Lesezeit: 6 min

Über die Geschichte: Das Mädchen und der Djinn von Timbuktu ist ein Legend aus mali, der im Medieval spielt. Diese Dramatic Erzählung erforscht Themen wie Courage und ist geeignet für Adults. Sie bietet Inspirational Einblicke. Die Neugier eines jungen Mädchens führt sie dazu, einen alten Djinn zu erwecken – einen, der Weisheit anbietet, doch zu einem Preis.
**Timbuktu.**
Eine Stadt aus goldenem Sand und altem Wissen, wo die Flüstern der Vergangenheit noch immer im Wind tanzten. Einst ein Leuchtfeuer des Lernens und Handels, hatten ihre Straßen die Fußspuren von Gelehrten, Reisenden und Händlern aus allen Ecken der Welt gesehen. Und in ihren Tiefen, unter der Last der Geschichte, lagen Geheimnisse vergraben.
Unter diesen Geheimnissen befand sich eine alte Geschichte – eine Geschichte eines Mädchens, das die Wahrheit über Bücher hinaus suchte und etwas viel Größeres fand, als sie sich je hätte vorstellen können.
Dies ist die Geschichte von Amina, dem Mädchen, das den Dschinn von Timbuktu traf.
Amina war nicht wie die anderen Kinder von Timbuktu. Während andere Mädchen in der Stadt das Weben oder das Vorbereiten von Gewürzen lernten, saß Amina in den weiten, staubigen Hallen der Sankore-Universität, ihre kleinen Hände glitten über die verblasste Tinte alter Manuskripte. Sie war die Tochter von Scheich Omar, einem der angesehensten Gelehrten der Stadt, und ihre Welt war erfüllt von Büchern, Schriftrollen und dem Duft von altem Pergament. Doch Wissen allein reichte Amina nicht aus. Sie sehnte sich nach Abenteuer, nach Geschichten jenseits der Mauern der Bibliothek ihres Vaters. Sie lauschte mit großen Augen, wenn Händler von fernen Ländern erzählten, von Bergen, die den Himmel berührten, und von Städten, deren Straßen mit Edelsteinen gepflastert waren. Und manchmal, spät in der Nacht, wenn die Wüstenwinde die Stimmen der Vergangenheit trugen, hörte sie das Flüstern von etwas anderem – etwas älterem als Bücher. Dschinn. Geister der unsichtbaren Welt. Einige waren Schelme, andere weise, und wenige… wenige waren gefährlich. Eines Abends saß sie nahe dem Fenster mit den hölzernen Gitterstäben im Arbeitszimmer ihres Vaters und hörte zu, wie er leise mit einem anderen Gelehrten sprach. „Der alte Brunnen in der Wüste?“ fragte der alte Mann, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Bist du sicher, dass er noch steht?“ „Ja“, antwortete ihr Vater. „Er ist unter den Dünen vergraben, aber er bleibt bestehen. Und in seinen Tiefen… liegt etwas. Etwas, das vor langer Zeit versiegelt wurde.“ Aminas Herz pochte. Ein Brunnen. Ein versteckter Ort in der Wüste. Und etwas, das darin versiegelt ist? Sie musste ihn sehen. Am nächsten Morgen, bevor die Stadt erwachte, packte Amina ihre Sachen – eine kleine Tasche mit Datteln, eine Flasche Wasser und einen Dolch, den sie aus dem Gemach ihres Vaters gestohlen hatte. Für den Fall der Fälle. Die Wüste war tückisch. Sie kannte die Geschichten. Reisende verirrten sich und kehrten nie zurück. Die Sonne konnte das Fleisch von den Knochen brennen, und die Winde konnten einen Menschen auf nichts als Staub reduzieren. Doch Amina hatte keine Angst. Sie ging allein, den Sternen folgend, wie sie die Händler tun sah. Mit jedem Schritt schrumpfte die Stadt Timbuktu hinter ihr, verschluckt von den endlosen Dünen. Die Sonne stieg höher und verwandelte den Sand in ein Meer aus flüssigem Gold. Zur Mittagshitze war ihr Hals trocken und ihre Beine schmerzten. Sie fand Schutz unter einem einsamen Akazienbaum, dessen verschlungene Äste kaum Schatten spendeten. Dann, gerade als sie aufgeben wollte, sah sie es. Halb im Sand vergraben, kaum mehr als ein Kreis aus zerfallendem Stein – ein alter Brunnen. Sie hatte ihn gefunden. Das Herz pochte ihr wild, als sie sich näherte. Die Luft fühlte sich schwer an, dick mit etwas Unsichtbarem. Sie blickte in die Dunkelheit des Brunnens, dessen Tiefe unermesslich schien. Dann eine Stimme. „Amina…“ Sie stolperte zurück und fiel fast in den Sand. Sie hatte niemandem von ihrer Reise erzählt. Wie kannte er ihren Namen? Aminas Atem kam in flachen Stücken. Hatte sie es sich eingebildet? War es der Wind, der Streiche spielte? Dann die Stimme erneut. Tief, resonant. Alt. „Fürchte dich nicht, Kind.“ Die Luft um sie herum bebte. Das Wasser im Brunnen kräuselte sich, obwohl kein Wind wehte. Und dann – etwas bewegte sich. Aus der Dunkelheit erhob sich eine Gestalt. Eine gewaltige Form aus Rauch und Schatten, ihre Augen glühten wie brennende Glut. „Ich bin Malik“, sagte sie, die Stimme wie das Versetzten der Sandschichten. „Der Dschinn des Brunnens.“ Aminas Herz pochte. Sie hatte die Geschichten gehört. Manche Dschinn erfüllten Wünsche. Andere täuschten. Einige brachten Verwüstung. „Habe ich dich… befreit?“ fragte sie, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern. Der Dschinn lachte leise, ein Geräusch wie Donner, der über die Dünen rollt. „Du hast mich erwacht. Und nun sind unsere Schicksale verbunden.“ Amina schluckte schwer. „Was meinst du?“ Maliks glühender Blick musterte sie. „Du hast mich befreit. Und deshalb muss ich dir einen Wunsch erfüllen.“ Amina zögerte. Sie kannte die Geschichten – Wünsche waren gefährlich. Sie verwandelten sich selbst und machten aus Glück Unglück. Sie dachte einen langen Moment nach, bevor sie sprach. „Kannst du mich lehren?“ fragte sie schließlich. „Nicht nur aus Büchern. Lehre mich die Dinge, die sonst niemand kennt.“ Malik neigte seinen Kopf und überlegte ihre Bitte. Dann nickte er langsam. „Du bist mutig“, sagte er. „Sehr wohl. Aber Wissen wird nicht leichtfertig gegeben. Du musst dich als würdig erweisen.“ Die Welt schimmerte. Die Wüste, der Brunnen, der Himmel – alles verschwand. Als Amina ihre Augen öffnete, befand sie sich woanders. Ein weites Höhlensystem erstreckte sich vor ihr, die Decke davon bedeckt mit leuchtenden Symbolen, die wie ein Herzschlag pulsierten. In der Mitte schwebte eine große Steintafel in der Luft, bedeckt mit seltsamen Schriftzeichen. Maliks Stimme hallte um sie herum. „Deine erste Prüfung: Wissen. Lies die Worte vor dir.“ Amina runzelte die Stirn. Sie hatte diese Sprache noch nie gesehen. Und doch, als sie mit den Fingern über die Gravuren fuhr, **fühlte** sie die Bedeutung unter ihren Fingerspitzen. „Wissen ist der Schlüssel zu allen Türen“, flüsterte sie. Malik nickte zustimmend. „Du lernst schnell.“ Die nächste Prüfung betraf den Mut. Sie musste einen Pfad aus Feuer beschreiten. „Fürchte dich nicht“, sagte Malik. „Wenn dein Herz fest ist, werden die Flammen dich nicht berühren.“ Amina holte tief Luft. Dann trat sie vor. Das Feuer leckte an ihrer Haut, aber sie bewegte sich weiter. Und als sie unversehrt hervorging, wusste sie, dass sie bestanden hatte. Dann kam die letzte Prüfung. Die schwerste. Amina stand in einer Kammer voller Spiegel. Und in jedem Spiegelbild sah sie ihren Vater. „Du bist eine Enttäuschung“, hallte seine Stimme wider. „Du hast das Wissen der Torheit geopfert.“ Tränen brannten ihre Augen. „Nein“, flüsterte sie. „Ich suche Wissen auf meine eigene Weise.“ Die Illusion zerbrach. Malik lächelte. „Du hast dich bewiesen.“ Malik streckte seine Hand aus, und aus der Luft erschien ein Buch. In Silber und Gold gebunden, schimmerten seine Seiten im Sternenlicht. „Dies enthält Wissen, das der Zeit verloren ging“, sagte er. „Aber denke daran, Wissen ist ebenso eine Last wie ein Geschenk.“ Amina nahm das Buch, ihre Hände zitterten. Malik nickte noch einmal. Dann, wie Rauch, der im Wind gefangen ist, verschwand er. Die Wüste kehrte zurück. Der Brunnen war still. Aber Amina wusste, dass sie sich verändert hatte. Mit dem Buch in ihren Händen wandte sie sich wieder Richtung Timbuktu. Sie war bereit, ihr eigenes Schicksal zu schmieden. Jahre später wurde Amina eine große Gelehrte. Ihre Schriften änderten den Lauf der Geschichte. Doch niemand wusste, woher ihre Weisheit kam. Und manchmal, wenn die Wüstenwinde durch die Dünen heulten, konnte ein Flüstern gehört werden. „Amina…“ Vielleicht beobachtete der Dschinn immer noch.Die Tochter des Gelehrten
Die Reise in die Dünen
Das Erwachen
Das Geschäft mit dem Dschinn
Die Prüfungen des Dschinn
Das Geschenk des Dschinn
Epilog: Der Gelehrte, der zu viel wusste
Das Ende.