerade der Nacht im Yoruba-Land ist ein Legend aus nigeria, der im Ancient spielt. Diese Dramatic Erzählung erforscht Themen wie Good vs. Evil und ist geeignet für All Ages. Sie bietet Inspirational Einblicke. Ein heiliges Fest, eine mächtige Maske und ein Kampf zwischen den Lebenden und den Geistern.
Die Luft war erfüllt vom Duft brennender Fackeln und Palmwein, eine Mischung aus Rauch und Feier, die sich an der Abendbrise festhielt. Es war die Nacht des Egungun-Festes, das heiligste Ereignis im Land Ilé-Awélé. In dieser Nacht wandelten die Geister der Ahnen unter den Lebenden, ihre Präsenz verborgen unter aufwändigen Roben und geschnitzten Holzgesichtern.
Seit Jahrhunderten war das Fest eine Brücke zwischen der Welt der Menschen und dem unsichtbaren Reich der Geister. Es war eine Zeit der Ehrfurcht, des Mysteriums und der Macht. Für Außenstehende war es nur ein Spektakel – eine große Schau von Farben, Tanz und Rhythmus. Doch für diejenigen, die das wahre Wesen verstanden, war es viel tiefer: eine Gemeinschaft zwischen Vergangenheit und Gegenwart, eine Gelegenheit, Weisheit von denen zu suchen, die vor ihnen gegangen waren.
Für Aderoju war das Fest mehr als nur Tradition – es war Schicksal. In diesem Jahr wurde er zum ersten Mal ausgewählt, die heilige Maske zu tragen, in das Reich der Geister einzutreten und in der Gegenwart des Unbekannten zu tanzen. Es war eine Ehre, aber auch eine Prüfung. Und als die Sonne hinter dem Horizont versank und den Himmel in Schattierungen von Karmesin und Gold malte, konnte er das Gefühl nicht abschütteln, dass sich etwas für immer verändern würde.
Das rhythmische Trommeln der bàtá-Trommeln hallte durch das Dorf, ihre tiefen, hypnotischen Schläge riefen die Menschen aus ihren Häusern. Kinder rannten barfuß durch die staubigen Straßen, ihre Augen vor Aufregung weit geöffnet. Frauen, gekleidet in kunstvoll gewebten aso-oke-Stoffen, trugen Körbe mit Speisen zum Festgelände, ihre Stimmen erhoben sich in freudigen Liedern. Im Herzen der Stadt, unter dem heiligen Iroko-Baum, hatten sich die Ältesten versammelt. Baba Agbónmire, der älteste unter ihnen, saß auf einem geschnitzten Holzschemel, seine gebrechlichen Hände umfassten einen Weisheitsstab. Neben ihm stand Oluwo Ayinla, der Hohepriester des Dorfes, seine Präsenz forderte Stille ein. „Die Geister beobachten uns“, sagte Baba Agbónmire, seine Stimme tief und bedacht. „Heute Nacht werden sie ihren Willen offenbaren.“ Aderoju stand unter den Initianden, sein Herz pochte in seiner Brust. Das Gewicht der Erwartungen lastete auf seinen Schultern. „Junge Männer“, sprach der Hohepriester sie an. „Heute Nacht werdet ihr das Unsichtbare erleben. Ihr werdet die heiligen Masken tragen und den Geist der Ahnen in euch tragen. Aber wisst dies – nur jene mit reinem Herzen werden unversehrt zurückkehren.“ Die Dorfbewohner murmelten, eine Mischung aus Ehrfurcht und Unbehagen ging durch sie. Sie alle kannten die Geschichten – von Initianden, die in die Nacht verschwunden waren und nie zurückkehrten. Von denen, die es gewagt hatten, die Geister zu verspotten und nie wieder gesehen wurden. Aderoju schluckte schwer, bereitete sich auf das, was vor ihm lag, vor. Der Weg zur heiligen Lichtung war in Dunkelheit gehüllt, erleuchtet nur von den flackernden Flammen der Öllampen, die die Ältesten trugen. Hoch aufragende Bambusbäume säumten den Pfad, ihre Blätter flüsterten Geheimnisse im Wind. Im Inneren der Lichtung stand ein kleiner hölzerner Schrein im Zentrum, seine Wände waren mit alten Schnitzereien verziert. Davor, auf einem steinernen Podest, lag der Egun Alágbara – die Maske der Macht. Sie war anders als jede andere Maske. Gefertigt aus dem heiligen Iroko-Holz, trug sie komplizierte Muster, die im schwachen Licht zu verschieben und zu verändern schienen. Tief in ihren hohlen Augen lauerte eine Präsenz – eine Energie, älter als die Zeit selbst. Oluwo Ayinla trat vor. „Diese Maske wurde von Generationen vor dir getragen, Aderoju. Sie trägt ihr Wissen, ihre Stärke und ihre Lasten. Sobald du sie trägst, wirst du nicht mehr nur ein Mensch sein – du wirst ein Gefäß für die Ahnen.“ Aderoju kniete vor dem Podest. In dem Moment, in dem der Priester ihm die Maske über das Gesicht legte, verschwamm seine Sicht. Die Welt um ihn herum verblasste, ersetzt durch etwas anderes – etwas Weites und Endloses. Er fühlte sich, als würde er zwischen zwei Reichen schweben, sein Geist dehnte sich über die Grenzen seines Körpers hinaus. Als er die Augen wieder öffnete, war er nicht mehr in der Lichtung. Das Festgelände hatte sich verwandelt. Die Flammen der Fackeln brannten heller und warfen unheimliche Schatten an die Wände der Lehmziegelhäuser. Das Trommeln war wild geworden, fast schon rasend. Die Egungun-Maskeraden traten hervor. Ihre Körper waren in fließende Stoffe in Rot, Blau und Gold gehüllt. Einige trugen hohe Kopfbedeckungen, verziert mit Federn, während andere Stäbe trugen, geschnitzt mit Symbolen ihrer Abstammung. Ihre Bewegungen waren anmutig und gleichzeitig übernatürlich, als würden sie schweben statt gehen. Die Menge schnappte nach Luft, als Aderoju vortrat, die Egun Alágbara-Maske nun fest auf seinem Gesicht. Er spürte eine Energie durch sich hindurchströmen, eine Kraft, die seine Glieder leitete, während er zu tanzen begann. Und dann geschah etwas Seltsames. Als er sich bewegte, schimmerte die Luft um ihn herum. Das Lachen und Jubeln der Dorfbewohner verblasste zu einem fernen Summen. Er konnte die anderen Maskeraden sehen, aber ihre Formen begannen zu flackern, als würden sie an zwei Orten gleichzeitig existieren. Und dann, für den kürzesten Moment, sah er sie – die wahren Geister hinter den Masken. Ihre Augen, uralt und wissend, bohrten sich in seine Seele. Ihre Flüstern hüllten ihn ein wie Rauch. Das Fest hätte eine Nacht der Freude sein sollen, doch ein seltsames Unbehagen breitete sich unter den Menschen aus. Die Ältesten tauschten misstrauische Blicke aus. Die Flammen der Fackeln flackerten, als wären sie von einer unsichtbaren Kraft gestört. Dann, aus der Reihe der Maskeraden, trat eine Gestalt hervor. Sie war anders als die anderen. Ihr Gewand war dunkler, ihre Maske mit Symbolen geschnitzt, die niemand erkannte. Ihre Bewegungen waren unregelmäßig, beunruhigend. Das Trommeln stockte für eine kurze Sekunde – gerade genug, damit die Dorfbewohner bemerkten, dass etwas nicht stimmte. Baba Agbónmires Gesicht verdunkelte sich. „Das ist keiner von uns.“ Die Erkenntnis breitete sich wie ein Lauffeuer aus. Ein Geist hatte die Maskerade betreten – einer, der nicht dazugehörte. Aderoju spürte, wie ihm ein kalter Schauer über den Rücken lief. Die Gestalt beobachtete ihn. Und irgendwie wusste er – er war hier für ihn. Die Maskerade war nicht länger nur ein Fest. Sie war zu einem Schlachtfeld geworden. Aderoju hielt stand, als der dunkle Geist auf ihn zustrebte. Die anderen Maskeraden zögerten, unsicher, ob sie eingreifen sollten. Dies war kein gewöhnlicher Eindringling – es war Ajogun, ein rachsüchtiger Geist. Die Luft wurde schwer. Das Trommeln intensivierte sich. Aderoju spürte die Energie des Egun Alágbara durch sich hindurchströmen. Die Maske auf seinem Gesicht pulsierte und flüsterte vergessene Worte in seine Ohren. Und dann begann der Kampf. Ihr Zusammenstoß war kein Kampf mit Waffen, sondern ein Kampf der Willen. Der Boden bebte unter ihren Füßen. Die Fackeln loderten auf. Aderojus Körper bewegte sich mit übernatürlicher Geschwindigkeit, jede Bewegung von den Ahnen geleitet. Der dunkle Geist stürzte vor, aber Aderoju konterte und zog Kraft aus der Maske. Mit einem letzten Lichtstoß ließ der Geist einen durchdringenden Schrei hören, bevor er in der Nacht verschwand. Als das erste Licht der Morgendämmerung das Dorf berührte, endete die Maskerade. Die Menschen von Ilé-Awélé feierten, ohne zu wissen, wie nah sie der Katastrophe geweart hatten. Aderoju nahm die Maske ab, sein Körper müde, aber sein Geist siegreich. Die Ältesten blickten ihn mit neuem Respekt an. „Du hast die Ahnen geehrt“, sagte Baba Agbónmire. „Und du hast das heilige Fest gerettet.“ Aderoju lächelte, wissend, dass seine Reise gerade erst begonnen hatte. Die Nachtmaskerade würde weiterleben. Und er ebenso – für immer gebunden an die Geister, die zwischen den Welten tanzten.Der Ruf der Ahnen
Die Ahnenmaske
Der Tanz der Geister
„Der Schleier ist heute Nacht dünn“, murmelte eine Stimme. „Sei vorsichtig, wo du gehst.“
Der Schatten, der unter uns wandelt
Der Kampf der Geister
Die Morgendämmerung einer neuen Ära